Direkt zum Inhalt
Aufregung um Cheez-It-Werbung
ANZEIGE

Aufregung um Cheez-It-Werbung Sinnliche Männer in TV-Sport sorgen für christliche Petition

ms - 18.08.2026 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

One Million Moms, eine christliche Organisation, die sich strikt gegen die gesellschaftliche Akzeptanz von LGBTIQ+-Menschen richtet, forderte jetzt den Lebensmittelhersteller Cheez-It auf, seinen neuesten Werbespot zurückzuziehen. Die Organisation wirft dem Spot „beleidigende sexuelle Anspielungen mit einer äußerst sinnlichen Botschaft zwischen zwei Männern“ vor.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die christliche Organisation One Million Moms fordert Cheez-It auf, einen aktuellen Werbespot zurückzuziehen.
  • Die Gruppe kritisiert darin „beleidigende sexuelle Anspielungen mit einer äußerst sinnlichen Botschaft zwischen zwei Männern“.
  • Im Mittelpunkt des Spots „The Boyfriend“ steht eine junge Frau, die ihrem Vater ihren neuen Freund vorstellt.
  • Der Freund ist jedoch von einem Cheez-It-Cracker vor dem Gesicht des Vaters fasziniert und spricht diesen mit Worten an, die zunächst wie Komplimente an den Vater wirken.
  • Schließlich beißt der Freund in den Cracker, der direkt vor den Lippen des Vaters schwebt.
  • One Million Moms beschreibt die Szene als etwas, das „verdächtig wie ein Kuss auf den Mund aussieht“.
  • Die Organisation hat eine Petition gestartet und bezeichnet die Werbung als „vulgär“ und „äußerst unverantwortlich“.

TV-Spot mit Doppeldeutigkeit 

Der Anfang Juni in den sozialen Medien der Marke veröffentlichte Werbespot trägt den Titel „The Boyfriend“. Darin stellt eine junge Frau ihrem Vater ihren neuen Freund vor. Der Freund konzentriert sich jedoch nicht auf die Begrüßung, sondern ist völlig fasziniert von einem schwebenden Cheez-It-Cracker, der vor dem Gesicht des Vaters schwebt. „Oh wow. Du bist in echt sogar noch käsiger, leckerer und salziger“, sagt er zu dem verwirrten Vater. Anschließend bewundert er den Cracker weiter: „Du lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Einfach köstlich. Wenn ich nur …“ Dann beugt er sich nach vorne und beißt in den Cheez-It, der direkt vor den Lippen des Vaters positioniert ist. 

Nach Ansicht von One Million Moms entsteht dadurch etwas, das „verdächtig wie ein Kuss auf den Mund aussieht“. Selbst wenn dem so wäre, erklärt der Verein allerdings nicht, was an einem schwulen Kuss so schlimm sein soll. Der eigentliche Witz des Werbespots besteht allerdings genau darin, dass der Freund über den Cracker und nicht über seinen möglichen zukünftigen Schwiegervater spricht. Am Ende isst der Freund zufrieden Cheez-Its, während Vater und Tochter unbeholfen darüber sprechen, was gerade passiert ist. Der Slogan des Werbespots lautet: „Cravings can happen anywhere.“ („Heißhunger kann überall entstehen“). 

Sturm im Wasserglas 

„Diese Werbung zeigt schwaches Marketing“, kritisierte die christliche Organisation auf ihrer Website. Cheez-It solle die „unternehmerische Verantwortung“ haben, keine Formulierung zu verwenden, die die Gruppe als anstößig betrachtet. One Million Moms hat zudem nun auch eine Petition gestartet, in der die Organisation fordert, dass das Unternehmen den Werbespot unverzüglich zurückzieht. Sie bezeichnet die Werbung als „vulgär“ und „äußerst unverantwortlich“.

One Million Moms hat dabei eine lange Geschichte von Kampagnen gegen die Darstellung von LGBTIQ+-Menschen und gegen Inhalte, die die Organisation für „unangemessen“ hält, hinter sich. Allein in diesem Jahr hat sich One Million Moms gegen den Levi’s-Werbespot von Deochii zum Super Bowl, die öffentliche Aufklärungskampagne von Michelle Visage zu PrEP sowie eine Werbung von Megan Fox für Dr Squatch positioniert. Ihrem Namen machen die „eine Million Mütter“ auch bisher eher wenig Ehre, die Petition gegen Cheez-It haben bisher gerade einmal landesweit etwas mehr als 12.000 Menschen unterschrieben. Den Lebensmittelhersteller indes dürfte es freuen, eine bessere Gratis-PR hätte man sich wohl nicht wünschen können. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Besondere Freundschaften

Die beste Freundin schwuler Jungs

Schwule und die beste Freundin: Eine weltweite Studie belegte nun, dass gute Freundschaften auch die psychische und körperliche Gesundheit fördern.
Brutale Attacke in Lyon

Angriff auf Straßenartisten

Ein schwules Künstlertrio wurde bei einer Straßenaufführung in Lyon homophob beschimpft und mit hunderten Feuerwerksmörsern beschossen.
Razzia im Senegal

Vier schwule Männer in Haft

Im Senegal wurden erneut vier Männer nach einem anonymen Hinweis festgenommen. Ihnen werden unter anderem homosexuelle Handlungen vorgeworfen.
Trans* Frau schwer verletzt

Angriff mit Glasscherben

Eine junge trans* Frau wurde in Montpellier mit Glasscherben schwer verletzt, sie erlitt über 100 Verletzungen. Die Polizei fahndet nach den Tätern.
Ein Kuss geht viral

Rob Jetten und

Niederlands Ministerpräsident Rob Jetten küsste seinen Verlobten Nicolás Keenan nach dessen Hockey-Sieg – und sorgt damit für viel Freude online.
Festnahme von Lesbenbar-Chefin

Lärmvorwurf nur als Vorwand?

Die Besitzerin einer Lesbenbar in Atlanta wurde wegen eines vermeintlichen Lärmverstoßes festgenommen. Verbände sehen einen Fall von Homophobie.
Coming-Out im Hürdenlauf

Präsidentin stärkt Athleten

Hürdenläufer Mitja Zubin outet sich nach homophoben Angriffen im Netz als schwul und erhält nun viel Unterstützung von der slowenischen Präsidentin.
Fake-Dates mit Folgen

Gefährliche Dating-Masche

Eine neue ARD-Recherche zeigt Gewalt gegen schwule Männer nach Fake-Dates. Die Täter kommen dabei oft aus der radikalisierten „Pedo-Hunter“-Szene.
Buttigieg macht Druck

Macht der Demokraten ausbauen

Der schwule mögliche Präsidentschaftskandidat Buttigieg will die Demokraten in allen Bundesstaaten stärken und damit langfristig ihre Macht ausbauen.