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Sechs Jahre Haft im Senegal Erstes Urteil nach verschärftem Anti-Homosexuellen-Gesetz

Von ms - 13.04.2026 - 10:30 Uhr
Sechs Jahre Haft im Senegal
Foto: iStock / Ben Gingell
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In Senegal ist ein junger Mann zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden, nachdem er unter dem neuen strengen Gesetz gegen Homosexualität wegen „unnatürlicher Handlungen“ und öffentlicher Unanständigkeit schuldig gesprochen wurde. Der Fall stellt die erste gerichtliche Entscheidung unter der neuen Gesetzgebung dar, die die Strafen für homosexuelle Handlungen deutlich verschärft.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Erster Gerichtsbeschluss unter dem neuen Anti-Schwulen-Gesetz in Senegal
  • Ein junger Mann erhält sechs Jahre Haft und eine Geldstrafe für „unnatürliche Handlungen“
  • Der Vorfall ereignete sich in einem Garten nahe der Nationalarena in Dakar

3 Euro für schwulen Sex

Das Urteil wurde durch das Gericht von Pikine-Guédiawaye, einem Vorort der Hauptstadt Dakar, gefällt. Der Verurteilte, ein 24-jähriger Arbeiter namens Mbaye Diouf, wurde zudem zu einer Geldstrafe von zwei Millionen CFA-Francs (etwa 3.300 Euro) verurteilt. Der Vorfall ereignete sich am 2. April 2026 am späten Nachmittag in einem Garten in der Nähe der Nationalarena von Dakar. Ein Zeuge beobachtete zwei Männer in einer vermeintlich kompromittierenden Situation im hohen Gras. Der Zeuge filmte das Geschehen und näherte sich daraufhin dem Paar. Einer der Männer floh schlussendlich, während Diouf, dessen Hosen heruntergezogen waren, festgenommen wurde.

Diouf wurde zur Polizeistation in Guédiawaye gebracht. Während seiner Vernehmung gab er zu, einem sexuellen Akt im Austausch für 2.000 CFA-Francs (etwa drei Euro) zugestimmt zu haben. Laut seinen Aussagen war der Deal zum Zeitpunkt der Festnahme noch nicht abgeschlossen. Diouf betonte, dass er nicht gewusst habe, dass die Tat illegal sei und bat das Gericht um Nachsicht.

Strenge Strafen unter neuem Gesetz

Der Vorfall markiert die erste Anwendung des neuen Gesetzes, das unter anderem gleichgeschlechtliche Intimität härter bestraft. Seit der Verabschiedung der Gesetzesverschärfungen sind die Strafen für homosexuelle Handlungen in Senegal deutlich angestiegen. Diouf ist nach der Verabschiedung des Gesetzes der erste, der mit einer derartigen Strafe konfrontiert wird.

Die Staatsanwaltschaft in Senegal, vertreten durch Saliou Dicko, ordnete Dioufs Inhaftierung an. Der verurteilte Mann hatte während des Verfahrens eine Erklärung unterschrieben, dass er mit seiner Handlungsweise nicht gegen das Gesetz verstoßen wollte, und erklärte seine Unwissenheit über die „illegale Natur“ des Aktes. Die Suche nach Dioufs Partner dauert an, dieser ist weiterhin flüchtig. Diouf selbst verbrachte 48 Stunden in Polizeigewahrsam, bevor er am 7. April 2026 vor Gericht gestellt wurde. Der Prozess hat in Senegal und international große Aufmerksamkeit auf sich gezogen und verdeutlicht die strenge Haltung des Landes gegenüber gleichgeschlechtlichen Handlungen.

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