Direkt zum Inhalt

Neue Kritik an US-Politik Schlechte Lebensbedingungen und Anti-LGBTIQ+ gehen Hand in Hand

Von ms - 16.07.2026 - 11:30 Uhr
Neue Kritik an US-Politik
Foto: iStock / chapin31
ANZEIGE
Loading audio player...

Eine neue Auswertung des US-Senders CNBC zu den zehn schlechtesten Orten zum Leben in den Vereinigten Staaten sorgt für Diskussionen. Nach Darstellung des Berichts weisen viele der dort aufgeführten Bundesstaaten nicht nur Probleme bei Lebenshaltungskosten, Gesundheitsversorgung und sozialen Rahmenbedingungen auf, sondern haben zugleich zahlreiche Gesetze verabschiedet, die sich gegen trans* Menschen richten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Eine Analyse von CNBC nennt zehn US-Bundesstaaten mit besonders niedriger Lebensqualität.
  • Der Bericht stellt einen Zusammenhang zwischen sozialen Problemen und zahlreichen Gesetzen gegen trans* Menschen her.
  • Besonders kritisiert werden Einschränkungen bei Gesundheitsversorgung, Bildung, Arbeitnehmerrechten und LGBTIQ+-Schutz.
  • Tennessee, Texas und Indiana zählen laut Analyse zu den schlechtesten Bundesstaaten zum Leben.

Lebensbedingungen in US-Bundesstaaten

Die Analyse betrifft ausschließlich republikanisch geprägte Bundesstaaten. Kritiker werfen diesen Staaten vor, politische Maßnahmen gegen trans* Menschen voranzutreiben, während gleichzeitig andere Bereiche der Lebensqualität vernachlässigt würden. Der Bericht setzt sich dabei mit den einzelnen Bundesstaaten konkret auseinander. 

Arkansas belegt Platz zehn der Liste. Der Bundesstaat kämpft mit verbreiteter Ernährungsunsicherheit und hat 14 Gesetze verabschiedet, die trans* Menschen betreffen. Arkansas gehörte 2021 zu den ersten US-Bundesstaaten, die ein Gesetz zur Einschränkung medizinischer Transitionen bei trans* Jugendlichen verabschiedeten. Auf Platz neun folgt Oklahoma. Dort seien reproduktive Rechte weiterhin stark umstritten. Seit 2024 seien zudem 60 Gesetzesvorhaben gegen trans* Menschen eingebracht worden. Beim Thema Arbeitnehmerrechte und Schutzmaßnahmen belegte Oklahoma laut Bericht Rang 40. Zudem wurde ein Gesetz verabschiedet, das es staatlichen Einrichtungen – darunter öffentlichen Schulen – erlaubt, Pride-Flaggen zu verbieten. Der Mindestlohn liegt demnach weiterhin bei 7,25 US-Dollar pro Stunde.

Alabama, Missouri, Utah, Georgia und Louisiana 

Alabama steht auf Platz acht. Dem Bericht zufolge fehlen dort grundlegende Schutzregelungen für Arbeitnehmer und Menschen mit Behinderungen. Zudem würden trans* und intergeschlechtliche Menschen sowie Personen mit sogenannten DSD-Varianten (Differences of Sex Development) politisch nicht ausreichend berücksichtigt. Auch psychische Belastungen seien im Bundesstaat weit verbreitet, während gleichzeitig Fachkräfte für Unterstützung fehlten.

Missouri folgt auf Platz sieben. Während der Zugang zu Waffen weitgehend wenig eingeschränkt sei, gebe es strengere Regeln für bestimmte kulturelle Veranstaltungen. Zudem untersagt ein Gesetz den Einsatz staatlicher Mittel für Programme zu Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI). Ein früherer Gesetzentwurf hätte zudem die gleichgeschlechtliche Ehe im Bundesstaat wieder infrage gestellt. Das FBI bewertete Missouri 2024 als einen der gewalttätigsten Bundesstaaten der USA. Utah landet auf Platz sechs. Wie Oklahoma hält auch dieser Bundesstaat den Mindestlohn bei 7,25 US-Dollar. Kritisiert werden zudem fehlende Unterstützung bei Kinderbetreuung und eine schlechte Luftqualität. Ein neues Gesetz erlaubt Vermietern außerdem, trans* Menschen bei der Suche nach geschlechtsspezifischem Wohnraum zu benachteiligen. Außerdem schützt das Gesetz medizinisches Personal, das Behandlungen aus religiösen Gründen ablehnt.

