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LGBTIQ+-Helpline in den USA Streit um Schutz für queere Jugendliche

Von ms - 14.08.2026 - 09:30 Uhr
LGBTIQ+-Helpline in den USA
Foto: iStock / :South_agency
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Wie überraschend bereits im Juni angekündigt, will die US-Regierung den speziellen Krisendienst für LGBTIQ+-Jugendliche wiederherstellen – doch eine Organisation, die einst maßgeblich an dessen Aufbau beteiligt war, soll nicht wieder dabei sein. The Trevor Project teilte jetzt mit, dass der Antrag auf Aufnahme in das erneuerte Netzwerk „LGBTQ+ Youth Specialized Services“, bekannt als „Press 3“, abgelehnt worden sei.

Das Wichtigste im Überblick

  • The Trevor Project wird nicht in das wiederhergestellte spezialisierte 988-Netzwerk für LGBTIQ+-Jugendliche aufgenommen.
  • Die Organisation hatte den Dienst mit aufgebaut, zunächst allein betrieben und später fast die Hälfte der Kontakte bearbeitet.
  • Der Antrag von The Trevor Project auf Aufnahme in das erneuerte Programm wurde von der US-Regierung abgelehnt.
  • Der Kongress hat 33,1 Millionen US-Dollar für die Wiederherstellung der spezialisierten LGBTIQ+-Dienste bereitgestellt.
  • The Trevor Project warnt insbesondere mit Blick auf trans* Jugendliche vor möglichen Problemen bei der Umsetzung.

Enttäuschung bei Verein 

Die gemeinnützige Organisation zur Suizidprävention für LGBTIQ+-Menschen hatte den spezialisierten Dienst ursprünglich mit aufgebaut und zunächst allein als Pilotprojekt betrieben. Später wurde daraus ein Netzwerk mit sieben Zentren. The Trevor Project bearbeitete nach eigenen Angaben zuletzt fast die Hälfte des gesamten Kontaktaufkommens. Um so größer daher jetzt die Enttäuschung bei Trevor-Project-Chef Jaymes Black: „Die Verantwortlichen der 988 Lifeline haben uns darüber informiert, dass der Antrag von The Trevor Project auf Aufnahme in die wiederhergestellten spezialisierten ‚Press 3‘-Dienste für LGBTIQ+-Jugendliche abgelehnt wurde. Der Ausschluss unserer fast 30-jährigen Expertise ist natürlich enttäuschend.“

Black betonte zugleich, dass The Trevor Project weiterhin darauf dränge, dass der wiederhergestellte Dienst für alle LGBTIQ+-Jugendlichen arbeite. Dies gelte „einschließlich und insbesondere transgeschlechtlicher Jugendlicher“, die einem überproportional hohen Suizidrisiko ausgesetzt seien. Die Sorge der Organisation richtet sich dabei auch auf politische Vorgaben der Trump-Regierung. Nach Blacks Einschätzung wird die Situation dadurch verschärft, dass Press 3 die Vorgaben einer Executive Order von Präsident Donald Trump erfüllen muss, die die Bundesregierung anweist, trans* Identitäten nicht anzuerkennen.

Black versicherte, dass die Arbeit des Trevor Project unabhängig von der Entscheidung fortgesetzt werde. „Ganz gleich, was passiert: Die eigenen rund um die Uhr erreichbaren Krisen-Hotlines von The Trevor Project stehen weiterhin zur Verfügung, um LGBTIQ+-Jugendliche in Krisen direkt zu unterstützen, so wie sie es immer getan haben. Unser Expertenteam hat bereits damit begonnen, 988-Lifeline-Berater in Kalifornien und Illinois zu schulen, um sicherzustellen, dass die 988-Lifeline-Berater in diesen Bundesstaaten darauf vorbereitet sind, LGBTIQ+-Jugendliche zu unterstützen, die sich an sie wenden.“

Queere Helpline startete 2022

Das spezialisierte Angebot war 2022 gestartet. Menschen unter 25 Jahren konnten beim Anruf bei der 988 Lifeline die Taste 3 drücken, „PRIDE“ per SMS schicken oder einen Online-Chat nutzen. Auf diesem Weg erreichten sie speziell geschulte Krisenberater für LGBTIQ+-Jugendliche. The Trevor Project betrieb das Pilotprojekt zunächst allein. Später wurde das Angebot auf sieben Zentren ausgeweitet. Nach Angaben der Organisation bearbeitete The Trevor Project im Jahr 2024 mehr als 231.000 Krisenkontakte und damit nahezu 50 Prozent des gesamten Kontaktaufkommens des Netzwerks. Das gesamte 988-Angebot verzeichnete rund 1,6 Millionen Kontakte, bevor die Trump-Regierung den spezialisierten Dienst im Juli 2025 einstellte. Die zuständige Behörde SAMHSA hatte damals erklärt, LGBTIQ+-Anrufer nicht länger in einem spezialisierten Netzwerk „isolieren“ zu wollen. Stattdessen sollten alle Menschen über das allgemeine 988-System betreut werden. 

US-Kongress bestärkt Projekt

Der US-Kongress intervenierte daraufhin und verpflichtete die Regierung schlussendlich, 33,1 Millionen US-Dollar für spezialisierte Angebote für LGBTIQ+-Jugendliche bereitzustellen. Die geplante Rückkehr des Dienstes steht allerdings im Zusammenhang mit der politischen Auseinandersetzung um die Anerkennung von trans* Menschen in den USA. Christopher Carroll, Principal Deputy Assistant Secretary bei SAMHSA, teilte mit, die Behörde prüfe, wie die Vorgabe des Kongresses umgesetzt werden könne, während gleichzeitig die Executive Order von Trump eingehalten werde. Diese Verfügung legt fest, dass die Bundesregierung nur zwei Geschlechter anerkennt. Behörden sollen die Geschlechtsidentität nicht auf Formularen abfragen. Außerdem sollen Bundesmittel nicht dazu verwendet werden, „Gender-Ideologie zu fördern“.

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