Transition mittels KI Schlagzeichen um den schwulen Tech-Milliardär Thiel
Der schwule Tech-Milliardär Peter Thiel (58) hat eine grundlegende technologische Veränderung des Menschen ins Gespräch gebracht. Nach seinen Vorstellungen soll die Entwicklung weit über bisherige Möglichkeiten hinausgehen. Dabei verwies er unter anderem auf körperliche Veränderungen von trans* Menschen.
Das Wichtigste im Überblick
- Der schwule Tech-Milliardär Peter Thiel hat sich für eine weitreichende technologische Veränderung des Menschen ausgesprochen.
- Der Mitgründer von PayPal sagte, körperliche Veränderungen durch Transitionsbehandlungen gingen ihm nicht weit genug.
- Thiel will nach eigenen Worten Veränderungen ermöglichen, die Herz, Verstand und den gesamten Körper betreffen.
- Zugleich erklärte er, dass die Menschheit trotz technologischer Veränderungen fortbestehen solle.
- Seine Äußerungen stammen aus einem Interview mit der New York Times aus dem Jahr 2025.
- Neue Aufmerksamkeit erhalten die Aussagen vor dem Hintergrund aktueller Warnungen vor den möglichen Gefahren künstlicher Intelligenz.
Ein neuer Mensch
Die Äußerungen stammen aus einem Interview mit der New York Times aus dem Jahr 2025 und werden angesichts der aktuellen Debatte über die Risiken künstlicher Intelligenz jetzt erneut aufgegriffen. Thiel, der PayPal mitgründete, hatte sich in dem Gespräch zunächst nicht eindeutig dazu positioniert, ob er einen Fortbestand der Menschheit überhaupt befürwortet. Der Interviewer Ross Douthat fragte ihn, ob er „lieber hätte, dass die Menschheit fortbesteht“. Thiel zögerte zunächst. Schließlich bejahte er die Frage. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er sich eine radikale Veränderung des Menschen mithilfe technologischer Möglichkeiten vorstellen kann.
Thiel sagte: „Es gibt eine Kritik an, sagen wir, trans* Menschen im sexuellen Kontext. Oder, ich weiß nicht, ein Transvestit ist jemand, der seine Kleidung wechselt und sich in Kleidung des anderen Geschlechts kleidet, und ein Transsexueller ist jemand, bei dem man, ich weiß nicht, den Penis in eine Vagina verwandelt, und dann können wir darüber diskutieren, wie gut diese Operationen funktionieren. Aber wir wollen mehr Veränderung als das.“ Nach seiner Vorstellung seien solche Veränderungen nicht „seltsam und unnatürlich“. Er bezeichnete sie vielmehr mit Blick auf das Ausmaß der möglichen Transformation als „so erbärmlich wenig“. Anschließend ging Thiel noch weiter. „Wir wollen mehr als Cross-Dressing oder die Veränderung Ihrer Geschlechtsorgane“, sagte er. „Wir wollen, dass Sie in der Lage sind, Ihr Herz zu verändern und Ihren Verstand zu verändern und Ihren ganzen Körper zu verändern.“
Technologie und Religion
In seinen Überlegungen verband Thiel technologische Entwicklung zudem mit religiösen Vorstellungen. Wissenschaft und Religion werden dabei von ihm gemeinsam betrachtet. „Es geht darum, die Natur zu transzendieren, es geht darum, Dinge zu überwinden, und das, was man der Natur am nächsten stellen kann, ist, dass die Menschen gefallen sind. Das Natürliche im christlichen Sinne ist, dass mit einem etwas nicht stimmt. Und das stimmt, aber es gibt einige Wege, auf denen man mit Gottes Hilfe dazu bestimmt ist, das zu transzendieren und zu überwinden“, sagte Thiel.
Warnungen vor KI-Risiken
Neue Aufmerksamkeit bekommen Thiels Aussagen in einer Zeit, in der Wissenschaftler und Beschäftigte der KI-Branche verstärkt vor möglichen Gefahren der Technologie warnen. Jacob Coxon kündigte letzte Woche seinen Rücktritt beim KI-Unternehmen Anthropic an, das unter anderem das KI-System Claude entwickelt. Nach seiner Darstellung werde bei der Entwicklung der Technologie nicht ausreichend auf mögliche Risiken geachtet. Coxon warnte ausdrücklich vor einem Szenario, in dem künstliche Intelligenz die Menschheit auslöschen könnte. „Die Menschen, die KI entwickeln, glauben aufrichtig, dass sie bis zum Ende des Jahrzehnts uns alle töten könnte. Das ist kein Marketing-Gag“, sagte er.
Auch Evan Hubinger, der bei Anthropic als Leiter der Alignment-Forschung tätig ist, hält ein solches Szenario für möglich. Er sagte: „Ich persönlich denke, dass es mehr als 10 Prozent innerhalb des nächsten Jahrzehnts sind.“ Damit treffen zwei Debatten aufeinander: Während Thiel eine technologisch weitreichende Veränderung des Menschen als wünschenswert beschreibt, warnen andere vor einer Entwicklung künstlicher Intelligenz, die im schlimmsten Fall das Fortbestehen der Menschheit selbst gefährden könnte.