Direkt zum Inhalt

Neues Verbot im Profisport Sperre für trans* Frauen bei internationalen Dart-Wettkämpfen

Von ms - 10.04.2026 - 10:30 Uhr
Neues Verbot im Profisport
Foto: IMAGO / Action Plus
ANZEIGE
Loading audio player...

Die internationale Professional Darts Corporation (PDC) hat trans* Frauen von der Teilnahme an Frauenwettbewerben ausgeschlossen. Anlass ist eine Anpassung der Regularien durch die Darts Regulation Authority (DRA), die sich laut eigener Aussage auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu geschlechtsspezifischen Unterschieden im Sport stützt.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Die Professional Darts Corporation schließt trans* Frauen von Frauenwettbewerben aus.
  • Grundlage ist eine Regeländerung der Darts Regulation Authority.
  • Betroffen ist unter anderem die niederländische Spielerin Noa-Lynn van Leuven.
  • Die Entscheidung steht im Kontext ähnlicher Entwicklungen in anderen Sportarten und beim IOC.

Sperre für internationale Wettkämpfe

Die Professional Darts Corporation (PDC) ist einer der wichtigsten und größten internationalen Dachverbände im professionellen Dartsport. Sie organisiert Turniere, legt Wettbewerbsregeln fest und richtet einige der bekanntesten Darts-Events weltweit aus. Von der Entscheidung betroffen ist nun unter anderem die niederländische Dartspielerin Noa-Lynn van Leuven. Sie kann künftig nicht mehr an der PDC Women’s Series teilnehmen, über die bislang auch Qualifikationsplätze für die Weltmeisterschaft in London vergeben wurden. Weiterhin möglich bleibt trans* Frauen die Teilnahme an offenen Turnieren, die überwiegend von Männern bestritten werden.

Van Leuven äußerte sich in einem auf Instagram veröffentlichten Video enttäuscht über die Entscheidung: „Anscheinend bin ich im Ruhestand. Nicht freiwillig, aber weil ich nicht mehr teilnehmen darf. Ich habe jahrelang so hart gearbeitet, um hierher zu kommen, aber mit einer einzigen Entscheidung wurde mir gesagt, dass ich nicht mehr dazugehöre.“ Zugleich verwies sie auf weitergehende Auswirkungen: „Es geht nicht nur um mich; dies ist ein neuer großer Schlag für die trans* Community. Vor allem aufgrund der Entscheidungen des IOC.“ Das Olympische Komitee hatte zuletzt im März dieses Jahres bekannt geben, trans* Athletinnen von Wettkämpfen für Frauen auszuschließen. 

Fachgremium betont Geschlechtsunterschiede

Die DRA hatte ihre Richtlinien für trans* Athleten überprüft und dabei unter anderem einen Bericht der Entwicklungsbiologin Emma Hilton berücksichtigt. Nach Angaben der Organisation kommt dieser zu dem Schluss, dass „mehrere, kleine Geschlechtsunterschiede zu einem männlichen Vorteil gegenüber Frauen in Darts führen“. Als mögliche Faktoren werden Unterschiede bei Körpergröße, Schulterbreite, Muskelmasse und motorischen Fähigkeiten genannt. Die DRA betonte zugleich, weiterhin auf Inklusion zu setzen und alle Spieler zur Teilnahme an offenen Wettbewerben zu ermutigen.

Die aktuelle Position der PDC unterscheidet sich von früheren Aussagen. Noch vor zwei Jahren hatte Geschäftsführer Matthew Porter die Spielerin öffentlich gegen Anfeindungen verteidigt und erklärt: „Wir bei der PDC waren immer für Inklusion und Offenheit.“ Nun erklärte ein Sprecher, man werde die Vorgaben der DRA umsetzen und sei weiterhin „stolz darauf, wie integrativ Darts als Sport sind“. Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit ähnlichen Entwicklungen in anderen Sportarten. So hatte die World Darts Federation (WDF) bereits zuvor vergleichbare Regelungen eingeführt. 

Queere Organisationen wie der LSVD+ kritisierten zuletzt mehrfach den Ausschluss von trans* Frauen aus Frauenwettkämpfen im Sport und sehen darin eine diskriminierende Praxis, die trans* Menschen strukturell von sportlicher Teilhabe ausschließe. Sie betonen, dass solche Regelungen aus ihrer Sicht die Gleichstellung im Sport untergraben und eine ohnehin marginalisierte Gruppe weiter benachteilige, weshalb sie sich für inklusive Regelungen einsetzen, die eine Teilnahme unabhängig von Geschlechtsidentität ermöglichen.

Anzeige

Auch Interessant

Baywatch kehrt zurück

Kultstars treffen neue Gesichter

Die Kultserie „Baywatch“ kehrt im Januar 2027 mit Stephen Amell als Hobie zurück. Auch Stars der Originalserie sind wieder mit dabei.
Ein Eis löst Hass aus

Eskalation in England

Ein harmloses Foto zweier verheirateter Männer mit Eis löste in England massive homophobe Anfeindungen aus. Eine Eisdiele wehrt sich gegen den Hass.
Leere Kassen bei LGBTIQ+

Britische Verbände am Limit

Britische LGBTIQ+-Organisationen verlieren Fördermittel, während die Nachfrage nach Hilfe steigt. Viele Einrichtungen geraten an ihre Grenzen.
Rechte Gewalt in Niedersachsen

Acht Angriffe auf LGBTIQ+

In Niedersachsen dokumentierte eine Beratungsstelle für 2025 insgesamt 81 rechte Gewalttaten. Auch LGBTIQ+-Menschen geraten ins Visier.
Sportstars zeigen ihre Liebe

Olympische Vielfalt unter Druck

Mindestens 30 ehemalige Teilnehmer der Olympischen Jugendspiele sind LGBTIQ+. Ihre Geschichten stehen im Kontrast zur Verfolgung Schwuler im Senegal.
120 Jahre Luchino Visconti

Ein Leben voller Widersprüche

Vor 120 Jahren wurde Luchino Visconti geboren. Der schwule Regisseur prägte das Kino mit Filmen über Macht, Liebe und gesellschaftlichen Wandel.
Millionen LGBTIQ+-Schüler

Große Herausforderungen an Schulen

Mehr als elf Millionen Schüler besuchen Deutschlands Schulen, darunter auch rund 2,48 Millionen LGBTIQ+-Jugendliche. Viele erleben Mobbing und Angst.
Streit über US-Volkszählung

Keine Erfassung von LGBTIQ+-Daten

Die US-Regierung will bestimmte Fragen bei der Volkszählung 2030 verbieten. LGBTIQ+-Aspekte sind dabein "unerheblich". Kritiker warnen vor Folgen.
Gerechtigkeit nach 14 Jahren

Gericht stärkt Versammlungsfreiheit

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilte jetzt die Ukraine wegen eines Polizeieinsatzes gegen LGBTIQ+-Aktivisten im Jahr 2012.