Breiter Marsch: Mehr Akzeptanz Indien: Mumbai Pride feiert 16-jähriges Jubiläum
Mumbai feiert „Sweet 16“ - Queer Pride trotz Hürden.
Terminverschiebung, aber starke Beteiligung
Mitreißende Farben, kreative Transparente und eine deutliche Botschaft – so präsentierte sich die Mumbai Queer Pride am 20. Februar 2026. Ursprünglich sollte die Parade bereits am 31. Januar stattfinden, musste aber wegen polizeilicher Auflagen kurzfristig verschoben werden. Dank intensiver Gespräche zwischen Organisatorinnen und Organisatoren und den lokalen Behörden gelang es dennoch, einen sicheren Marsch durch die Metropole zu ermöglichen. Das Ergebnis: Trotz Terminänderung versammelten sich Hunderte Menschen im Herzen von Mumbai und feierten das 16-jährige Bestehen des Events. Einige, die ursprünglich dabei sein wollten, konnten wegen des neuen Datums jedoch nicht teilnehmen – das wirkte sich aber nicht auf die kraftvolle und sichtbare Präsenz aus.
Fortschritt und Herausforderungen für queere Community
Seitdem der Oberste Gerichtshof Indiens 2018 gleichgeschlechtlichen Sex legalisierte, ist die Sichtbarkeit von queeren Menschen in Städten wie Mumbai gewachsen. Dennoch bleiben strukturelle Benachteiligungen: Es gibt weiterhin weder eine rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare noch umfassende Antidiskriminierungsgesetze. Insbesondere trans* Frauen, trans* Männer und nichtbinäre Menschen fordern öffentlich mehr Sicherheitsgarantien und gesellschaftliche Akzeptanz. Laut offiziellen Zahlen leben mehr als 1,46 Milliarden Menschen in Indien; die Stimmen der queeren Community werden immer lauter und selbstbewusster. Bei der diesjährigen Pride betonten viele Teilnehmende, dass Toleranz nicht ausreiche: Es geht um das Recht auf volle gesellschaftliche Teilhabe.
Stimmen voller Hoffnung und Stolz
Ashish Pandya, ein LGBTIQ+-Aktivist, fasste die Stimmung auf der Bühne zusammen: „Pride ist unsere Brücke aus dem Rand der Gesellschaft hinein in die Mitte. Der Weg zur vollständigen Gleichberechtigung bleibt lang, aber wir beanspruchen unser Recht, dazuzugehören.“ Auch der Teilnehmer Suman Mondel beschreibt den Marsch als bewegende Erfahrung: „Für einige Stunden trafen sich Menschen, um gemeinsam Liebe und Vielfalt zu feiern. Diese positive Energie ist eine reine Freude.“
Indien als Zukunftslabor für Rechte und Akzeptanz
Mit der Mumbai Pride sendet Indiens queere Community starke Signale: Die Versammlung trotz Auflagen und Umplanungen zeigt, welche Kraft zivilgesellschaftliches Engagement gerade unter schwierigen Bedingungen entfalten kann. Angesichts einer politischen Landschaft, die nur zögerlich neue Rechte gewährt, steht die Veranstaltungsreihe für Widerstand und Hoffnung zugleich. Ob die Sichtbarkeit zu konkreten Verbesserungen im Alltag führen wird, bleibt eine der drängendsten Fragen — nicht nur in Mumbai, sondern in ganz Indien.