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Hormone fürs US-Militär
Foto: iStock / Vitalij Sova
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Hormone fürs US-Militär Mehr Testosteron, weniger Erektionen

ms - 16.07.2026 - 15:30 Uhr
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Während sexfreudige schwule Jungs in einigen konservativen Kreisen der USA regelmäßig noch immer als Bedrohung für die „echte Männlichkeit“ dargestellt werden, setzt die Regierung von Präsident Donald Trump nun auf ein anderes Symbol maskuliner Stärke: Testosteron. Frei nach dem Motto „High T statt Diversity“ sollen Soldaten künftig ihre Hormonwerte überprüfen lassen – und bei Bedarf nachhelfen.

Das Wichtigste im Überblick

  • US-Soldaten sollen künftig regelmäßig auf Testosteronmangel untersucht werden.
  • Verteidigungsminister Pete Hegseth wirbt für Testosteronersatz zur „maximalen psychologischen und mentalen Einsatzbereitschaft“.
  • Die Therapie soll freiwillig bleiben, wird von der Regierung aber ausdrücklich empfohlen.
  • Kritiker sehen darin eine ideologisch aufgeladene Inszenierung von Männlichkeit.
  • Gleichzeitig steigt die Anzahl von Erektionshilfen im US-Militär massiv an. 

High-T als männliches Wundermittel 

Die US-Regierung will Militärangehörige künftig auf Testosteronmangel testen lassen. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte in einem Video in den sozialen Medien, dies sei notwendig, damit die Truppen „ihr absolut Bestes leisten“ könnten. Die Bestimmung der Hormonwerte soll im Rahmen der Gesundheitsuntersuchungen für Soldaten über 30 Jahre erfolgen. Jüngere Militärangehörige können sich freiwillig testen lassen. Hegseth betonte, Soldaten müssten stark, widerstandsfähig und einsatzfähig bleiben. Gleichzeitig versicherte er, die Maßnahme habe nichts mit künstlicher Leistungssteigerung zu tun – was manche Beobachter an den alten Fitnessstudio-Spruch erinnert: „Ich nehme nichts, ich optimiere nur.“

Seit dieser Woche werden Männer in den Streitkräften deswegen nun dazu ermutigt, eine Testosteronersatztherapie zu nutzen, um eine „maximale psychologische und mentale Einsatzbereitschaft“ zu erreichen. Hegseth bezeichnete das Programm in den sozialen Medien als „The High-T Department of War“ („Ministerium des Krieges mit hohem Testosteron“). „Wie wir wissen, ist das moderne Schlachtfeld brutal und unerbittlich. Es verlangt und erfordert maximale psychologische und mentale Einsatzbereitschaft“, so Hegseth weiter.

Mehr Männlichkeit, weniger Erektionen 

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie kann ein Testosteronmangel unter anderem Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, sexuelle Unlust, Gewichtszunahme, Muskelschwäche oder depressive Verstimmungen verursachen. In den vergangenen Jahren waren allerdings gerade Angehörige der US-Spezialeinheiten wegen der Einnahme von Testosteron und ähnlichen leistungssteigernden Substanzen in die Kritik geraten. Bis vor Kurzem empfahl die US-Arzneimittelbehörde FDA Testosteronpräparate deswegen auch ausschließlich Männern mit eindeutig nachgewiesenen Störungen der körpereigenen Testosteronproduktion.

Die Fixierung konservativer Kreise auf Testosteron und traditionelle Männlichkeit ist nicht neu, hat sich in der zweiten Amtszeit Trumps jedoch weiter verstärkt. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. sprach öffentlich über seine eigene Einnahme von Testosteron. Zwar betonte Hegseth, die Einnahme von Testosteron sei freiwillig. Seine Aussagen zur „maximalen psychologischen Einsatzbereitschaft“ vermitteln jedoch den Eindruck, dass die Behandlung ausdrücklich erwünscht ist. Kritiker sehen darin weniger eine medizinische Maßnahme als vielmehr ein politisches Signal: Männlichkeit soll demonstriert werden – möglichst in Höchstwerten. Vielleicht ist „echte Manneskraft“ aber gerade ein besonderes Problem unter US-Soldaten, denn erst vor wenigen Tagen wurde auch bekannt, dass der Bedarf an Erektionshilfen in Form von kleinen blauen Pillen höher denn je ist unter den amerikanischen Streitkräften. Sagen wir so: An den schwulen Jungs kann es nicht liegen. 

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