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Lambda zu Social-Media-Verbot Pauschalverbot verschlechert die Lage für LGBTIQ+-Jugendliche

Von ms - 17.03.2026 - 11:00 Uhr
Lambda zu Social-Media-Verbot
Foto: iStock / Xavier Lorenzo
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Nachdem nun zuletzt auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein Social-Media-Verbot für Jugendliche befürwortet, hat sich jetzt das Jugendnetzwerk Lambda in einer ausführlichen Stellungnahme zu Wort gemeldet. Bereits 2025 übte der Verein gegenüber SCHWULISSIMO Kritik an den Plänen, die sowohl in der Union wie auch in der SPD Befürworter finden. Zuletzt hatte auch Bundeskanzler Friedrich Merz seine Unterstützung diesbezüglich ausgedrückt. Das queere Jugendnetzwerk indes sieht vielfältige Gefahren für junge queere Menschen. 

Lebensrealität queerer Jugendlicher 

Der Bundesverband beobachte die Debatte um ein mögliches Social Media Verbot für Minderjährige dabei mit „großer Sorge“ und bekräftigt, dass ein pauschales Verbot der falsche politische Ansatz sei: „Es ignoriert die Lebensrealität junger Menschen – insbesondere queerer Jugendlicher – und löst keines der zugrunde liegenden Probleme. Digitale Räume sind für queere Jugendliche unverzichtbar. Queere Jugendliche werden schon früh mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Die Phase der Selbstfindung geht häufig mit vielen Fragen, Unsicherheiten und dem Versuch einher, die eigene Identität einzuordnen. Gleichzeitig erleben viele queere Jugendliche Ablehnung, Unverständnis und Diskriminierung. Nicht selten kommen diese auch aus dem direkten sozialen Umfeld, etwa der Familie, dem Freundeskreis oder der Schule. Deshalb sind Räume, in denen queere Jugendliche Unterstützung, Austausch und Gemeinschaft erleben können, von zentraler Bedeutung.“ 

Kontaktaufnahme mit Community 

Der digitale Raum sei dabei genau jener Ort, wo niedrigschwelliger Zugang es ermöglicht, Fragen zu stellen, Informationen zu bekommen und auch Kontakte innerhalb der Community zu knüpfen. „Für viele junge Menschen sind Soziale Medien wichtige Räume der Repräsentation und Identitätsfindung. Darüber hinaus ermöglichen sie aktive gesellschaftliche Teilhabe: Jugendliche informieren sich über politische Themen, teilen Inhalte, unterstützen Petitionen oder beteiligen sich an öffentlichen Debatten. Soziale Medien tragen damit zur digitalen Partizipation und Demokratiebildung bei“, bekräftigt der Verein weiter. Zudem verweist Lambda auch auf die besonderen Probleme im ländlichen Raum, wo bis heute vielerorts queere Jugendangebote fehlen – angesichts von landesweiten Kürzungen wird sich die Lage bundesweit auch in naher Zukunft nicht deutlich verbessern.  

Licht und Schatten bei Social Media 

Natürlich ist dabei auch Lambda klar, dass es Probleme bei den großen Plattformen wie Instagram, X oder TikTok gibt mit Blick auf Datenschutz, Hassrede oder die psychische Gesundheit. „Dennoch sind sie aktuell für viele junge Menschen der wichtigste Zugang zu Austausch und Gemeinschaft überhaupt, egal ob digital oder analog. Ein pauschales Social-Media-Verbot für Minderjährige ist keine Lösung, um junge Menschen im digitalen Raum zu schützen. Es würde die Nutzung digitaler Plattformen nicht beenden, sondern vielmehr in weniger regulierte Räume verlagern, etwa private Messengergruppen. Gleichzeitig verschiebt ein Verbot die Verantwortung für die bestehenden Risiken digitaler Plattformen auf Minderjährige und ihre Erziehungsberechtigten.“

Kurzum, die Risiken verschwinden nicht, nur weil Jugendliche von Plattformen vermeintlich ausgeschlossen werden. Zudem verkenne ein pauschales Verbot, dass digitale Plattformen sehr unterschiedlich funktionieren. Und: Wenn Plattformen formal nur noch für Erwachsene zugänglich sind, könnten spezifische Jugendschutzmaßnahmen sogar reduziert werden. „Insgesamt bekämpft ein Verbot daher vor allem ein Symptom, ohne die strukturellen Ursachen digitaler Risiken anzugehen“, so das Jugendnetzwerk. 

Forderungen an die Politik 

Der Verein fordert daher, dass sich queere junge Menschen auch weiterhin digital selbstbestimmt vernetzen und austauschen können, während sie wirksam vor Diskriminierung geschützt werden. Plattformen müssten dabei sicherstellen, dass queere Themen und Lebensrealitäten gleichberechtigt sichtbar bleiben. Außerdem sollten Jugendliche endlich auch in politische Entscheidungs- und Gesetzgebungsprozesse eingebunden werden, wenn es sie so direkt betrifft. Außerdem: „Digitale Plattformen müssen differenziert reguliert werden, statt pauschaler Verbote.“ Es brauche dazu eine Stärkung von Medienkompetenz sowie bessere Prävention von Mediensucht und wirksamen Maßnahmen gegen Hassrede. „Verifikations- und Altersprüfungsverfahren müssen sicher gestaltet werden, ohne neue Risiken für Privatsphäre, Selbstbestimmung oder ungewollte Outings zu schaffen“, so Lambda abschließend. 

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