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Eigene Events mit BRICS Russland schließt Teilnahme bei "satanischem" ESC aus

Von kw - 20.05.2026 - 21:30 Uhr
Russland schließt Teilnahme bei "satanischem" ESC aus
Foto: © IMAGO / Beautiful Sports
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Russland hat offiziell verkündet, nicht mehr am Eurovision Song Contest teilzunehmen. Außenminister Sergei Lawrow begründete diese Entscheidung auf einer Pressekonferenz in Moskau mit der Aussage, das weltbekannte Musikevent vertrete inzwischen „offenen Satanismus“ und entspreche nicht den russischen Wertvorstellungen. Damit zieht sich Russland, das jahrelang ein fester Bestandteil des Wettbewerbs war und 2008 den ersten Platz belegte, weiter aus einer der prominentesten paneuropäischen Bühnen zurück.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Sergei Lawrow bezeichnete die Teilnahmebedingungen des Eurovision Song Contest als „offen satanisch“.
  • Russland plant eigene internationale Kulturevents mit BRICS-Staaten und weiteren verbündeten Ländern.
  • Nach dem Angriff auf die Ukraine 2022 ist Russland von der EBU ausgeschlossen und seitdem nicht mehr teilnahmeberechtigt.

 

Russische Begründung für den Ausstieg

Lawrow erklärte, Russland werde keine Bühne unterstützen, die seiner Auffassung nach antirussische oder „perverse“ Inhalte fördere. Ausdrücklich wollte er „traditionelle Werte“ und die Zusammenarbeit mit Ländern wie China, Brasilien und Iran ausbauen. Dazu betonte Lawrow, in internationalen Initiativen im Rahmen der BRICS solle Kunst im Geist nationaler und kultureller Eigenständigkeit entstehen. Er verwies dabei auf das Format „Intervision“, eine Veranstaltung, die gezielt nach russischen Kriterien gestaltet wurde und als Gegenentwurf zum Eurovision Song Contest gilt.

„Wir erfüllen nicht die Kriterien, die derzeit die Teilnehmer des Eurovision bestimmen – Kriterien, die tatsächlich Kriterien eines offenen Satanismus sind“, so Lawrow in Moskau Medienberichten zufolge.

 

Alternativformate und Ausschluss aus der EBU

Die Intervision, eine bereits in sowjetischen Zeiten entstandene Kopie der Eurovision, erhielt 2025 neue Aufmerksamkeit als russisch geführter Musik-Wettbewerb. Im vergangenen Jahr wurde das Format erstmals wieder als „Anti-ESC“ veranstaltet, wobei ein vietnamesischer Künstler gewann; offen queere Beiträge blieben laut Veranstaltern ausgeschlossen. Seit dem Überfall auf die Ukraine 2022 ist Russland durch die EBU, die den ESC ausrichtet, gesperrt und sein Wiedereintritt an strenge Bedingungen wie redaktionelle Unabhängigkeit geknüpft, die russische staatliche Medien derzeit nicht erfüllen.

 

Hintergrund: Russlands Haltung zu queerer Sichtbarkeit

Das Verhältnis Russlands zum Eurovision Song Contest war seit Jahren belastet – vor allem aufgrund der zunehmenden queeren Sichtbarkeit und der Toleranz des Wettbewerbs für Diversität. Offizielle russische Stellen äußern sich regelmäßig abwertend über LGBTIQ+-Personen. Lawrow hatte in der Vergangenheit Homosexualität und Pädophilie gleichgesetzt und wiederholt vor „LGBT-Propaganda“ gewarnt. Die restriktive Medienpolitik und entsprechende Gesetzgebung schließen queere Künstlerinnen und Künstler zunehmend aus dem öffentlichen Raum aus.

 

Ausblick: Neue Spaltung in der Kulturpolitik

Mit dem endgültigen Rückzug vom Eurovision Song Contest markiert Russland erneut seine Distanz zu westlichen Institutionen. Ob das geplante BRICS-Kulturforum und Formate wie die Intervision ähnliche internationale Strahlkraft wie der ESC gewinnen können, bleibt derzeit offen. Die Entscheidung verweist auf eine tiefere kulturelle Spaltung zwischen Russland und dem Westen, die weit über den Bereich der Unterhaltung hinausreicht.

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