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LGBTIQ+ Rechte im Jahr 2026

LGBTIQ+ Rechte im Jahr 2026 Studie zeigt vielfältige Herausforderungen für die Community

ms - 18.02.2026 - 15:00 Uhr
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Die Aussichten für den Erhalt und den Kampf um die weltweiten Rechte von LGBTIQ+ im Jahr 2026 könnten sehr herausfordernd werden. Zu diesem Schluss kommt die Thomson Reuters Foundation und legt dazu einen umfassenden Bericht vor. Nach einem Jahr, das von legislativen Rückschlägen und massiven Kürzungen bei der Finanzierung globaler Rechteinitiativen geprägt war, dürften Wahlen, Gerichtsurteile und rechtliche Reformen auch 2026 wichtige Auswirkungen auf die Politik und die Lebensrealität von LGBTIQ+ Menschen weltweit haben.

Gerichtsurteile im Fokus

Im vergangenen Jahr beendete US-Präsident Donald Trump nach seinem Amtsantritt jahrelange Finanzierungen für globale Initiativen zur Rechteförderung und HIV-Prävention. Gleichzeitig schränkten Gesetzgeber in Ländern wie Ghana, Kasachstan und der Türkei die Rechte von LGBTIQ+ Personen weiter ein. Dennoch gab es auch Fortschritte: Thailand und Liechtenstein nahmen die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare an, während in Burkina Faso und Trinidad und Tobago homosexuelle Handlungen weiterhin kriminalisiert werden.

In verschiedenen Ländern stehen wichtige Gerichtsurteile zu LGBTIQ+ Rechten an, darunter in Japan, Botswana und Ungarn. Ebenso wird der Ausgang von Wahlen in Peru, Kolumbien, Bulgarien und Neuseeland von Bedeutung sein. In Kolumbien könnte die Bürgermeisterin von Bogotá, Claudia López, als erste lesbische Präsidentin des Landes gewählt werden, während in Peru der führende Präsidentschaftskandidat Rafael López Aliaga sowohl die gleichgeschlechtliche Ehe als auch das Abtreibungsrecht ablehnt.

Afrika und Asien

In Botswana klagt ein gleichgeschlechtliches Paar auf das Recht, zu heiraten. In Botswana gibt es bislang noch keine Ehegleichstellung. In Ghana könnte das „Family Values“-Gesetz, das ein koloniales Gesetz zur Kriminalisierung von homosexuellen Handlungen verschärfen würde, im Jahr 2026 in Kraft treten, nachdem Präsident John Dramani Mahama zugesichert hat, es zu unterzeichnen, wenn es das Parlament passiert.

In Japan entschied das Oberste Gericht von Tokio im November gegen die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe. Das Verfahren geht nun an den Obersten Gerichtshof des Landes. Seit Januar hat Indonesien außerehelichen Sex kriminalisiert, was mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft wird. Ohne Ehegleichstellung verbietet dieses Gesetz effektiv gleichgeschlechtliche Beziehungen. Zudem wird erwartet, dass in Indonesien ein Gesetz verabschiedet wird, das LGBTIQ+-Inhalte online verbietet und Social-Media-Inhalte sowie Fernsehsendungen zensiert.

Europa

Polnische Gesetzgeber erwarten die Verabschiedung eines Gesetzes, das „Zusammenlebensverträge“ für Paare einführt – ein Schritt hin zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Familien. In Kasachstan trat am im Januar ein Gesetz in Kraft, das „LGBTIQ+-Propaganda“ verbietet. Der Europäische Gerichtshof wird voraussichtlich in diesem Jahr eine endgültige Entscheidung über das umstrittene Anti-Homosexuellen -Gesetz in Ungarn treffen. In Großbritannien wird von der Menschenrechtsbehörde erwartet, dass sie einen Verhaltenskodex für den Zugang zu geschlechtsspezifischen Räumen veröffentlicht. Dies folgt auf ein Urteil des Obersten Gerichts, das die Definition einer Frau im Equality Act nicht auf trans* Frauen ausgeweitet hat.

Amerika und Ozeanien 

Der Oberste Gerichtshof der USA wird wahrscheinlich in diesem Jahr darüber entscheiden, ob ein Gesetz aus Colorado, das die Konversionstherapie verbietet, die freie Meinungsäußerung verletzt. In Mexiko wird erwartet, dass mehrere Bundesstaaten 2026 ihre Strafgesetzbücher reformieren, um den Mord an trans* Frauen als Straftat zu erfassen, ein Schritt, der bereits in vier Bundesstaaten im letzten Jahr vollzogen wurde. In Chile wird ein Gesetz erwartet, das Bildungseinrichtungen verpflichtet, Maßnahmen gegen Mobbing aufgrund der sexuellen Orientierung, der Geschlechtsidentität sowie der Geschlechtsmerkmale zu ergreifen.

Im australischen Bundesstaat Victoria wird voraussichtlich ein Gesetz verabschiedet, das „verschiebbare Behandlungen“ oder Operationen an intersexuellen Minderjährigen bis zum Erreichen des Alters für eine informierte Einwilligung verbietet. Es wäre das erste Gesetz dieser Art im Land. In Neuseeland wird das Verbot neuer Pubertätsblocker zur Behandlung von Geschlechtsdysphorie bei Minderjährigen 2026 einer gerichtlichen Überprüfung unterzogen, nachdem es von Dezember auf dieses Jahr verschoben wurde.

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