Direkt zum Inhalt

"Outing" sorgt für Lacher Melissa Etheridge: Sohn "outete" sich mit elf als hetero

Von tb - 13.04.2026 - 19:00 Uhr
Melissa Etheridge: Sohn "outete" sich mit 11 als hetero
Foto: © IMAGO / Funke Foto Services
ANZEIGE
Loading audio player...

Die lesbische Sängerin Melissa Etheridge sorgt für Lacher: Ihr Sohn „outet“ sich als hetero.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Melissa Etheridge erzählte bei Kelly Clarkson, dass ihr Sohn Beckett sich mit 11 Jahren als heterosexuell „outete“.
  • Die Sängerin veröffentlichte kürzlich den Song „Tomboy“ auf ihrem neuen Album Rise.
  • Beckett Etheridge starb 2020 im Alter von 21 Jahren an den Folgen einer Opioidabhängigkeit.
  • Etheridge spricht offen darüber, wie sie mit Trauer und Spiritualität nach dem Verlust ihres Sohnes umgeht.

 

Familien-Outing der besonderen Art

Melissa Etheridge hat wieder einmal bewiesen, dass sie Humor und Herz vereint: In der Kelly Clarkson Show enthüllte die US-Sängerin, dass ihr ältester Sohn Beckett sie als Kind in ein ungewöhnliches Coming-out verwickelte. „Mama, ich glaube, ich bin hetero“, soll Beckett mit elf Jahren gestanden haben – sehr zum Schmunzeln der Mutter. Ihre augenzwinkernde Antwort: Sie habe ihm erklärt, das sei bestimmt nur eine Phase. Etheridge, offen lesbische Rockikone und mehrfache Grammy-Gewinnerin, teilte die Anekdote im Zuge der Vorstellung ihres neuen, sehr persönlichen Songs „Tomboy“.

 

Von „Tomboy“ zu neuen Tönen

Mit Zeilen wie „There was no part of me that ever felt wrong“ spielt Etheridge in „Tomboy“ auf ihr eigenes Aufwachsen an: Kurzhaarfrisur, G.I. Joe statt Barbie, und ein Hang dazu, wie James Dean zu sein – „tomboy“ eben. Sie erklärte, dass sie das Wort zurückerobern wolle: Als Kind wusste sie nicht, ob es beleidigend gemeint war, heute steht es für Stärke und Authentizität. Auch Gastgeberin Kelly Clarkson witzelte über die Wirkung des Begriffs und berichtete von eigenen Erfahrungen mit Geschlechterrollen bei Kindern. Beide betonten, wie wichtig es ist, dass Kinder sich frei entfalten dürfen – ob als Fußball-Mädchen, Nagellack-Junge oder, ganz klassisch, einfach sie selbst.

„Die Kinder kommen sowieso ganz so auf die Welt, wie sie sind, und dann ist es faszinierend zu beobachten, wie sie ihren Weg finden“, so Etheridge im Talk.

 

Beckett Etheridge: Ein schlagfertiges Vermächtnis

Der tragische Tod von Beckett Etheridge im Jahr 2020 überschattet bis heute viele Erinnerungen seiner Mutter. In Interviews – etwa mit dem People-Magazin und in ihrer eigenen Doku-Serie – spricht Etheridge offen darüber, wie sie ihre Trauer als spirituelle Reise begreift. Statt sich „im Kreislauf aus Schuld und Scham zu verlieren“, wie sie es nennt, will sie positive Energie aus den Erinnerungen an ihren Sohn schöpfen. Sie spüre immer wieder Beckett’s „tröstende“ Präsenz, berichtet die Musikerin – ein Zeichen dafür, dass Humor und Tiefe in ihrer Familie schon immer dicht beieinander lagen.

 

Die nächste Generation: Outings, wie sie heute klingen

Ob Tomboy, Querulantin und Querulant oder Hetero-Outing – Etheridge zeigt, dass in Regenbogenfamilien die gängigen Schubladen längst ausgedient haben. Das entspannte Lachen über Rollenklischees und Coming-out-Varianten macht Mut – und sorgt für dringend benötigte Leichtigkeit. Die Botschaft bleibt: Jeder darf und soll sich so outen, wie er oder sie will, sogar als „ganz normal“. Und wenn das mit elf Jahren „Mama, ich bin hetero“ heißt – dann ist auch das einfach nur Alltag in der Familie Etheridge.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

hessenschauMoritz Brandenstein schafft Ort gegen Einsamkeit: "Keiner war so wie ich"tazHomosexualität im japanischen Sport: Rui Takahashi macht den ganz mutigen AufschlagtazNeue ZDF-Serie: Das Geisterhaus im SchwarzwaldhessenschauTanzen gegen die Einsamkeit: Ein Ort, an dem sich queere Menschen nicht erklären müssenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Eine Party veränderte alles

Liebe und kreative Freiräume

Ulrike Folkerts erinnert sich an die erste Begegnung mit Katharina Schnitzler – und erzählt, was die beiden nach 23 Jahren noch verbindet.
Start für Debüt-Album

Video inszeniert obsessive Liebe

Das Debüt-Album von Model und Schauspielerin Cara  Delevingne erscheint am 25. September, die Single samt Clip „Crazy, Baby“ sorgt für Aufsehen.
Vom Red Carpet direkt auf die Tanzfläche

Wenn feierliche Garderobe das Spießertum versenkt

Lange Zeit glich festliche Damenmode einem streng bewachten Museumstrakt. Für glamouröse Abendveranstaltungen, pompöse Bälle oder romantische Hochzeiten war das klassische Festkleid fast alternativlos.
Medizinische Fortpflanzung

In 32 Ländern bereits erlaubt

Italien: Initiative fordert eine medizinisch assistierte Fortpflanzung PMA für Lesben und alleinstehenden Frauen.
Mehr Sichtbarkeit für Queers

Drei prägende Liebesgeschichten

Gleich drei Filme zeigen lesbische Liebe im Kino: Carol, Portrait de la jeune fille en feu und La Vie d’Adèle.
Ende der Spekulationen

Sechs Jahre brodelte Gerüchteküche

Nach jahrelangem Rätselraten hat Cara Delevingne jetzt öffentlich bestätigt, dass sie und Amber Heard tatsächlich mehr als nur Freundinnen waren.
Hetze legt Vorurteile offen

400.000 beim Milano Pride

Mailand: Elodie und Franceska Nuredini wurden nach ihrem Pride-Kuss homofeindlich attackiert.