Carlos Gus Leben in Freiheit Startänzer aus England wird zum Vorbild für viele Fans
Der Profitänzer Carlos Gu (33) hat offen über seine Erfahrungen als schwuler Mann in China gesprochen. Der aus der BBC-Erfolgsshow „Strictly Come Dancing“ bekannte Tänzer nimmt derzeit gemeinsam mit seiner Kollegin Amy Dowden an der Channel-4-Sendung „Celebrity Hunted“ teil. Bereits zuvor hatte der 2022 nach Großbritannien gezogene Künstler erzählt, wie sehr sich sein Leben seit dem Umzug verändert habe.
Das Wichtigste im Überblick
- „Strictly Come Dancing“-Star Carlos Gu spricht über die schwierige Situation als schwuler Mann in China.
- Der Tänzer sagt, erst nach seinem Umzug nach Großbritannien habe er „sein wahres Ich“ gefunden.
- Seine Mutter habe sein Coming-Out zunächst schwer verarbeitet, ihn beim Neustart in Großbritannien aber voll unterstützt.
- In China ist Homosexualität zwar legal, gleichgeschlechtliche Ehen sind jedoch weiterhin verboten und LGBTIQ+-Menschen genießen kaum rechtlichen Schutz.
- Für die kommende „Strictly“-Staffel wünscht sich Gu erstmals einen männlichen Tanzpartner, um jungen LGBTIQ+-Menschen Mut zu machen.
Mutter unterstützte den Neuanfang
Öffentlich über seine sexuelle Orientierung sprach Gu erstmals in der ITV-Sendung „Lorraine“. Rückblickend erklärte er, dass er in Großbritannien ein neues Leben begonnen habe. „Ich bin in dieses Land gezogen. Ich habe ein anderes Leben. In diesem Land finde ich mein wahres Ich.“ Über seine Erfahrungen in China sagte der Tänzer: „Als schwuler Mensch in China ist es wirklich schwer, darüber zu sprechen. Im Fernsehen oder in der Öffentlichkeit kann man kein Wort darüber sagen.“ Auch über das Verhältnis zu seiner Mutter sprach Gu offen.
Sie habe ihn allein großgezogen und sein Coming-Out zunächst nur schwer verarbeiten können. „Ich glaube, als ich mich meiner Mutter gegenüber geoutet habe ... sie ist eine alleinerziehende Mutter, die mich großgezogen hat. Das war schwer für sie“, sagte er. Gleichzeitig betonte Gu, wie dankbar er für ihre Unterstützung sei: „Ich habe großes Glück mit ihr, sie ist sehr offen. Als ich ihr sagte, dass ich nach Großbritannien ziehen und den Job bei ,Strictly‘ annehmen möchte, hat sie mich zu 100 Prozent unterstützt, weil sie wusste, dass ich dort glücklicher sein würde.“
Homosexualität ist in China seit 1997 legal. Gleichgeschlechtliche Ehen sind jedoch weiterhin nicht erlaubt. Zudem gibt es für LGBTIQ+-Menschen kaum gesetzliche Schutzmechanismen. Seit 2017 können gleichgeschlechtliche Paare zwar eine sogenannte Vormundschaftsvereinbarung beantragen, die ihnen unter anderem bestimmte Rechte bei Vermögen und Erbschaften einräumt. Eine gemeinsame Adoption bleibt ihnen jedoch verwehrt. Trans* Menschen dürfen ihren Geschlechtseintrag erst nach einer geschlechtsangleichenden Operation ändern.
Gleichgeschlechtliches Tanzpaar
Im Herbst wird Carlos Gu erneut bei „Strictly Come Dancing“ auf dem Parkett stehen. Für die kommende Staffel hat der Profitänzer bereits einen besonderen Wunsch geäußert: Er würde gern erstmals mit einem männlichen Prominenten tanzen. Gu erklärte, ein solches Tanzpaar könne vor allem jungen LGBTIQ+-Menschen asiatischer Herkunft Mut machen. „Für einen kleinen asiatischen Jungen zu Hause – oder für alle, die zusehen – zu sehen, wie zwei Männer zusammen tanzen: Das ist sexy.“ Erst im vergangenen Monat sorgte Gu zudem bei „Asian Pride UK“ mit einer aufwendigen Drag-Transformation für Aufmerksamkeit. Mit einer hohen Bienenkorb-Perücke und glamourösem Styling setzte der Tänzer ein sichtbares Zeichen für Vielfalt und queere Sichtbarkeit.