Direkt zum Inhalt

LGBTIQ+-Aufklärung bedroht Meta sperrt erneut queerfreundliche Instagram-Accounts

Von mr - 08.05.2026 - 12:30 Uhr
Meta sperrt erneut queerfreundliche Instagram-Accounts
Foto: © iStock / bombuscreative
ANZEIGE
Loading audio player...

Meta sieht sich erneut mit schweren Vorwürfen der gezielten Unterdrückung von LGBTIQ+- und sexualitätsbezogenen Inhalten auf Instagram konfrontiert, nachdem der Account des Sexspielzeughändlers Bellesa Boutique gesperrt wurde. Über 700.000 Menschen, viele aus queerem Umfeld, nutzten die Seite für offene Gesundheits- und Sexualitätsthemen, was die Aufregung deutlich verstärkte.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Im April wurden laut Repro Uncensored über 100 queere und kreative Instagram-Accounts gesperrt.
  • Meta beruft sich bei Sperren auf wiederholte Verstöße gegen Richtlinien zur sexuellen Anbahnung.
  • Ein Gutachten des Oversight Board bestätigte kürzlich eine fälschliche Löschung lesbischer Sichtbarkeit auf Instagram.
  • Laut Meta sind inzwischen viele der gesperrten Accounts nach Prüfung wieder aktiviert.

 

Kritik an Metas Moderation und Community-Richtlinien

Zahlreiche LGBTIQ+-Aktivisten und Content-Erstellerinnen und Ersteller beklagen, dass Instagram-Moderationssysteme zunehmend queerfreundliche Profile und Aufklärungsarbeit unterdrücken. Häufig sei dabei nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien Beiträge entfernt oder Accounts gesperrt würden – auch wenn keine offensichtliche Richtlinienverletzung vorliege. Repro Uncensored dokumentierte allein im April mehr als 100 betroffene Profile, darunter Informationsseiten zu sexueller Gesundheit und Kreativschaffende. Die Gruppierung betont, solche Seiten seien für Community-Organisation sowie für den Zugang zu Gesundheitsinformationen essenziell und prägten soziale Teilhabe maßgeblich.

 

Metas Position und Folgen der Sperrungen

Meta widerspricht Vorwürfen, gezielt Gruppen zu benachteiligen: „Jede Organisation und Einzelperson unterliegt denselben Regeln, Behauptungen einer gruppenbasierten Durchsetzung entbehren jeder Grundlage“, erklärte ein Unternehmenssprecher. Weiter betont Meta die Möglichkeit, gegen Moderationsentscheidungen zu appellieren. Nach Unternehmensangaben waren drei der gemeldeten gesperrten Accounts nicht existent und viele nach kurzen Überprüfungen wieder erreichbar. Dennoch kommt es immer wieder zu kurzfristigen, irrtümlichen Sperrungen, wie die Überprüfung der Oversight Board im Fall eines lesbischen Sichtbarkeits-Posts aus Brasilien zeigt.

 

Einordnung im längerfristigen Kontext

Bereits seit 2017 gibt es dokumentierte Fälle, in denen große Plattformen wie YouTube und Facebook LGBTIQ+-Inhalte falsch als unangemessen einstuften. Auch neuere Ankündigungen von Meta, Richtlinien zu Hassrede abzuschwächen, beunruhigen gemeinnützige Gruppierungen. Die Einstufung queerer Werbung als politische Inhalte führte in der Vergangenheit zu Sichtbarkeitseinbußen für LGBTIQ+-Organisationen.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Welche Inhalte sind besonders von Sperrungen betroffen?
Besonders oft gelöscht oder gesperrt werden Profile, die sexuelle Gesundheit, queere Kultur oder künstlerische Inhalte vermitteln.

Können betroffene Nutzerinnen oder Nutzer gegen Sperrungen vorgehen?
Ja, Instagram bietet nach jeder Moderation die Möglichkeit zur Beschwerde und Überprüfung.

Warum geraten solche Sperrungen öffentlich in die Kritik?
Weil sie nachweislich regelmäßig Profile betreffen, die für Informationsarbeit und Gemeinschaftsbildung in der LGBTIQ+-Szene wichtig sind.

 

Ausblick

Auch nach den jüngsten Freischaltungen bleibt offen, wie Instagram in Zukunft algorithmisch queere und sexualitätsbezogene Inhalte handhaben wird. Advocacy-Gruppen fordern anhaltend Transparenz bei der Moderation, um die digitale Sichtbarkeit und Gesundheitsaufklärung von LGBTIQ+-Personen nachhaltig zu sichern.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

GALAJorge González: Schwierige Kindheit in KubaFalterLiteraturnobelpreisträgerin Anne Carson: Aus der Zeit gefallen, hoch aktuelltazKurswechsel in Ungarn: Anti-LGBTIQ+-Gesetze gekipptDER STANDARDOrbán-Lager serviert beim Thema LGBT alten Wein aus alten SchläuchenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Schwule Liebe in Uniform

„Eismayer“ jetzt beim ZDF streamen

„Eismayer“ ist kostenlos beim ZDF abrufbar. Das Drama über zwei schwule Soldaten basiert auf einer wahren Geschichte – verfügbar bis 8. November.
Partnertausch bei Prime Video

Ein Schlüssel öffnet neue Türen

„Friends Sex and Games“ startet am 16. Oktober: Acht Folgen über Partnertausch, verdrängte Homosexualität und die Grenzen fester Beziehungen.
Ein Baron mit Zündstoff

Macht, Lust und Wiener Bälle

Daniel Donskoy spielt in „Vienna Game“ einen gefährlichen Verführer. Die Disney+-Serie startet am 18. November – mit Affären und Intrigen.
Ricardo Simonetti

Wann ist ein Mann ein Mann?!

Ricardo Simonetti hinterfragt in „Wann ist ein Mann ein Mann?!“ moderne Männlichkeit, Rollenbilder und starre Normen – persönlich und klug.
Thomas Knights und die Ginger

Kalender RED HOT XTRA

Heiße Aussichten für 2027: Der neue Red Hot Kalender feiert rothaarige Männer aus aller Welt mit sinnlichen Bildern und viel nackter Haut.
Pet Shop Boys

A Man from the Future

Pet Shop Boys erzählen in „A Man from the Future“ die Geschichte Alan Turings – eine außergewöhnliche Musikbiografie und ein Stück schwuler Geschichte.
Christian Kurz

Liebesherz sucht Glückstreffer

Kuppelshow, Liebesgeständnis, Panik: „Sorry, ich bin schwul!“ Peters peinlichstes Outing wird zu einer turbulenten Gay Romance von Christian Kurz.
American Horror Story #13

Wiedersehen mit bekannten Gesichtern

AHS ist zurück! Staffel 13 vereint alte Bekannte und Kultfiguren aus Murder House, Coven & Co. zu einem aberwitzigen Wiedersehen.
Miley Cyrus

Bass Persuades

Mit „Bass Persuades“ schlägt Miley Cyrus, wellche sich mittlerweile nur noch Miley nennt, ein neues Kapitel ihrer Karriere auf.