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Heated Rivalry als Musical Unautorisierte Bühnenshow begeistert in New York

Von ms - 16.06.2026 - 16:00 Uhr
Heated Rivalry als Musical
Foto: Heated Rivalry The Unauthorized Musical Parody / Marc J. Franklin
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Wenn schwule Männer etwas sehr lieben, dann machen sie daraus eine Parodie – oder ein Musical. Während Fans auf die Fortsetzung der erfolgreichen schwulen Hockey-Romanze „Heated Rivalry“ warten, hat die Geschichte bereits den Sprung auf die Theaterbühne geschafft. Mit „Heated Rivalry: The Unauthorized Musical“ läuft derzeit in New York eine nicht autorisierte Musical-Parodie, die sich an der kanadischen Erfolgsserie orientiert und insbesondere beim queeren Publikum auf großes Interesse stößt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Serie „Heated Rivalry“ erhält 2027 eine zweite Staffel bei HBO Max.
  • In New York läuft derzeit die Off-Broadway-Produktion „Heated Rivalry: The Unauthorized Musical“.
  • Das Stück basiert als Parodie auf der kanadischen Erfolgsserie und kommt ohne offizielle Genehmigung der Rechteinhaber aus.
  • Broadway-Darsteller Jay Armstrong Johnson und Jimin Moon übernehmen die Hauptrollen.
  • Die Produktion wurde nach großem Zuschauerinteresse bis September verlängert.

Lückenfüller bis Staffel 2

Die Streaming-Serie soll im kommenden Jahr mit neuen Folgen zurückkehren. Bereits im August beginnen die Dreharbeiten zur zweiten Staffel. Mit dabei sind erneut Showrunner Jacob Tierney sowie die Hauptdarsteller Connor Storrie und Hudson Williams. Die Ausstrahlung der neuen Episoden ist für 2027 bei HBO Max vorgesehen. Bis dahin sorgt die Bühnenfassung im Big Apple für viel Aufmerksamkeit. Die Off-Broadway-Produktion verbindet die Handlung der Serie mit eigens komponierten Liedern, schnellen Kostümwechseln, zahlreichen Perücken und humorvollen Anspielungen. Auch einige freizügigere Szenen gehören zum Konzept der Show.

Im Mittelpunkt steht die Figur Shane Hollander. In der offiziellen Beschreibung wird dessen Entwicklung als Weg eines „goldenen Jungen mit Herzchenaugen“ vom „Power Center“ zum „Power Bottom“ geschildert. Für die Hauptrollen konnten bekannte Namen der New Yorker Theaterszene gewonnen werden. Der offen homosexuell lebende Broadway-Darsteller Jay Armstrong Johnson übernimmt die Rolle des Ilya. Shane wird von Jimin Moon gespielt. Zum Ensemble gehören außerdem Ryann Redmond, Cherry Torres und Ryan Duncan. Verantwortlich für Buch, Musik, Liedtexte und Orchestrierung ist Dylan MarcAurele. Zu seinen früheren Arbeiten zählen unter anderem „The Real Housewives of NYC: The Musical“ sowie „MEG4N“, ein Musical mit Rosé, einer ehemaligen Teilnehmerin von „RuPaul’s Drag Race“. Regie führt der Kanadier Alan Kliffer, der zuvor als künstlerischer Leiter des Asylum NYC tätig war.

Doppeldeutige sexy Songs 

Die Produktion erzählt zentrale Handlungselemente der Serie neu und ergänzt diese um Songs mit Titeln wie „Big Ass, Cold Heart“ und „Shane Hollander Slap That Stick“. Hinzu kommt die eigens geschaffene Figur Susan, die als Erzählerin durch die Handlung führt. Die von Ryann Redmond gespielte Figur wird als „liebenswerte Mutter mit einer Vorliebe für Wein“ beschrieben und kommentiert die Ereignisse aus ihrer ganz eigenen Perspektive. Die Idee zur Musical-Parodie entstand laut Autor Marc Aurele bereits kurz nach dem ersten Kontakt mit der Serie. Gegenüber dem Hollywood Reporter erklärte er: „Es war die Szene mit den Heimtrainingsrädern. Ich habe diese Fahrräder geliebt. Ich dachte: ‚Das ist ikonisch. Das schreit nach einer Bühnenadaption.‘ Mir gefiel besonders die Art, wie sich ihre Finger an der Trinkflasche berührten.“

Auch die Figur Susan entstand aus einer konkreten Überlegung heraus. Marc Aurele wollte damit sowohl die wachsende weibliche Fangemeinde der Serie aufgreifen als auch eine Erzählerin in die Handlung integrieren. „Ich finde die Vorstellung einer weinliebenden Mutter lustig, die uns mit ihrem Sauvignon Blanc durch die Geschichte führt, vielleicht in keiner besonders glücklichen Ehe lebt und deshalb in Heated Rivalry einen emotionalen Zufluchtsort findet“, sagte er. Sein Fazit: „Wir sind alle Susan.“

Für die Umsetzung blieb nur wenig Zeit. Nach Angaben des Autors schrieb er das komplette Musical innerhalb von drei Wochen. Die Proben dauerten lediglich wenige Tage. Hauptdarsteller Johnson nutzte diese Zeit vor allem, um seinen russischen Akzent für die Rolle zu perfektionieren. Die Aufführungen finden im Culture Club im New Yorker Stadtteil Chelsea statt. Ursprünglich war die Spielzeit kürzer angesetzt, wurde jedoch aufgrund der hohen Nachfrage bis Mite September verlängert. 

Heißer und schwuler als das Original? 

Auch Kritiker zeigen sich angetan. Rosa Sanchez von „Harper’s Bazaar“ bezeichnete die Produktion als „heißer und schwuler“ als die Originalserie. Johnson, der aus Texas stammt, arbeitet seit rund 25 Jahren im Broadway-Bereich. Zu seinen Film- und Fernsehauftritten zählen unter anderem „Sex and the City 2“ sowie die Serie „Quantico“. Sein Bühnenkollege Jimin Moon gab kurz nach seinem Studienabschluss sein Broadway-Debüt und wirkte unter anderem in „Aladdin“, „Lempicka“ und „Sunset Boulevard“ mit. Auch er lebt offen homosexuell.

Eine Zustimmung der Rechteinhaber liegt für die Produktion bislang nicht vor. Nach geltendem Urheberrecht gelten Parodien jedoch als besondere Form künstlerischer Auseinandersetzung und können unter bestimmten Voraussetzungen ohne Genehmigung umgesetzt werden. Voraussetzung ist unter anderem, dass sie sich ausreichend vom Original unterscheiden und diesem keinen wirtschaftlichen oder ideellen Schaden zufügen. Weder der Streamingdienst Crave Canada noch Showrunner Jacob Tierney oder Autorin Rachel Reid, auf deren Buchreihe die Serie basiert, haben der Produktion bislang offiziell zugestimmt. Gerade weil das Musical ausdrücklich als Parodie vermarktet wird, gilt eine solche Zustimmung derzeit jedoch nicht als erforderlich.

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