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Homophobie bei den Bobbys Eine Befragung soll klären, wie die Lage aktuell aussieht

Von ms - 06.03.2026 - 11:00 Uhr
Homophobie bei den Bobbys
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire
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Die Homophobie und Frauenfeindlichkeit innerhalb der britischen Polizei und insbesondere unter den Bobbys in London sind seit Jahren ein großes Problem, trotz diverser Maßnahmen und Untersuchungen hat sich die Lage offenbar bis heute nicht wesentlich verbessert. Der Metropolitan Police in der Hauptstadt droht nach wie vor die komplette Auflösung und Neustrukturierung. Eine neue landesweite Umfrage in der Bevölkerung soll nun aufzeigen, wie die Briten selbst das Problem wahrnehmen. 

Homophobie seit vielen Jahren 

Der „Casey-Bericht“ aus dem Jahr 2023 offenbarte erstmals ein dramatisches Ausmaß an Homophobie und Sexismus. Schwule und lesbische Polizisten wurden gemobbt, angegriffen und Vergewaltigungsfantasien ausgesetzt. Verbrechen mit homosexuellen Opfern wurden oftmals nicht korrekt bearbeitet oder direkt ignoriert; Schlagzeilen machte da insbesondere der Fall des Serienmörders Stephen Port, der als „Grindr-Killer“ bekannt wurde und ab 2014 mindestens vier schwule Männer ermorden konnte, auch deswegen, war die Ermittler die Sachlage lange schlicht ignoriert hatten. Die Folge: Rund 1.500 Beamte wurden seit dem ersten Report bereits entlassen. Wirklich gebessert hat sich die Lage offenbar aber nicht, aktuell ist ein zweiter Casey-Bericht in Arbeit. 

Realistische Lagebewertung

Im Rahmen der neuen unabhängigen Überprüfung unter Leitung von Dr. Gillian Fairfield wird nun auch die Londoner Bevölkerung dazu aufgerufen, ihre Erlebnisse zu teilen, um realistisch einschätzen zu können, ob die 2023 von Baroness Casey geleiteten Empfehlungen tatsächlich umgesetzt wurden beziehungsweise wie die Lage von den Briten selbst aktuell eingeschätzt wird. Die neue Überprüfung will nun klären: Wurden die aufgedeckten Missstände tatsächlich behoben oder nur durch oberflächliche politische Maßnahmen kaschiert? Dr. Fairfield fordert alle Londoner, insbesondere Opfer von Straftaten, Zeugen und Menschen, die Polizeikontrollen erlebt haben, auf, ihre Erfahrungen zu teilen.

Wenig Selbstkritik, Aufbau von Vertrauen

Baroness Casey selbst erklärte in diesen Tagen in einem Interview, dass die Polizei trotz einiger Fortschritte nicht ausreichend Selbstkritik geübt habe, um sicherzustellen, dass sich diese dramatischen Missstände nicht wiederholen. Dr. Fairfield versicherte, dass jeder eingereichte Bericht persönlich gelesen werde und der gesamte Prozess zügig und gründlich ablaufen soll. Ein Abschlussbericht wird für Ende des Sommers erwartet. Sie betonte außerdem, dass das Vertrauen der Bevölkerung entscheidend für den Erfolg der Polizei sei und dieses Vertrauen nur durch ein echtes Zuhören und die Anerkennung der vielfältigen Erfahrungen der Bürger aufgebaut werden könne.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan und der leitende Kommissar der Metropolitan Police, Sir Mark Rowley, unterstrichen ebenso die Bedeutung dieser öffentlichen Konsultation für den weiteren Wiederaufbau von Vertrauen und für die Schaffung einer Polizeikraft, die allen Bürgern gerecht und respektvoll gegenübertritt. Die Neubewertung der Metropolitan Police sei dabei mehr als eine bloße institutionelle Überprüfung. Sie stelle einen Appell an marginalisierte Stimmen dar, sich Gehör zu verschaffen und die Polizei wieder stärker mit der Gesellschaft zu verbinden – gerade auch mit der LGBTIQ+-Community. 

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