Mordfall Etchika Pollex Fahndung endet mit Festnahme, Verdächtiger in Frankreich gefasst
Nach einer internationalen Fahndung haben Ermittler den dringend tatverdächtigen Mann im Fall der getöteten Etchika Pollex in Frankreich gefasst. Der 24-jährige Tschetschene wurde nach Angaben der Wiener Polizei im Raum Nizza lokalisiert und am Mittwochabend von französischen Einsatzkräften festgenommen. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Wien einen Europäischen Haftbefehl erwirkt.
Das Wichtigste im Überblick
- Ein 24-jähriger Tschetschene ist im Raum Nizza festgenommen worden.
- Der Mann gilt als dringend tatverdächtig im Fall der getöteten Etchika Pollex.
- Der 24-Jährige soll zuletzt der Liebhaber der trans* Frau gewesen sein.
- Die Festnahme erfolgte nach einer internationalen Fahndung auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls.
- Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft in Wien dauern an.
- Das Motiv für die Tat ist weiterhin unklar.
Mutmaßlicher Mörder von Pollex
Den Ermittlungen zufolge steht der Mann im Verdacht, die 70-Jährige in ihrer Wiener Wohnung mit zahlreichen Messerstichen getötet zu haben. Die umfangreichen Ermittlungen des Landeskriminalamts Wien hatten den Tatverdacht gegen den 24-Jährigen erhärtet. Nachdem sich Hinweise ergeben hatten, dass er Österreich verlassen hatte, übernahm das österreichische Bundeskriminalamt die internationale Fahndung. Gemeinsam mit dem französischen Fugitive Active Search Team (FAST) gelang schließlich die Lokalisierung und Festnahme des Verdächtigen im Großraum Nizza.
Nach Angaben der Polizei hatte der Mann Österreich bereits wenige Tage nach der Tat verlassen und war nach Frankreich geflüchtet. Die Ermittlungen des Landeskriminalamts Wien und der Staatsanwaltschaft werden fortgesetzt. Der Wiener Landespolizeivizepräsident General Dieter Csefan erklärte: „Dieser rasche polizeiliche Ermittlungserfolg ist das Ergebnis einer hervorragenden und engagierten Zusammenarbeit.“
Junger Mann geriet früh in den Fokus
Etchika Pollex war am 25. Juni von Bekannten tot in ihrer Dachgeschosswohnung im Wiener Bezirk Mariahilf nahe dem Naschmarkt gefunden worden. Die 70-Jährige wies zahlreiche Stich- und Schnittverletzungen auf. Bereits kurz nach Bekanntwerden der Tat geriet ihr deutlich jüngerer Mitbewohner in den Fokus der Ermittlungen, nach Angaben der Bild-Zeitung soll der junge Mann zuletzt auch ihr Liebhaber gewesen sein. Die Hintergründe des Verbrechens sind weiterhin ungeklärt. Das Landeskriminalamt Wien ermittelt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft, was sich in der Wohnung abgespielt hat. Auch zum möglichen Motiv machten die Behörden bislang keine Angaben.
Letzte Botschaft kurz vor ihrem Tod
Wenige Zeit vor ihrem Tod hatte Pollex ihre neue Beziehung mit dem mutmaßlichen Täter öffentlich thematisiert. In einem Video auf TikTok sprach die 70-Jährige von einer „wunderschönen Wendung“ in ihrem Leben. Zugleich erwähnte sie Schwierigkeiten, die ihren Partner beträfen. Dennoch zeigte sie sich überzeugt: „Unsere Liebe ist wunderbar.“ Es war der letzte Beitrag, den sie auf der Plattform veröffentlichte.
Pollex wurde in der ehemaligen DDR geboren und arbeitete unter anderem in Deutschland als Box-Promoter. Im Alter von 60 Jahren entschied sie sich für eine geschlechtsangleichende Operation und zog anschließend nach Wien. Dort engagierte sie sich als Autorin und setzte sich öffentlich für die Anerkennung und Sichtbarkeit von trans* Menschen ein. Auch in den sozialen Medien war sie sehr bekannt.