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Jugendlicher brutal attackiert Staatsschutz ermittelt wegen homophoben Hassverbrechen

Von ms - 09.09.2026 - 09:00 Uhr
Jugendlicher in Berlin attackiert
Foto: iStock / holgs
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Ein 17-jähriger schwuler Jugendlicher ist am Montagabend in Berlin-Pankow angegriffen und nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei dabei homophob beleidigt worden. Der Jugendliche war gegen 20.30 Uhr zu Fuß auf der Kavalierstraße in Richtung Wolfshagener Straße unterwegs, als ihn ein bislang unbekannter Mann unvermittelt von hinten angegriffen haben soll. Der Unbekannte soll den Jugendlichen zu Boden geschlagen und ihn dabei homophob beleidigt haben. Anschließend flüchtete der Angreifer. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Ein 17-Jähriger ist am Montagabend in Pankow von einem Unbekannten von hinten angegriffen und zu Boden geschlagen worden.
  • Nach Angaben der Polizei soll der Angreifer den Jugendlichen dabei homophob beleidigt haben und anschließend geflüchtet sein.
  • Der Jugendliche erlitt Verletzungen am Kopf und wurde in einem Krankenhaus behandelt.
  • Wegen des möglichen homophoben Motivs übernahm der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes die Ermittlungen.
  • Bereits am Freitag wurde ein 22-Jähriger in Berlin-Mitte gemeinsam mit seinem Freund ebenso aus homofeindlichen Motiven heraus angegriffen.
  • Die amtlichen Zahlen zeigen für Berlin seit Jahren ein hohes Niveau LGBTIQ+-feindlicher Straftaten. Der Senat will seit diesem Jahr gegensteuern. 

Staatsschutz ermittelt 

Der 17-Jährige erlitt Verletzungen am Kopf. Er wurde zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Zu dem mutmaßlichen Täter liegen zunächst keine weiteren Angaben vor. Die Ermittlungen sollen nun klären, wie sich der Angriff genau ereignete und ob die Tat tatsächlich aus homophoben Motivation begangen wurde. Wegen des möglichen vorurteilsmotivierten Hintergrunds hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes die weiteren Ermittlungen übernommen. Die Berliner Polizei wertet Straftaten als Hasskriminalität, wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine Tat aufgrund von Vorurteilen etwa wegen der sexuellen Orientierung begangen wurde. Der Fall reiht sich zeitlich in eine weitere mutmaßlich homofeindliche Attacke ein. Erst am Freitagabend war ein 22-Jähriger, der in Berlin-Mitte mit seinem Freund unterwegs war, mutmaßlich ebenso aus homofeindlichen Motiven beleidigt und attackiert worden. Damit beschäftigen sich die Ermittler innerhalb weniger Tage mit zwei Fällen, bei denen eine schwulenfeindliche Motivation im Raum steht.

Hohes Niveau der Fallzahlen 

Die Berliner Kriminalstatistik zeigt zugleich, dass LGBTIQ+-feindliche Straftaten seit Jahren ein großes Problem darstellen und immer weiter ansteigen beziehungsweise auf hohem Niveau stagnieren.  Für 2023 registrierte die Polizei 690 Fälle gegen die „Sexuelle Orientierung“ und/oder die „Geschlechtsbezogene Diversität“. Das waren 148 Fälle beziehungsweise 27,3 Prozent mehr als 2022. 2024 ging die Zahl zwar auf 579 Fälle zurück. Nach Angaben der Polizei blieb das Niveau damit aber weiterhin hoch. 2025 wurden erneut 587 entsprechende Fälle registriert.  Auch unabhängige Beratungsstellen kommen zu hohen Zahlen. Die Berliner Beratungsstelle MANEO dokumentierte zuletzt im Jahr 2025 erneut über 700 Fälle, die Attacken bleiben damit auf Rekordniveau. Zu den dokumentierten Fällen zählen Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe, die Mehrheit der Opfer sind seit Jahren wie aktuell auch schwule Männer. 

Dunkelfeld und Verunsicherung 

Die tatsächliche Zahl LGBTIQ+-feindlicher Übergriffe dürfte nach Einschätzung von Maneo und der Polizei sowie der EU Grundwerteagentur deutlich höher liegen – gerade einmal zehn Prozent aller Attacken werden auch angezeigt und damit dokumentiert, 90 Prozent liegen im Dunkelfeld. Als Gründe nennt der Maneo-Bericht Erfahrungen mit Diskriminierung sowie mangelndes Vertrauen in Strafverfolgungsbehörden seitens der Opfer. „In Berlin kommt es täglich zu Beleidigungen, Nötigungen, Bedrohungen und Übergriffen auf LSBTIQ+-Personen. Diese Realität trägt zu einer anhaltenden Verunsicherung innerhalb der Communitys bei. Besonders beunruhigend ist dabei die Tatsache, dass viele dieser Vorfälle im öffentlichen Raum stattfinden und von vielen Menschen beobachtet werden“, so Maneo. Der Berliner Senat hat deswegen im März dieses Jahres eine umfassende Strategie zur Förderung der Sicherheit queerer Menschen und zur Bekämpfung von Queerfeindlichkeit beschlossen. Die zuständige Senatorin Cansel Kiziltepe (SPD) betonte dabei: „Berlin soll spürbar sicherer werden und weiterhin eine lebenswerte Stadt bleiben für lesbische, schwule, bisexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen.“ 

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