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Schwimmstar Alex Kostich
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Schwimmstar Alex Kostich Mit 56 Jahren zurück zu sich selbst

ms - 13.08.2026 - 14:00 Uhr
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Alex Kostich hat am Lake Tahoe erneut für eine außergewöhnliche Schwimmleistung gesorgt. Der 56 Jahre alte ehemalige Stanford-Spitzensportler und langjährige US-Nationalmannschaftsschwimmer absolvierte kürzlich den zweiten von drei Marathon-Schwimmwettbewerben auf dem See. Dabei gelang ihm eine historische Bestmarke: Er war der erste Mensch, der den Lake Tahoe in weniger als vier Stunden durchschwamm.

Das Wichtigste im Überblick

  • Alex Kostich hat mit 56 Jahren erneut einen Rekord im Lake Tahoe aufgestellt.
  • Als erster Mensch durchschwamm er den See in weniger als vier Stunden.
  • Seine Zeit betrug 3 Stunden, 48 Minuten und 51 Sekunden.
  • Für den langjährigen schwulen Spitzenschwimmer ist der Erfolg auch Teil eines persönlichen Neuanfangs.
  • Nach dem Ende seiner 26-jährigen Ehe will Kostich seine eigene Identität neu entdecken.
  • Unterstützung aus der LGBTIQ+-Community habe ihm dabei besonders viel bedeutet.

Bestmarke für Rekordmeister

„Ich hatte beim ersten Mal eine so positive Erfahrung, dass ich wirklich einfach zurückkommen und die Magie noch einmal erleben wollte“, sagt Kostich nach dem Erreichen seines neuen Rekords. Kostich gehört seit Jahrzehnten zur internationalen Elite des Freiwasserschwimmens. Als Mitglied des US-Teams gewann er drei Goldmedaillen bei den Panamerikanischen Spielen. Danach setzte er seine sportlichen Aktivitäten weltweit fort. Dazu gehörten eine bislang beispiellose Umrundung der abgelegenen Pitcairninseln, ein Rennen rund um Waikiki sowie Begegnungen mit Walen in der Karibik.

Mit Madonna ins Wasser

Freiwasserschwimmen gilt als besonders fordernde Disziplin. Athleten müssen sich unter anderem mit starken Strömungen, niedrigen Wassertemperaturen und völliger Dunkelheit auseinandersetzen. Für seinen Rekordversuch im Lake Tahoe stieg Kostich um 4.30 Uhr morgens ins Wasser. Als eine Stunde später die Sonne aufging, hatte er einen Song von Madonna aus „Confessions on a Dance Floor“ im Kopf: „Danceteria“. Dazu berichtete er: „Nicht, dass ich mich mit der Queen vergleichen möchte, aber es war interessant, all diese Parallelen zwischen den Menschen zu erkennen, die in mein Leben kamen und es mir ermöglichten, dort zu sein, wo ich war. Die Sonne ging auf und ich hatte dieses Lied im Kopf. Es war ein transzendenter Moment für mich.“ Kostich beendete seinen Schwimmkurs in der berühmten Emerald Bay des Lake Tahoe.

Neue Phase nach Ehe-Aus 

Der sportliche Erfolg hat für Kostich allerdings eine Bedeutung, die über den Rekord hinausgeht. Trotz seiner beruflichen und sportlichen Erfolge sah er sich lange vor allem als Teil einer Einheit mit seinem Ehemann. Die 26 Jahre dauernde Ehe zerbrach im vergangenen Januar, als sein Ehemann ihn ohne Vorwarnung verließ. Kostich absolvierte daraufhin seinen ersten Schwimmwettbewerb im Lake Tahoe auch mit dem Ziel, sich selbst zu beweisen, dass er eine außergewöhnliche Leistung allein schaffen kann.

Der erneute Sprung ins Wasser sollte nun seine eigene Identität stärken. „Ich bin mehr als das, was meine Ehe war“, sagt er. „Ich war gezwungen, mich selbst als eigenständige Person im Spiegel zu sehen. Ich bin wertvoll, ich bin fähig, Dinge ohne die Unterstützung meines Ehemanns zu erreichen. Es war eine bittere Pille, die ich schlucken musste, etwas, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich mich damit auseinandersetzen müsste. Aber da stehe ich jetzt.“

Unterstützung aus der Community

Kostich ist auch abseits des Sports ein leidenschaftlicher Reisender. In diesem Jahr besuchte er unter anderem Hawaii, São Tomé und Príncipe, den kleinsten Staat Afrikas, sowie Lissabon und Berlin. Auf Instagram hatte er angekündigt, 2026 werde das Jahr sein, in dem er „ins Unbekannte segelt“, ohne einen Anker in Sicht. Nach acht Monaten des Jahres fällt seine Bilanz positiv aus.

Auch die Reaktionen auf seine persönliche Geschichte haben Kostich nach eigenen Angaben geprägt. Nachdem im vergangenen August über ihn berichtet worden war, habe er eine „Welle der Unterstützung“ erhalten. Die vielen positiven Rückmeldungen hätten ihn dazu bewegt, den Kontakt zu Menschen aus der Community zu suchen. „Es war sehr ermutigend, von Menschen aus der Community und von Menschen zu hören, die von meiner Geschichte wirklich inspiriert waren.“ Kostich verweist zudem auf einen weiteren Song von Madonna, „School“. Darin bittet die Sängerin jemanden, ihr „etwas beizubringen, das sie nicht weiß“. Die Botschaft passe zu seinem eigenen Leben, sagt Kostich. 

Heiratsanträge und Dick Pics 

Er habe weiterhin das Gefühl, dass es noch viel zu erreichen und zu entdecken gebe. „Wenn ich anderen etwas sagen kann – und das mag abgedroschen klingen –, dann, dass es schwieriger ist, als es an der Oberfläche aussieht, an sich selbst zu glauben“, sagt er. „Wenn du in den Spiegel schaust, siehst, wer dir entgegenblickt, und annimmst, wer diese Person ist, dann bist du zu großartigen Dingen fähig.“ Im vergangenen Jahr habe er deutlich gespürt, dass er von der LGBTIQ+-Community angenommen werde. Auch mit Blick auf persönliche Nachrichten nimmt Kostich die Aufmerksamkeit mit Humor. „Es gibt eine schmale Grenze zwischen Heiratsanträgen und Dick Pics“, sagt er, „aber ich glaube, irgendwo dazwischen habe ich einige nette Nachrichten bekommen.“

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