Schauspieler und Sänger Billy Porter (57) hat Menschen nach einer HIV-Diagnose Mut zugesprochen und zugleich vor der weiterhin bestehenden Stigmatisierung gewarnt. Porter lebt selbst mit HIV. Seine Diagnose erhielt er bereits 2007, öffentlich darüber sprach er jedoch erst 2021.
Das Wichtigste im Überblick
- Billy Porter erhielt 2007 seine HIV-Diagnose, machte sie aber erst 2021 öffentlich.
- Scham und die Angst vor Stigmatisierung hielten ihn lange davon ab, darüber zu sprechen.
- Menschen nach einer HIV-Diagnose sagt Porter: „Du bist genug, genau so, wie du bist.“
- Porter sieht mangelnde Aufklärung und Stigmatisierung weiterhin als große Probleme.
- Schwule und bisexuelle Männer sind in den USA überproportional von HIV betroffen.
- Porter will sich weiterhin öffentlich gegen Stigmatisierung und für HIV-Aufklärung einsetzen.
Erst Scham, dann Hoffnung
Lange habe ihn die Scham davon abgehalten. Besonders schwer sei es ihm gefallen, seiner inzwischen verstorbenen Mutter von der Diagnose zu erzählen. Nach seinem Erfolg in der Serie „Pose“, in der er den HIV-positiven Pray Tell spielte, und während der Arbeit an seinen Memoiren, entschied sich Porter schließlich für den Schritt an die Öffentlichkeit. Heute richtet er eine klare Botschaft an Menschen, die eine HIV-Diagnose erhalten. „Du bist genug, genau so, wie du bist“, sagte Porter gegenüber Future Personal Health. „Ganz gleich, welche Diagnose du im Leben bekommst, du bist genug. Punkt. Und ich muss mich selbst jeden Tag daran erinnern. Es ist nicht einfach – man muss sich einfach für Hoffnung entscheiden. Wir entscheiden uns für all diese Dinge, die notwendig sind, damit es im Leben weitergeht und wir vorankommen.“
Stigmatisierung bleibt bestehen
Die Behandlung von HIV hat sich in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verbessert. Medikamente können die Viruslast so weit reduzieren, dass HIV nicht mehr nachweisbar ist. Menschen mit dauerhaft nicht nachweisbarer Viruslast können das Virus sexuell nicht übertragen und haben eine nahezu normale Lebenserwartung. Das gesellschaftliche Stigma ist nach Porters Einschätzung jedoch längst nicht überwunden. „Das größte Hindernis ist nach wie vor das Stigma, der Mangel an Aufklärung. Diese typisch amerikanische Art zu sagen: ‚Wir tun einfach so, als wäre das nicht passiert, und dann wird es schon verschwinden.‘ Es verschwindet nicht. Es schwelt weiter und kommt schlimmer zurück als je zuvor.“ Porter kritisierte zudem aktuelle Kürzungen bei der Finanzierung: „Wegen dieser politischen Entscheidungen sind bereits Menschen gestorben. Es gibt keine Worte, um zu beschreiben, was gerade passiert. Wir wissen es besser, und trotzdem entscheiden wir uns weiterhin dagegen, die beste Version unserer selbst zu sein.“
Schwule Männer besonders betroffen
Anlässlich des National Gay Men’s HIV/AIDS Awareness Day 2026 rückte erneut die überproportionale Betroffenheit schwuler und bisexueller Männer in den USA in den Mittelpunkt. 2023 wurden 25.909 neue HIV-Diagnosen auf sexuelle Kontakte zwischen Männern zurückgeführt. Das entsprach 67 Prozent aller neuen HIV-Diagnosen in den USA. Schwule und bisexuelle Männer stellen zudem 75 Prozent aller Männer, die dort mit HIV leben. Auch Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen bleiben bestehen. Zwischen 2008 und 2023 gingen die neuen Diagnosen bei weißen schwulen Männern um 34 Prozent zurück, bei schwarzen schwulen Männern lediglich um fünf Prozent. Bei hispanischen Männern, die Sex mit Männern haben, stiegen sie dagegen um 52 Prozent.
Porter will deshalb weiter öffentlich über HIV sprechen. „Schweigen bedeutet Tod“, sagte er. „Das war der Slogan von ACT UP. Ich werde zu nichts davon jemals schweigen – weder zu HIV noch zu irgendetwas anderem. Das entspricht nicht meiner Art. Ich verstehe nicht, wie man nicht präsent sein kann. Ich verstehe nicht, wie man sich nicht in die Welt und in den Kampf einbringen kann.“ Porter ist als Nächstes in „Die Tribute von Panem L. – Der Tag bricht an“ zu sehen.