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Anti-LGBTIQ+-Gesetze weltweit Mehrheit jener Länder ist inzwischen muslimisch geprägt

Von ms - 23.06.2026 - 14:30 Uhr
Anti-LGBTIQ+-Gesetze weltweit
Foto: iStock / djedzura
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Die queere Organisation 76crimes hat zusammen mit dem Middle East Forum Daten einer neuer Studie veröffentlicht, demnach aktuell in 66 Staaten weltweit Gesetze existieren, die gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen kriminalisieren. Mehr als die Hälfte dieser Länder (36 Staaten) haben demnach eine muslimische Bevölkerungsmehrheit, was rund 55 Prozent entspricht. 26 Staaten mit christlicher Mehrheitsbevölkerung machen etwa 39 Prozent aus.

Das Wichtigste im Überblick

  • 66 Länder weltweit kriminalisieren gleichgeschlechtliche Beziehungen
  • 55 Prozent davon haben muslimische Bevölkerungsmehrheiten, 39 Prozent christliche
  • Zahl christlich geprägter Staaten mit solchen Gesetzen ist zuletzt gesunken
  • In mehreren Ländern wurden entsprechende Gesetze durch Gerichte oder Parlamente aufgehoben
  • In einigen muslimisch geprägten Staaten wurden zuletzt neue Anti-LGBTIQ+-Regelungen eingeführt

Im Vergleich zu einer früheren Auswertung vor zwei Jahren hat sich das Verhältnis verschoben. Damals lag der Anteil muslimisch geprägter Staaten bei 50 Prozent, während christlich geprägte Länder 44 Prozent ausmachten. Der Anteil der christlich geprägten Staaten mit entsprechenden Gesetzen ist seither gesunken. Als Grund für diesen Rückgang werden in der Übersicht mehrere Entwicklungen genannt. Dazu zählen unter anderem gerichtliche Entscheidungen in verschiedenen Staaten, die entsprechende Strafnormen aufgehoben haben. Genannt werden etwa Dominica (2024), St. Lucia (2025), Namibia (2024), Mauritius (2023) sowie Barbados, St. Kitts und Nevis und Antigua und Barbuda (2022). 

Bereits 2016 hatte Belize entsprechende Regelungen aufgehoben. Auch gesetzgeberische Schritte führten in mehreren Ländern zur Abschaffung solcher Normen, darunter Niue (2024), die Cookinseln (2023), Singapur (2022), Angola und Botswana (2019) sowie die Seychellen und Nauru (2016). Mosambik, São Tomé und Príncipe sowie Palau folgten 2014. In Trinidad wurde ein entsprechendes Gesetz 2018 zunächst durch ein Gericht aufgehoben, diese Entscheidung wurde jedoch 2025 durch ein Berufungsgericht wieder rückgängig gemacht. Ähnliche Entwicklungen gab es auch in Ländern mit anderen religiösen Mehrheiten, etwa in Mauritius (hinduistische Mehrheit, 2023), Bhutan (buddhistische Mehrheit, 2021) und Indien (hinduistische Mehrheit, 2018).

Homosexualität bleibt vielerorts „Sünde“

Keine mehrheitlich muslimische Nation hat allerdings laut der Studie in jüngerer Zeit entsprechende Gesetze abgeschafft. Gleichzeitig hätten muslimisch geprägte Staaten wie Burkina Faso, Mali und Niger in den vergangenen zwei Jahren neue Strafbestimmungen gegen Schwule, Lesben und mitunter auch queere Personen eingeführt. Als mögliche Erklärungsansätze werden unter anderem historische Spannungen zwischen afrikanischen Staaten und ehemaligen Kolonialmächten sowie religiöse und gesellschaftliche Einstellungen genannt. In einem zitierten Beitrag des Middle East Forum heißt es unter anderem: „Homosexualität ist eine Sünde, die nach dem Koran, dem Hadith und dem islamischen Gesetz mit dem Tod bestraft wird.“

Weiter wird dort ausgeführt: „In vielen islamischen Gesellschaften ist eine solche Haltung zur Homosexualität eindeutig: Es ist eine große Sünde ohne Raum für Neuinterpretation. Der Australian National Imams Council, der über 200 Imame in einem Land vertritt, das stolz auf seinen Liberalismus ist, behauptet, dass Homosexualität eine verbotene Handlung ist und jeder, der daran teilnimmt, ist ein ungehorsamer Diener Gottes. Ihre Ansicht repräsentiert eher die Regel als die Ausnahme unter islamischen Gelehrten und Institutionen.“ Abschließend wird in der Studie darauf hingewiesen, dass alternative theologische Interpretationen zwar existieren, jedoch innerhalb der muslimischen Gemeinschaft eine Minderheitenposition darstellen.

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