Georgia gehört zu den fünf schlechtesten Bundesstaaten der Rangliste. Der Bericht kritisiert unter anderem eingeschränkte Möglichkeiten für Arbeitnehmer, sich zu organisieren. Der sogenannte „Riley Gaines Act“ schreibt getrennte Umkleideräume nach „biologischem Geschlecht“ vor und verhindert, dass trans* Frauen an Mädchen-Sport teilnehmen. Louisiana liegt auf Platz vier. Der Bericht verweist unter anderem auf eine Schwächung des Voting Rights Act im Bundesstaat, die insbesondere schwarze Wähler benachteiligt habe. Auch LGBTIQ+-Rechte seien eingeschränkt. Wenn Menschen am Arbeitsplatz absichtlich mit falschem Geschlecht angesprochen würden, gebe es demnach keinen ausreichenden Schutz. Louisiana weist laut Bericht nach Mississippi die zweithöchste Rate tödlicher Schusswaffenfälle in den USA auf.

Die negativen Top-3

Indiana steht auf Platz drei. Der Bericht stellt fest, dass einige besonders weitreichende Anti-Trans-Gesetze zuletzt gescheitert seien. Dennoch könne der Bundesstaat weiterhin dazu führen, dass trans* Frauen in Männergefängnissen untergebracht werden. Texas wird als zweitschlechtester Bundesstaat eingestuft. Der Bundesstaat steht laut Bericht auf einer Anti-Trans-Gesetzeskarte als Staat mit besonders starken Einschränkungen. Gouverneur Greg Abbott habe 2022 Maßnahmen gegen trans* Kinder und Erwachsene begonnen. Auch beim Zugang zur Gesundheitsversorgung schneidet Texas laut Bericht schlecht ab.

Den letzten Platz belegt Tennessee. Dort ist geschlechtsangleichende Versorgung für Minderjährige verboten. Außerdem darf Medicare auch für Erwachsene keine entsprechenden Leistungen übernehmen. Der Bericht nennt zudem Einschränkungen bei Toilettennutzung, eine hohe Zahl an Drogentoten und die Entscheidung des Gouverneurs, den Juni zum „Monat der Kernfamilie“ („Nuclear Family Month“) statt zum Pride Monat zu erklären. Die Analyse weist darauf hin, dass nicht alle genannten Bundesstaaten bei der gesellschaftlichen Akzeptanz von LGBTIQ+-Menschen zu den schlechtesten Regionen gehören. Viele befänden sich jedoch weit oben auf entsprechenden Negativlisten.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazHomosexualität im japanischen Sport: Rui Takahashi macht den ganz mutigen AufschlagtazNeue ZDF-Serie: Das Geisterhaus im SchwarzwaldhessenschauTanzen gegen die Einsamkeit: Ein Ort, an dem sich queere Menschen nicht erklären müssenBerliner MorgenpostDie Sehnsucht im Italien der bleiernen Jahre: „Buch der Träume“Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Frankreich verbietet Dickpics

Hohe Strafen für Penisfotos

Frankreich will ungefragt verschickte Penisfotos unter Strafe stellen. Schon ein einziges Bild könnte künftig 15.000 Euro kosten, auch bei Dating-Apps
Schuluniformen in Pornos

Verbot in Großbritannien gefordert

In England wird über eine Petition debattiert, die Schuluniformen aus Pornofilmen verbannen und damit Jugendliche vor Sexualisierung schützen soll.
Justin Lui zieht Bilanz

Schwuler Olympionike hört auf

Der offen schwule Volleyball-Olympionike Justin Lui beendet seine Nationalmannschaftskarriere und blickt stolz auf sein Coming-Out zurück.
Coming-Out im Wandel

Schwul sein ohne Versteckspiel

Zwischen Angst und Selbstverständlichkeit: Das Coming-Out schwuler Männer hat sich in 30 Jahren grundlegend verändert.
Krise unter US-Jugendlichen

Queere Jugendliche ohne Zuhause

Junge LGBTIQ+-Menschen in den USA sind mehr als doppelt so häufig von Wohnungslosigkeit betroffen. Experten fordern jetzt bessere Hilfen.
Nackt durch Vice City

GTA 6 zeigt nackten Helden

Ein neuer GTA-6-Leak zeigt Hauptfigur Jason völlig nackt in Vice City. Rockstar bestätigt jetzt Nacktszenen für das kommende Spiel.
Heiratsantrag am Leuchtturm

Schwule Volleyballstars sagen Ja

Die schwulen Beachvolleyballer Tim Brewster und Kyle Friend haben sich verlobt. Der Heiratsantrag fand an einem Leuchtturm in Maine statt.
Gen Z altert schneller

Studie zeigt beschleunigtes Altern

Neue Studien deuten darauf hin, dass die queer-affine Gen-Z biologisch schneller altert. Die Hintergründe dafür sind noch nicht final erklärt.
Proteste gegen Harry Potter

Aktion gegen Lichter-Show in London

Aktivisten fordern ein Verbot der Harry-Potter-Weihnachtsbeleuchtung in London. Grund ist die Kritik an J. K. Rowlings Haltung zu trans* Rechten.