Amazon stoppt Film Porträt über schwulen OpenAI-Gründer ohne Verleiher
Amazon MGM Studios hat entschieden, den neuen Film „Artificial“ von Regisseur Luca Guadagnino nicht mehr zu veröffentlichen. Das Projekt behandelt die Ereignisse rund um die OpenAI-Krise im November 2023, die zur kurzfristigen Entlassung und späteren Rückkehr des schwulen Gründers Sam Altman an die Unternehmensspitze führte.
Das Wichtigste im Überblick
- Amazon MGM Studios gibt die geplante Veröffentlichung von „Artificial“ auf
- Film von Luca Guadagnino über OpenAI-Krise 2023 mit schwulem Sam Altman
- Entscheidung trotz bereits positiver Testvorführungen
- Kurz zuvor hatte Amazon massiv in OpenAI investiert
- Produktion sucht nun neuen Verleih
Warum zieht sich Amazon zurück?
Über die Entscheidung berichtete zunächst der Newsletter Puck, später bestätigten auch Variety und The Hollywood Reporter die Angaben. Der Schritt erfolgt kurz vor Abschluss der Produktion und obwohl der Film bereits mehrere Testvorführungen mit positiven Rückmeldungen durchlaufen hat. Nur wenige Monate zuvor hatte Amazon noch eine umfangreiche Investition in OpenAI angekündigt. Das lässt Spekulationen entstehen, warum der Streamingdienst sich so überraschend aus dem Projekt zurückgezogen hat.
Der Film basiert auf einem Drehbuch von Simon Rich und wird als dramatische Komödie im Umfeld der Künstlichen Intelligenz beschrieben. The Hollywood Reporter vergleicht das Werk stilistisch mit „The Social Network“ über die Anfänge von Facebook. Gedreht wurde in San Francisco und Turin. Inhaltlich rekonstruiert der Film die turbulente Phase bei OpenAI im Jahr 2023, als Sam Altman zunächst entlassen und wenige Tage später wieder eingesetzt wurde. Die Hauptrolle übernahm Andrew Garfield, der Sam Altman verkörpert und bereits zuvor mit Guadagnino gearbeitet hat. Weitere Rollen gingen unter anderem an Monica Barbaro als Mira Murati, Jurij Borisov als Ilya Sutskever sowie Ike Barinholtz als Elon Musk. Zum Ensemble gehören außerdem Cooper Hoffman, Jason Schwartzman, Cooper Koch, Billie Lourd, Zosia Mamet, Angus Imrie, Chris O’Dowd, Mark Rylance sowie Thaddea Graham.
Kinostart war für 2027 geplant
Ursprünglich war der Kinostart für Anfang 2027 vorgesehen, dieser Termin gilt nach der Streichung aus dem Studio-Kalender als ungewiss. Vor der Entscheidung hatte es bereits Testvorführungen in Los Angeles gegeben, die laut Puck positiv aufgenommen wurden. Gleichzeitig wird berichtet, dass die Darstellung von Sam Altman und Elon Musk nicht durchgehend vorteilhaft ausfalle. In diesem Zusammenhang heißt es, Sam Altman sei „wütend“ über die Darstellung seiner Person gewesen, während über eine mögliche Reaktion von Elon Musk nichts bekannt sei.
Amazon erklärte in einer Stellungnahme: „Wir haben den größten Respekt und die höchste Wertschätzung für Luca Guadagnino als preisgekrönten Regisseur sowie eine langjährige Beziehung, die wir hoffentlich fortsetzen werden. Wir glauben, dass ‚Artificial‘ besser bedient ist, wenn er von einem anderen Studio veröffentlicht wird, und arbeiten eng mit dem Kreativteam zusammen, um dem Film ein neues Zuhause zu geben“. Eine weitergehende Begründung nannte das Unternehmen nicht. Auffällig ist jedoch der zeitliche Zusammenhang zur milliardenschweren Kooperation zwischen Amazon und OpenAI, die wenige Monate zuvor angekündigt wurde und den Ausbau von Amazon Web Services im KI-Bereich umfasst.
Laut Variety sollen die Figuren von Altman und Musk im Film zu den am wenigsten sympathischen Charakteren zählen. Zudem habe Amazon bereits früh Einblick in erste Drehbuchfassungen gehabt. Der Film verfügt derzeit über keinen neuen Verleih. Die Produktion arbeitet jedoch daran, einen neuen Vertriebspartner zu finden. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass das Projekt trotz der Entwicklung nicht eingestellt wird, allerdings könnten sich deutliche Verzögerungen ergeben, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Positionierung in der kommenden Awards-Saison. Luca Guadagnino gilt als einer der führenden Regisseure und Geschichtenerzählter von schwulen Stoffen. Zu seinem Schaffen gehören Filme wie „Call My By Your Name“ und „Queer“.