Statement der Mormonen Neue strikte Richtlinien für LGBTIQ+-Mitglieder
Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) hat ihre offiziellen Richtlinien aktualisiert und darin trans* und nicht-binäre Mitglieder darauf hingewiesen, dass sie bei Tempelritualen nur nach ihrem „bei der Geburt festgestellten biologischen Geschlecht“ anerkannt werden.
Willkommen Ja, trans* Identität Nein
Die Anpassung im General Handbook der Kirche stellt keine formelle Änderung der Glaubenslehre dar, bietet jedoch detaillierte Vorgaben, wie sich eine Geschlechtsanpassung auf die Teilnahme an Tempelritualen auswirkt. „Würdige Mitglieder, die keinen chirurgischen, medizinischen oder sozialen Übergang von ihrem bei der Geburt festgestellten biologischen Geschlecht vollziehen, können ein Tempel-Rekommandat und Tempelrituale erhalten“, heißt es in dem Handbuch.
Die Regelung baut auf einer Änderung der Kirchenlehre von 2020 auf, die bereits eine strengere Linie gegenüber trans* Identitäten vorsah. Ehemalige Mitglieder, die aufgrund ihrer Identität aus kirchlichen Ämtern gedrängt wurden, zeigten sich darüber verärgert. Kirchenführer indes betonen, dass trans* Menschen weiterhin zu regulären Gottesdiensten kommen könnten. Auf der Website der Kirche heißt es: „Alle Kinder des himmlischen Vaters sind in der Kirche willkommen.“
Strikte Linie bei LGBTIQ+-Menschen
Das Handbuch beschreibt nun auch einen Weg für Mitglieder, die eine Transition rückgängig machen möchten. „Mitglieder, die Schritte zur Transition unternommen und dann wieder zu ihrem bei der Geburt festgestellten biologischen Geschlecht zurückgekehrt sind und würdig sowie pflichttreu sind, Gottes Gebote anzuerkennen, können wieder Tempelrituale erhalten“, heißt es in der Aktualisierung.
Die Änderung spiegelt so die neuste Haltung der Kirche gegenüber queeren Mitgliedern wider: Teilnahme am Gemeindeleben wird gefördert, der Zugang zu wichtigen Riten bleibt jedoch eingeschränkt. Schwule und lesbische Mitglieder dürfen teilnehmen und in bestimmten Funktionen dienen, gleichgeschlechtliche Ehen gelten nach wie vor als Sünde. Das Handbuch fordert zudem Bischöfe auf, auf Mitglieder individuell „mit Sensibilität und Christusliebe“ einzugehen und empfiehlt, dass Personen mit Fragen zur Geschlechtsidentität kirchliche Führungspersonen zu Rate ziehen sollen.