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Fist Club Europe: Zweiter internationaler Fisting-Tag

Aufklärung und Clubsupport Fist Club Europe: Zweiter internationaler Fisting-Tag

tb - 05.05.2026 - 20:30 Uhr
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Am 5. Mai begeht der Berliner Verein Fist Club Europe e.V. zum zweiten Mal den „Internationalen Tag des Fistens“. Die Initiative zielt darauf ab, die wenig öffentlich thematisierte Sexualpraxis Fisting mit Aufklärung, Sachlichkeit und gesundheitlichem Fokus sichtbar zu machen und bestehende Vorurteile abzubauen. Mit umfassenden Informationsangeboten und internationaler Vernetzung soll ein verantwortungsvolles und sicheres Miteinander gefördert werden.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Internationale Tag des Fistens wird seit 2025 jährlich am 5. Mai ausgerichtet.
  • Initiator ist der Verein Fist Club Europe e.V. mit Sitz in Berlin.
  • Der Verein bietet Leitfäden zum Safer Fisting, Präventionsmaterialien und Infos in sechs Sprachen.
  • Mitglieder können sich rechtlich und organisatorisch unterstützen lassen, etwa bei der Gründung lokaler Clubs.

 

Fisting: Aufklärung zu Safer Sex und Selbstbestimmung

Mit dem Aktionstag will der Fist Club Europe e.V. laut Pressesprecher Balian Richter eine sexualitätsbejahende, sachliche Debatte anstoßen und Mythen rund um das Thema Fisting auflösen. Dazu gehören muttersprachliche Anfänger-Guides, Safer-Fisting-Tipps sowie medizinisch geprüfte Informationen zu HIV, Hepatitis und anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Im Mittelpunkt stehen Sicherheit und Kommunikation, denn Fisting gilt – richtig praktiziert – als Ausdruck gegenseitigen Vertrauens und gelebter sexueller Selbstbestimmung. Die Praxis, insbesondere im schwulen Kontext weit verbreitet, wird in Gesundheitseinrichtungen selten offen angesprochen, was das Risiko von Fehlinformationen oder gesundheitlichen Problemen erhöht. Experten betonen, wie wichtig präzise Hinweise zu Gleitmitteln, Hygiene und Techniken sind, die Verletzungsrisiken minimieren, um eine sichere Ausübung zu ermöglichen.

 

Förderung queerer Community-Strukturen in Europa

Ein Schwerpunkt der Kampagne 2026 ist die gezielte Unterstützung beim Aufbau lokaler Fisting-Clubs durch Bereitstellung von Beratungen, Vereinsdokumenten und finanzieller Hilfe für Eintragungen und Notargebühren. So versteht sich Fist Club Europe als internationaler Dachverband mit dem Ziel, die Community europaweit zu vernetzen und sichtbar zu machen. Die zunehmende internationale Reichweite – etwa durch mehrsprachige digitale Angebote – unterstreicht den Bedarf am Abbau von Stigmata. Die Organisatorinnen und Organisatoren richten sich mit dem Angebot ausdrücklich an Menschen aller geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen, um eine offene, informierte Atmosphäre für Interessierte und Erfahrene zu schaffen.

 

Politische Dimension sexualpolitischer Aufklärung

Gleichzeitig weist der Verein auf die Bedeutung sexueller Selbstbestimmung als Menschenrecht hin. Fisting sei nach wie vor eine der am stärksten stigmatisierten Praktiken – auch rechtlich gibt es in verschiedenen europäischen Staaten Unsicherheiten bezüglich Sexualstrafrecht oder medizinischer Versorgung. Der jährliche „International Fisting Day“ soll daher nicht nur informieren, sondern auch die Rechte und das Wohlbefinden queerer Menschen stärken, indem er einen Rahmen für kontinuierliche Aufklärung und Austausch bietet.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Wo finde ich sichere und seriöse Informationen zu Safer Fisting?
Die Website fist.club bietet wissenschaftlich geprüfte, mehrsprachige Informationen zu Technik, Hygiene und gesundheitlichen Risiken.

Wer kann an Club-Gründungen oder Support-Angeboten teilnehmen?
Das Angebot richtet sich an Menschen aus ganz Europa, unabhängig von Identität, Orientierung oder Erfahrung.

Wie hilft der Verein konkret bei der Clubgründung?
Interessierte erhalten Hilfe bei rechtlichen Fragen sowie finanzielle Unterstützung für Gründungsformalitäten.

Zum Abschluss bleibt offen, wie viele Einzelpersonen oder Gruppen das Angebot des Fist Club Europe annehmen und ob auch in diesem Jahr weitere Mitglieder und Clubs in Europa gegründet werden. Die Entwicklungen zeigen: Das Bedürfnis nach sicherer, offener Sexualaufklärung wächst und wird zunehmend professionell begleitet.

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