Direkt zum Inhalt

Grausamer Mord in Chicago 24-Jähriger Mann soll seine trans* Frau totgeschlagen haben

Von ms - 16.04.2026 - 11:00 Uhr
Grausamer Mord in Chicago
Foto: iStock / Tom Vaughan-Mountford
ANZEIGE
Loading audio player...

Die Polizei in Chicago hat jetzt den 24-jährigen Deandre Bell festgenommen. Er soll am Ostersonntag seine 31-jährige schwarze trans* Freundin Davonta Curtis in ihrer Wohnung mit einem Hammer getötet haben. Bell soll nach der Tat auch ihr Geld, ihr Telefon und ihr Auto gestohlen haben. 

Das Wichtigste im Überblick

  • In Chicago wurde der 24-jährige Deandre Bell wegen Mordes an der 31-jährigen schwarzen trans* Frau Davonta Curtis festgenommen. Die beiden waren ein Liebespaar. 
  • Bell soll Curtis mit einem Hammer im Schlaf getötet haben.
  • Nach der Tat soll er ihr Geld, Telefon und Auto gestohlen haben.
  • Bell steht nun wegen Mordes ersten Grades und Besitzes eines gestohlenen Fahrzeugs vor Gericht; mögliche Haftstrafe: 23 bis 67 Jahre.
  • Schwarze trans* Frauen machen einen großen Anteil der ermordeten trans* Mordopfer in den USA aus; Täter sind häufig romantische Partner oder schwarze, heterosexuelle Männer.

Totschlag im Schlaf

Laut Gerichtsdokumenten, die von der Chicago Sun-Times zitiert werden, soll Bell vor der Tat im Internet nach Informationen zu Fragen wie „Wie tötet man jemanden mit einem Hammer“ und „Was passiert, wenn jemand im Schlaf auf den Kopf geschlagen wird“ gesucht haben. Am Tag des Todes sollen Bell und Curtis zunächst Geschenke zu Ostern zur Schwester der trans* Frau gebracht haben, bevor sie in Curtis’ Wohnung zurückkehrten. Überwachungsvideos zeigen Bell dann gegen ein Uhr morgens allein die Wohnung verlassen.

Da Curtis telefonisch nicht mehr erreichbar war, besuchte ihre Schwester drei Tage später die Wohnung und entdeckte ihren leblosen Körper. Sie war nackt, teilweise von einem Laken bedeckt und von einer großen Blutlache umgeben, berichtete die Chicago Tribune. Die Gerichtsmediziner stellten fest, dass Curtis an stumpfer Gewalteinwirkung gestorben war.

Berichten zufolge fanden die Ermittler Bell im Besitz von Curtis´ Auto und Schlüsseln. Außerdem soll sich ein blutiger Hammer in seinem Rucksack befunden haben. Bell habe daraufhin die Tat gestanden. Ihm drohen jetzt Anklagen wegen Mordes ersten Grades und Besitzes eines gestohlenen Fahrzeugs. Beide Anklagen zusammen könnten zu einer Haftstrafe von 23 bis 67 Jahren führen.

Schwarze Trans* Frauen werden oft zu Opfern

Der Mord an der trans* Frau ereignete sich nur 23 Tage nach der tödlichen Schießerei auf die schwarze trans* Aktivistin Shyyell Diamond Sanchez-McCray Mitte März, die als erster gemeldeter Fall einer getöteten schwarzen trans* Frau durch Schusswaffen in diesem Jahr gilt. Eine Studie von 2024 zeigte dabei auf, dass schwarze trans* Frauen zwischen 2013 und 2021 fast 80 Prozent aller ermordeten trans-identifizierten Opfer ausmachten. Unter den identifizierten Tätern handelte es sich in 75 Prozent aller Fälle um schwarze, heterosexuelle Männer; rund 60 Prozent der Täter standen zudem in einer romantischen oder sexuellen Beziehung zu ihrem Opfer. 

Anzeige

Auch Interessant

Ägypten bekämpft News-Portal

Freier Journalismus unter Druck

Nach Schikanen droht dem LGBTIQ+-freundlichen Nachrichtenportal Mada Masr in Ägypten die Schließung. Chefredakteurin Lina Attalah steht vor Gericht.
Klimakonferenz unter Druck

Amnesty warnt vor Repressionen

Amnesty International fordert vor der COP31 in der Türkei den Schutz von Journalisten, Umweltaktivisten und LGBTIQ+-Menschen und warnt vor Gefahren.
Neuer Rekord im US-Kongress

Mindestens 17 LGBTIQ+-Mitglieder

Der 2027 zusammentretende US-Kongress könnte mit mindestens 17 offen LGBTIQ+-zugehörigen Mitgliedern einen historischen Höchststand erreichen.
Baywatch kehrt zurück

Kultstars treffen neue Gesichter

Die Kultserie „Baywatch“ kehrt im Januar 2027 mit Stephen Amell als Hobie zurück. Auch Stars der Originalserie sind wieder mit dabei.
Ein Eis löst Hass aus

Eskalation in England

Ein harmloses Foto zweier verheirateter Männer mit Eis löste in England massive homophobe Anfeindungen aus. Eine Eisdiele wehrt sich gegen den Hass.
Leere Kassen bei LGBTIQ+

Britische Verbände am Limit

Britische LGBTIQ+-Organisationen verlieren Fördermittel, während die Nachfrage nach Hilfe steigt. Viele Einrichtungen geraten an ihre Grenzen.
Rechte Gewalt in Niedersachsen

Acht Angriffe auf LGBTIQ+

In Niedersachsen dokumentierte eine Beratungsstelle für 2025 insgesamt 81 rechte Gewalttaten. Auch LGBTIQ+-Menschen geraten ins Visier.
Sportstars zeigen ihre Liebe

Olympische Vielfalt unter Druck

Mindestens 30 ehemalige Teilnehmer der Olympischen Jugendspiele sind LGBTIQ+. Ihre Geschichten stehen im Kontrast zur Verfolgung Schwuler im Senegal.
120 Jahre Luchino Visconti

Ein Leben voller Widersprüche

Vor 120 Jahren wurde Luchino Visconti geboren. Der schwule Regisseur prägte das Kino mit Filmen über Macht, Liebe und gesellschaftlichen Wandel.