Kritik aus queeren Kreisen J.K. Rowling erntet Empörung nach Nachruf auf Dolly Parton
Die britische Schriftstellerin J.K. Rowling hat mit einem Nachruf auf Dolly Parton auf X am 26. August für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Ihre Würdigung der Country Legende nach deren Tod wurde von Nutzerinnen und Nutzern vor allem aus queeren Communities als unsensibel und heuchlerisch bewertet. Hintergrund sind Partons langjährige Solidarität mit der LGBTIQ+-Community und die wiederholte Kritik an Rowling wegen ihrer sogenannten „genderkritischen“ Positionen. Für viele Fans hatte dieses Online-Gedenken einen besonders bitteren Beigeschmack.
Das Wichtigste im Überblick
- J.K. Rowling würdigte am 26. August Dolly Partons Einsatz für Kinderliteratur mit einem X Post.
- Rückendeckung blieb aus: Ihr Beitrag stieß auf massive Kritik aus LGBTIQ+-Kreisen und von Dolly Parton Fans.
- Viele warfen Rowling Doppelmoral vor, da Parton sich immer offen für trans* Rechte aussprach.
- Rowling reagierte auf Angriffe mit weiteren spitzen Bemerkungen in sozialen Medien.
- Die Kontroverse verdeutlicht die bestehende Spannung zwischen der Autorin und queeren Gruppen.
Nachruf mit Sprengkraft und wenig Harmonie
"Harry Potter"-Schöpferin J.K. Rowling wählte große Worte: Die Imagination Library von Dolly Parton sei der stärkste Prominentenbeitrag zur Kinderleseförderung gewesen. Doch die anerkennenden Zeilen auf X kamen ausgerechnet an jenem Tag, als die Fangemeinde weltweit um einen der größten Popstars des 20. Jahrhunderts trauerte. Das wäre an sich nichts Ungewöhnliches – problematisch wurde es, weil Dolly Parton sich in zahllosen Interviews immer deutlich als Freundin und Unterstützerin queerer Menschen zeigte, während Rowling zuletzt durch trans*feindliche Äußerungen ins Kreuzfeuer geraten war. Die Folge: Schneller als eine Zaubereule schwang das Pendel der Popkultur von Ehrfurcht zu Empörung.
Fans erinnern an Partons queere Solidarität
Wer auf Social Media mitliest, konnte sich dem Eindruck kaum entziehen, dass Rowling mit ihrem Beitrag einen wunden Punkt traf. Zahlreiche Userinnen und User wiesen darauf hin, dass Parton explizit für trans* Rechte eingetreten sei – und nahmen Rowling jegliches moralische Mandat ab, Parton zu würdigen. Zitate der Sängerin wurden zahlreich geteilt, etwa: „Ich habe Transpersonen, Schwule, Lesben und andere in meiner Familie. Ich liebe sie alle.“ Die Kritik reichte von trockenem Spott bis zu knallharter Ablehnung – einige forderten Rowling sogar auf, Partons Namen aus ihrem Mund zu lassen.
Rowling kontert, Debatte bleibt hitzig
Die Autorin selbst ließ die Kritik nicht unkommentiert. So antwortete Rowling etwa einer trans* Aktivistin mit einer Spitze zu deren Namen und kommentierte eine Beleidigung gewohnt lakonisch. Wie der Tagesspiegel berichtete, führte das zu erneuter Eskalation: Ein Nutzer verlor laut Angaben des Unternehmens X aufgrund seiner Wortwahl für eine Woche den Zugang zur Plattform. Dass der Vorgang, mitten in der Trauer um eine Popikone, so viel Raum für alten Streit bot, dürfte die LGBTIQ+-Community kaum versöhnen.
Rowlings Posting setzte eine altbekannte Dynamik in Gang: Ihre Einträge spalten die Netzgemeinde weiterhin. Ein neuer Schritt der Autorin ist bisher nicht angekündigt, praktische Folgen für ihre Werke gibt es vorerst keine – aber die nächste Runde im Kulturkampf ist garantiert.