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Besonderes "Liebespaar"
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Besonderes "Liebespaar" Gewinner der Grachten-Pride-Parade in Amsterdam ausgezeichnet

ms - 04.08.2026 - 13:00 Uhr
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Nach der diesjährigen Canal Parade durch die Amsterdamer Grachten sind die herausragendsten Teilnehmer der Veranstaltung jetzt ausgezeichnet worden. Eine Jury vergab Preise in vier Kategorien und würdigte Boote, die besonders kreativ, wirkungsvoll und passend zum Motto „Unity“ (Einheit) gestaltet waren. Favorit wurde dabei ein sehr besonderes schwules Liebespaar. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Bei den Canal Parade Awards in Amsterdam wurden die herausragendsten Beiträge der diesjährigen Grachtenparade ausgezeichnet.
  • Eine Jury unter Leitung von Cornald Maas vergab Preise in vier Kategorien.
  • „The Kissing Couple“ gewann die Auszeichnung für die beste Darstellung des Mottos „Unity“.
  • Russlands Präsident Putin dürfte angesichts erneuter Satire auf seine Kosten nicht amüsiert sein. 
  • Das „Boekenboot“ erhielt den Preis für die beste Botschaft und setzte ein Zeichen für die Bedeutung queerer Literatur.
  • Insgesamt nahmen 80 Boote an der Parade teil.

Boote mit starken Botschaften

Die Bewertung der insgesamt 80 teilnehmenden Boote übernahm eine Jury unter Leitung des Medienexperten Cornald Maas. Zu den weiteren Mitgliedern gehörten die ehemalige Polizistin und Fernsehmoderatorin Ellie Lust, die frühere Staatssekretärin für Kultur und Medien Gunay Uslu, Schauspieler Raymi Sambo sowie Veranstaltungsexperte Frank van Leeuwen. Die offiziellen Auszeichnungen werden während der Abschlussveranstaltungen der Pride Amsterdam verliehen. Damit sollen noch einmal die zentralen Botschaften der Parade – Protest, Gemeinschaft und Freude – gewürdigt werden.

„The Kissing Couple“ überzeugt 

In der Kategorie „Beste Darstellung des Mottos Unity“ ging der erste Platz an „The Kissing Couple“. Die Jury lobte die moderne und inklusive Interpretation eines klassischen niederländischen Symbols. Den zweiten Platz belegte die farbenfrohe Tutu Crew mit ihrem Beitrag. Auf Rang drei landete das konzeptionell ausgerichtete Projekt Stichting 3 Layers. In der Kategorie „Beste Botschaft/Kampagne“ erhielt das „Boekenboot“ („Bücherboot“) den ersten Preis. Die Jury würdigte damit die starke Botschaft zur Bedeutung queerer Literatur. Die Auszeichnung erfolgte in einem Jahr, das von Diskussionen über Zensur geprägt war. Der zweite Platz ging an die Regenboog Groep, die insbesondere für ihre soziale Unterstützungsarbeit bekannt ist. Den dritten Rang belegte die kreativ gestaltete YARRR Party.

Putin not amused 

Für den russischen Präsidenten Wladimir Putin dürfte die erneute satirische Darstellung seiner Person indes wenig Anlass zur Freude bieten. Die öffentliche Inszenierung als überzeichnete Figur gehört seit Jahren zum festen Bestandteil vieler Pride- und Protestveranstaltungen. Putin könnte gegen eine solche Darstellung erneut juristisch vorgehen wollen – in Deutschland hatte etwa der Künstler Jacques Tilly wiederholt mit politischen Karikaturwagen für viel Aufmerksamkeit gesorgt und sich auch juristischen Auseinandersetzungen ausgesetzt gesehen. 

Schlussendlich war der Düsseldorfer Wagenbauer in Abwesenheit in Moskau zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Auch eine Berufung blieb erfolglos, Russland kannte hier keinen Spaß. Tilly selbst hatte es, ähnlich wie es die Niederländer wahrscheinlich tun würden, mit viel Humor gesehen. Unmittelbare Auswirkungen auf seinen Alltag hat das Urteil nicht. Dennoch ergeben sich für den Satiriker Einschränkungen bei Auslandsreisen mit Blick auf all jene Staaten, die „gesuchte Straftäter“ nach Russland überführen. 

Kreativität und Gestaltung

Für das beste Design und die beste Umsetzung wurde in Amsterdam dann das Boot „We are Family“ mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Die Jury hob dabei die herausragende Ästhetik und Konstruktion des Beitrags hervor. Den zweiten Platz in dieser Kategorie erreichte das Team von Tess van Zwoll / Outloud. Der dritte Platz ging an das gemeinsame Projekt von GGD / OLVG / UMC. Auch in der Kategorie „Beste Unternehmensbotschaft“ wurden Beiträge ausgezeichnet. Den ersten Platz erhielt der Telekommunikationskonzern KPN für seine Botschaft. Der gemeinsame Beitrag von Trans Pride und RABO Bank belegte den zweiten Platz. Auf Rang drei kam ARBO. Die Preisvergabe bildet den Abschluss einer Veranstaltung, die jedes Jahr Botschaften von Sichtbarkeit, Vielfalt und gesellschaftlichem Zusammenhalt miteinander verbindet.

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