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Neue Attacken in Berlin Schwule Männer erneut homophob von Jugendgruppe angegriffen

Von ms - 03.06.2026 - 09:30 Uhr
Neue Attacken in Berlin
Foto: IMAGO / Joko
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Erneut sind schwule Männer im Cruising-Gebiet im Volkspark Friedrichshain in Berlin Ziel eines Übergriffs geworden. Wie die Polizei bestätigte, ereignete sich der jüngste Vorfall Ende Mai. Kurz vor Mitternacht sei der entsprechende Notruf bei der Feuerwehr eingegangen, die Polizei war daraufhin zeitnah vor Ort, konnte die Täter aber bisher nicht festnehmen. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Ende Mai kam es erneut zu einem Überfall auf schwule Männer im Cruising-Gebiet im Volkspark Friedrichshain.
  • Ein 45-jähriger Mann wurde mit Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus gebracht.
  • Die Polizei geht von einer mutmaßlich homophoben Tatmotivation aus und übergab die Ermittlungen dem Staatsschutz.
  • Der Angriff soll von einer Gruppe Jugendlicher oder Heranwachsender verübt worden sein, Zeugen sprechen von etwa 15 Beteiligten.
  • Das Anti-Gewalt-Projekt Maneo dokumentierte in Berlin 2025 insgesamt 29 Gewaltvorfälle in Cruising-Gebieten, davon 24 mit schwulenfeindlichem Hintergrund.
  • Die Berliner Polizei führt gezielte Präventionsmaßnahmen und verstärkte Präsenzkontrollen durch, um die Sicherheit der Community zu erhöhen.

Jugendgang attackiert gezielt Schwule

Bei dem Angriff handelt es sich offenbar um einen organisierten Übergriff auf schwule Männer durch eine Gruppe Jugendlicher oder Heranwachsender. Der Tagesspiegel berichtet unter Berufung auf Zeugen von rund 15 Beteiligten. Nach Polizeiangaben musste ein 45-jähriger Mann mit Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Aufgrund der Umstände geht die Polizei von einer mutmaßlich homophoben und queerfeindlichen Tatmotivation aus. Der polizeiliche Staatsschutz übernimmt nun die weiteren Ermittlungen.

Das Cruising-Gelände liegt in der Nähe der Friedensstraße, zwischen dem Spanienkämpferdenkmal und der Spitze des Bunkerbergs, und wird überwiegend von schwulen und bisexuellen Männern genutzt. Laut Jahresbericht des Anti-Gewalt-Projekts Maneo wurde die Szene zwischen Juli und August 2025 fünfmal Ziel von Angriffen. Gruppen von bis zu 20 jungen Männern hätten Schwule mehrfach attackiert, zu Boden getreten, mit Feuerwerkskörpern beworfen und beraubt. Maneo ruft Zeugen dazu auf, sich mit Hinweisen direkt an die Polizei zu wenden unter E-Mail: LKA535-Hinweis@polizei.berlin.de oder auch direkt bei MANEO online unter www.maneo.de/report.

Verstärkter Einsatz der Polizei 

Die Berliner Polizei betont, dass das Gelände unter verstärkter Beobachtung steht. „Die sogenannte Cruising-Area im Volkspark Friedrichshain unterliegt einer verstärkten Beobachtung“, sagte ein Sprecher. Zielgerichtete Präventionsmaßnahmen sollen unter anderem durch intensivere Streifengänge, Aufklärung zu Hasskriminalität und Schulungen des Personals umgesetzt werden, um das Sicherheitsgefühl der Community zu verbessern. Bereits im letzten Jahr kam es mehrfach vor Ort „organisierten Hetzjagden“ auf Schwule und die Polizei hatte ihren verstärkten Einsatz betont. 

Im Jahr 2025 wurden in Berlin 587 queerfeindlich motivierte Straftaten registriert, darunter 109 Gewalttaten, in den allermeisten Fällen sind laut dem Anti-Gewalt-Projekt Maneo schwule Männer betroffen – zuletzt stiegen die Übergriffe massiv an. Die Polizei weist darauf hin, dass rund 90 Prozent der Attacken nicht angezeigt und folgerichtig auch nicht dokumentiert werden. Die Behörde betont die Bedeutung der Anzeigen für eine effektive Prävention und Verfolgung von Straftaten. Die bestehenden Maßnahmen zielen darauf ab, „das Vertrauen in die Polizei Berlin zu stärken oder herzustellen und vor allem die Anzeigenbereitschaft der queeren Community zu erhöhen“, erklärte der Berliner Senat.

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