Direkt zum Inhalt
Italien: Priester verlässt Kirche wegen eigener Sexualität

Zölibat nicht durchzuhalten Italien: Priester verlässt Kirche wegen eigener Sexualität

mr - 06.03.2026 - 13:30 Uhr
Loading audio player...

Ein prominenter italienischer Priester legt sein Amt nieder – nicht aufgrund eines Skandals, sondern wegen seiner eigenen, als zu stark empfundenen Sexualität. Alberto Ravagnani, der im Netz zehntausende Fans als progressiver Geistlicher gewann, spricht nun offen über die Gründe seines Rückzugs aus der katholischen Kirche. Er sieht sich nicht länger in der Lage, den Zölibat und die moralischen Einschränkungen zu akzeptieren, die das Priesteramt von ihm verlangt.

 

Ein Priester geht aus Überzeugung

Ravagnani ist vielen durch seine offenen Social-Media-Auftritte bekannt. Die Popularität hat ihn jedoch auch in Konflikt mit traditionellen Kräften in der Kirche gebracht. Nach eigenen Angaben kritisiert er das Zölibatsgebot, weil es seiner Meinung nach die natürliche Sexualität unterdrücke statt sie als Teil der menschlichen Identität wertzuschätzen. „Ich hätte ein Doppelleben führen können wie andere, aber das wäre nicht ehrlich gewesen“, erklärte Ravagnani und entscheidet sich somit bewusst gegen Verstellung und Heimlichkeit.

 

Kirche bleibt bei restriktiven Prinzipien

In der katholischen Kirche herrscht weiterhin eine restriktive Haltung zu Sexualität, die insbesondere jüngere Menschen zunehmend infrage stellen. Papst Leo hat zuletzt betont, dass sich an der bestehenden Lehre zum Thema LGBTIQ+-Akzeptanz und Zölibat kurzfristig nichts ändern werde. Damit stößt er sowohl bei progressiven Katholikinnen und Katholiken als auch bei einer wachsenden Zahl junger Gläubiger auf Unverständnis. Kirchliche Kreise reagieren auf Ravagnanis Schritt mit Kritik. Ihm wird vorgeworfen, Sexualität zu sehr zur Selbstdarstellung statt zur Hingabe zu machen – ein Vorwurf, der auf breite gesellschaftliche Debatten verweist.

 

Multimedialer Einfluss

Die Entscheidung von Priestern wie Ravagnani, offen über Sexualität und persönliche Grenzen zu sprechen, ist eine Seltenheit in der katholischen Welt. Seine Aktivitäten als YouTuber und seine Offenheit haben nicht nur Befürworterinnen und Befürworter begeistert – sie führten auch zu Mahnungen und Vorgaben durch die Kirchenleitung. Offenbar haben diese Spannungen zu seiner Entscheidung beigetragen, nach seinem Kirchenaustritt weiterhin als Autor und Lehrer zu arbeiten – allerdings außerhalb offizieller kirchlicher Strukturen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Marihuana macht schwul

US-Pastor sorgt für Heiterkeit

Ein US-amerikanischer Pastor hat mit Aussagen über Marihuana, Homosexualität und Nikotin Heiterkeit und eine Welle der Kritik ausgelöst.
Gay Walking Speed

Gehen schwule Männer anders?

Ein populäres Klischee über das schnelle Gehtempo schwuler Männer rückt durch neue Erkenntnisse über die gesundheitlichen Vorteile zügigen Gehens in den Fokus.
LGBTIQ+-Dating im Wandel

Klarheit statt gemischter Signale

Eine neue Hinge-Studie zeigt, dass LGBTIQ+-Singles in unsicheren Zeiten zunehmend auf emotionale Sicherheit, Beständigkeit und klare Absichten setzen.
Komplettausfall von Ogles

US-Republikaner attackiert Schwule

Homosexualität habe kein Platz in den USA, erklärte der Republikaner Andy Ogles und löst damit eine heftige Debatte in seiner eigenen Partei aus.
Akzeptanzwerte sinken erneut

Weiterer Rückgang dokumentiert

Eine neue Gallup-Umfrage zeigt, dass die Unterstützung für LGBTIQ+-Rechte in den USA nach Jahren des Anstiegs erneut zurückgeht. Ein Alarmsignal!
Stichwahl in Kolumbien

Debatte über LGBTIQ+-Rechte

Vor der Präsidentschaftsstichwahl in Kolumbien richtet sich der Blick auf die Zukunft der LGBTIQ+-Rechte. Haben diese weiter Bestand? .
Warnung von Klaus Wowereit

Sorge um gesellschaftliches Klima

25 Jahre nach seinem berühmten Coming-Out blickt Klaus Wowereit mit Sorge auf die Entwicklung der Akzeptanz von Lesben und Schwulen in Deutschland.
Wandel in Ungarn

Mehrheit für LGBTIQ+-Rechte

Eine Mehrheit der Ungarn spricht sich laut einer neuen Umfrage für die Abschaffung von Gesetzen aus, die die Rechte von LGBTIQ+-Menschen einschränken.
Türkei im Kampf gegen LGBTIQ+

Dritter Anlauf für Hass-Gesetzpaket

Im dritten Anlauf will die Türkei im Juni das geplante Anti-LGBTIQ+-Gesetzpaket durchs Parlament bringen, dass queere Existenz kriminalisieren soll.