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Adam Lambert und schwule Jungs Toxische Männlichkeit und fehlende Individualität

Von ms - 26.06.2026 - 14:00 Uhr
Adam Lambert und schwule Jungs
Foto: IMAGO / Newscom / AdMedia
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Sänger Adam Lambert (44) hat sich kritisch über Männlichkeitsbilder innerhalb der schwulen Community geäußert. In einem Interview sprach der Musiker über gesellschaftliche Erwartungen an Männer und den Druck, sich bestimmten Rollenbildern anzupassen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Adam Lambert kritisiert toxische Männlichkeit innerhalb der schwulen Community.
  • Der Sänger sieht gesellschaftliche Erwartungen an Männer als Ursache für Scham und Anpassungsdruck.
  • Er ruft zu mehr Individualität und Authentizität auf.
  • Lambert spricht auch über Bezeichnungen wie „Twink“, „Bear“, „Queen“ und „King“.

Kritik an gesellschaftlichem Druck

Dabei ging Lambert zunächst auf verschiedene Bezeichnungen ein, mit denen schwule Männer häufig beschrieben werden. „Ich war früher tatsächlich einmal ein Twink“, sagte er. „Davon bin ich heute weit entfernt. Ich habe inzwischen eher einen Dad Bod. Ich bin jetzt ein Daddy.“ Er ergänzte, früher auch als „Bear“ und häufig als „Queen“ bezeichnet worden zu sein. Inzwischen höre er jedoch öfter die Bezeichnung „King“, was ihn wegen der damit verbundenen Vorstellung von Männlichkeit überrascht habe. „Aber allein vom Alter her bin ich eben ein Daddy.“ Im Mittelpunkt seiner Aussagen stand jedoch die aus seiner Sicht weit verbreitete toxische Männlichkeit – auch innerhalb der queeren Community.

„Wir kämpfen ohnehin schon mit unserer eigenen Scham darüber, wer wir sind – besonders schwule Männer. Ich glaube, dass schwule Männer es schwerer haben als lesbische Frauen, und das liegt an der toxischen Männlichkeit. Die Gesellschaft erwartet von Männern, dass sie sich auf eine bestimmte Weise verhalten und auf eine bestimmte Weise aussehen. Wenn man das nicht tut, ist man angeblich kein richtiger Mann oder nicht männlich genug. Die Menschen haben so große Angst“, so der 44-Jährige. 

Wunsch nach mehr Individualität

Lambert äußerte außerdem die Sorge, dass viele schwule Männer sich aus Angst vor Ablehnung zu stark aneinander orientierten und ihre Individualität verloren gehe. „Ich habe neulich ein Bild gesehen und dachte nur: 'Meine Güte, sie sehen alle gleich aus.' Das macht mir ehrlich gesagt ein bisschen Angst. Ich frage mich: Möchte denn niemand anders aussehen? Möchte niemand etwas ausdrücken, das einzigartig ist, das wirklich zu ihm gehört und ihn von allen anderen unterscheidet? Die Menschen wollen nicht auffallen. Sie wollen nicht seltsam wirken. Ist das nicht irgendwie langweilig?“

Mit Blick auf die zunehmenden politischen Angriffe gegen LGBTIQ+-Menschen rief Lambert dazu auf, sich dennoch nicht entmutigen zu lassen. „Es ist beängstigend und frustrierend, aber es wird vorübergehen. Alles, was nicht dem Bild eines maskulinen Mannes entspricht, ist mit so viel Scham belegt, dass sich viele Männer diesem Ideal anpassen, um Anerkennung zu bekommen oder als begehrenswert zu gelten.“ Lamberts neues Album „ADAM“ erscheint am 9. Juli auf allen Streaming-Plattformen.

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