Neue Debatte über Nmecha DFB-Präsident Neuendorf widerspricht homophoben Gerüchten
In der immer wieder aufgeheizten Debatte um die öffentliche Ausübung seines Glaubens geht der DFB nach Darstellung seines Präsidenten nicht davon aus, dass Nationalspieler Felix Nmecha homophobe oder transfeindliche Positionen vertritt.
Das Wichtigste im Überblick
- DFB-Präsident Bernd Neuendorf äußert sich zu Vorwürfen gegen Felix Nmecha
- Keine Hinweise auf Homophobie oder Transfeindlichkeit aus Sicht des DFB
- Diskussionen nach Social-Media-Beiträgen und Fan-Kritik
- Nmecha fiel wiederholt durch öffentlich gelebten christlichen Glauben auf
- Gebetskreis nach WM-Spiel sorgte für Aufmerksamkeit
- Nmecha ist bekennender Christ und Mitglied des internationalen Fußballspielernetzwerks „Ballers in God“
DFB sieht keine Probleme
Bernd Neuendorf sagte in einem Interview mit RTL: „Wir haben seinerzeit diese Berichterstattung im DFB auch verfolgt, wir haben seine Einlassungen dazu gehört. Er hat das zurechtgerückt, auch sich klar positioniert und distanziert von solchen Vorwürfen der Homophobie.“ Neuendorf betonte zudem seine persönliche Einschätzung und bekräftigte, dass der deutsch-englische Mittelfeldspieler nicht schwulenfeindlich sei: „Ja, das würde ich schon so sagen. So wie ich ihn kenne oder erlebe, das sehe ich so.“ Nmecha ist seit Juli 2023 bei Borussia Dortmund unter Vertrag und gehört zum Kader der Nationalspieler bei der Fußballweltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko.
Kritische Statements und Gebetskreis
In der Vergangenheit hatten Beiträge in sozialen Netzwerken von Felix Nmecha immer wieder für Diskussionen gesorgt, auch innerhalb der queeren Community. Einmal hatte er online Kritik an der Pride-Bewegung geübt, ein anderes Mal transkritische Statements des konservativen US-amerikanischen Autors und Kolumnisten Matt Walsh geteilt – später entschuldigte sich der 25-jährige Profifußballer dafür. Auch Anhänger von Borussia Dortmund äußerten 2023 Kritik an seiner Verpflichtung, da Inhalte teilweise als queerfeindlich interpretiert wurden. Der Spieler wies diese Vorwürfe stets zurück und stellte klar, weder homophob noch transphob zu sein.
Nach dem 7:1-Auftaktsieg bei der WM gegen Curaçao vor einer guten Woche kam es zu einer viel beachteten Szene: Felix Nmecha, Jonathan Tah und weitere Spieler bildeten auf Initiative Nmechas einen Gebetskreis auf dem Spielfeld. Der Mittelfeldspieler äußerte sich später auf Instagram mit den Worten: „Thank you Jesus!“. Sein öffentlich gelebter christlicher Glaube ist wiederholt Thema in der Öffentlichkeit und beheizte jetzt abermals die Debatte um seine vermeintliche Abneigung gegenüber queeren Menschen.
Einordnung des DFB
Bernd Neuendorf ordnete das Verhalten als Ausdruck persönlicher Religiosität ein. Er sagte: „Ich glaube auch, was hier stattfindet, sozusagen das Bekenntnis zu Gott, dieser Glaube, den er hier verkörpert und zum Ausdruck bringt – übrigens ja auch mit anderen Spielern zusammen, aus anderen Mannschaften, aber auch mit Jonathan Tah zusammen – das ist vielleicht in einer säkularisierten Welt für einige Menschen auch etwas ungewöhnlich, dass man das tut.“ Zugleich zeigte er sich überzeugt von der Haltung des Spielers: „Das nehme ich ihm hundertprozentig ab. Er ist wirklich, glaube ich, ein sehr sensibler Mensch und steht für diese christlichen Werte. Das ist ja zunächst mal etwas Positives.“