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US-Dragqueen in Gewahrsam Philadelphia zeigt Solidarität, Sorge vor Abschiebung wächst

Von ms - 14.08.2026 - 10:30 Uhr
Dragqueen in Gewahrsam
Foto: Instagram / chantalwaldorf1
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Nach der Festnahme der Dragqueen Chantal Waldorf durch die US-Einwanderungsbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) formiert sich in Philadelphia Unterstützung für die Künstlerin. Mitglieder der örtlichen Drag-Szene rufen zur Hilfe auf und wollen Waldorf bei der rechtlichen Auseinandersetzung unterstützen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Dragqueen und Designerin Chantal Waldorf ist von der US-Einwanderungsbehörde ICE festgenommen worden.
  • Waldorf stammt aus Nicaragua und lebt in Philadelphia.
  • Die örtliche Drag-Szene organisiert Unterstützung und sammelt Geld für die anfallenden Anwaltskosten.
  • Unterstützer beschreiben Waldorf als kreative Kraft der Stadt und verweisen auf die Arbeit als Designer.
  • Die Festnahme erfolgt vor dem Hintergrund der verschärften Einwanderungspolitik der US-Regierung.

Offizielles Statement

Über Waldorfs offiziellen Instagram-Account, auf dem der Künstler auch unter dem Namen Manuel auftritt, wurde die Festnahme bekannt gemacht – Waldorf stammt aus Nicaragua. „Wie ihr wisst, hat er sich seit seiner Ankunft in diesem Land einem Leben als hart arbeitender Mensch verschrieben, der sich seinen Träumen und Zielen gewidmet hat, sich positiv in die Gesellschaft integriert und zu ihr beigetragen und seine Pflichten wie alle anderen erfüllt hat. Leider wurde er jetzt festgenommen und befindet sich in Gewahrsam von ICE. Die ständige Angst vor einer Abschiebung wird für Chantal nun leider Realität. Die Frustration darüber, nicht all seine Träume verwirklichen zu können und nicht mehr das tun zu können, was er am meisten liebt – seine kreative Vorstellungskraft von Mode in die Realität umzusetzen und Drag zu machen – wird ihm genommen. Dennoch ist er weiterhin entschlossen, um seinen Platz in diesem Land zu kämpfen“, so das offizielle Statement. Inzwischen bestätigen mehrere weitere Medien die Festnahme durch ICE.

Drag-Szene zeigt Solidarität 

Nach der Festnahme richteten Unterstützer ein Cash-App-Konto ein, um Waldorf finanziell zu helfen. Der Aufruf verbreitete sich rasch in der Drag-Szene von Philadelphia. Dabei wurde auch auf Waldorfs Arbeit außerhalb der Bühne hingewiesen. Waldorf ist nicht nur als Dragkünstler tätig, sondern arbeitet auch als Designer. Kleidungsstücke aus seiner Arbeit wurden auch immer wieder von anderen Dragqueens getragen. Kollegin Cessie Yu Link schrieb auf Instagram:  „Worte könnten meinen Schock und mein Entsetzen nicht beschreiben. Philadelphia fehlt derzeit ein unglaublicher Kopf und eine kreative Kraft. Chantal braucht alles, was wir für die rechtliche Unterstützung schicken können.“ Auch andere Künstler und Aktivisten machten öffentlich auf den Fall aufmerksam. Die mexikanische Dragkünstlerin Lushious Massacr schrieb auf X: „Lasst Chantal frei!!!“ 

Verschärfte Abschiebepolitik

Der Fall fällt in eine Phase, in der die Regierung von US-Präsident Donald Trump ihre Einwanderungskontrollen deutlich ausgeweitet hat. Betroffen sind dabei nicht nur Menschen, die wegen schwerer Gewaltdelikte verurteilt wurden. Auch Einwanderer geraten in den Fokus der Behörden. Für Menschen aus Nicaragua ist dabei eine Änderung beim sogenannten Temporary Protected Status (TPS) von Bedeutung. Viele in den USA lebende Nicaraguaner hatten diesen vorübergehenden Schutzstatus. Das US-Heimatschutzministerium beendete die entsprechende Einstufung Nicaraguas jedoch 2025. Welche konkreten rechtlichen Gründe der Festnahme Waldorfs zugrunde liegen und wie das weitere Verfahren aussieht, ist bisher nicht bekannt. Unterstützer konzentrieren sich deshalb zunächst darauf, die juristische Vertretung zu finanzieren und die Freilassung der Dragqueen zu fordern.

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