Zwei Männer in U-Haft Brutaler Angriff auf trans* Frau in Dresden
Im Dresdner Stadtteil Gorbitz ist eine 45-jährige trans* Frau mutmaßlich von drei Männern schwer verletzt worden. Die Polizei prüft ein transfeindliches Motiv. Zwei Tatverdächtige befinden sich in Untersuchungshaft, nach einem dritten wird gefahndet.
Das Wichtigste im Überblick
- Eine trans* Frau wurde am 28. August in Dresden Gorbitz brutal angegriffen und musste ins Krankenhaus.
- Die Polizei geht von einem transfeindlichen Tatmotiv aus.
- Zwei deutsche Tatverdächtige sitzen seit Freitag in Untersuchungshaft.
- Nach einem dritten mutmaßlichen Täter wird weiterhin polizeilich gesucht.
- Die Ermittlungen werden von Staatsanwaltschaft und Polizei Dresden geführt.
Angriff am bekannten Kriminalitätsschwerpunkt
Nach Angaben der Polizeidirektion Dresden fand die Tat gegen 23 Uhr am Amalie Dietrich Platz statt. Dort sei die 45-jährige trans* Frau zunächst gemeinsam mit drei Männern gesehen worden. Nach dem Konsum von Alkohol kippte laut Ermittlungsbericht die Situation. Die Frau wurde geschubst, mehrfach ins Gesicht geschlagen und getreten. Die Angreifer sollen anschließend ihren Rucksack inklusive Personalausweis entwendet haben.
Die Polizei stuft das Viertel im Dresdner Westen seit Jahren als Schwerpunkt für Gewalt- und Eigentumsdelikte ein. Laut Medieninformation der Staatsanwaltschaft ermittelt die Polizei wegen schwerer Körperverletzung und Diebstahl. Hinweise aus der Bevölkerung werden explizit erbeten.
Ermittlungsstand und juristische Schritte
Bei dem Übergriff erlitt die Betroffene einen Bruch des Nasenbeins sowie eine Fraktur des Jochbeins. Nach stationärer Behandlung konnte sie das Krankenhaus verlassen. Bereits in der Tat-Nacht identifizierten Polizeibeamte zwei Tatverdächtige, deutsche Staatsbürger im Alter von 20 und 29 Jahren. Das Amtsgericht Dresden verhängte gegen beide auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl. Nach aktuellem Stand schwieg das Duo bislang zu den Vorwürfen. Ein Tatverdächtiger ist vorbestraft, unter anderem wegen Benutzung verbotener nationalsozialistischer Symbole.
Der dritte mutmaßliche Beteiligte ist weiterhin flüchtig. Die Polizei Dresden bittet die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise.
Politisch motivierte Kriminalität als Untersuchungsansatz
Staatsanwaltschaft und Polizei Dresden teilten am Freitag mit, dass „nach bisherigem Ermittlungsstand einiges dafür spricht, dass der Tat ein transfeindliches Motiv jedenfalls mit zugrunde gelegen haben könnte“. Die Ermittlerinnen und Ermittler prüfen diesen Hintergrund als Teil einer politisch motivierten Gewalttat. Sachsenweit wurde zuletzt ein Anstieg der registrierten Fälle von Hasskriminalität gegen queere Menschen verzeichnet. Trotzdem werden solche Fälle bislang selten nach Abschluss der Ermittlungen gerichtsfest als transfeindlich kategorisiert.
Wie es im aktuellen Fall weitergeht, hängt von der Identifizierung des dritten Täters und dem weiteren Verlauf der strafrechtlichen Ermittlungen ab. Die Polizeidirektion Dresden hat dazu eine spezielle Hinweisnummer für Zeugenaussagen eingerichtet.