Direkt zum Inhalt
Überraschung bei Disney

Überraschung bei Disney Der Mäusekonzern will die queere Community stärker einbinden

ms - 13.02.2026 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Der Disney Konzern zeigt sich einmal mehr wankelmütig gegenüber der Community und überrascht nun mit seiner jüngsten Ankündigung: Nachdem bereits 2022 eine erste offen schwule Hauptfigur im Film „Strange World“ auftauchen durfte, wurden drei Jahre später schwule Hinweise auf die Figur „Elio“ im gleichnamigen Film bewusst gestrichen – im gleichen Jahr beendete der Mäusekonzern auch alle Projekte zur Vielfaltsförderung. Nun die erneute Kehrtwende: Das Filmteam arbeitet an einem neuen Kinoprojekt mit einer Hauptfigur, die offen trans* ist.  

Sichtbarkeit im Mainstream

Wie das Studio mitteilte, markiert das Projekt einen Schritt hin zu mehr LGBTIQ+-Repräsentation in großen Filmproduktionen. Der Titel des Films wurde noch nicht veröffentlicht. Nach Angaben des Studios soll die Handlung die Geschichte einer jungen trans* Frau erzählen, die in einem nicht immer unterstützenden Umfeld Herausforderungen bewältigt und persönliche Erfolge feiert. Geplant ist eine vielfältige Besetzung, zu der auch trans* Schauspielerinnen und Schauspieler gehören sollen. Damit wolle man queeren Talenten im Mainstream-Kino mehr Sichtbarkeit verschaffen.

US-Beobachter werten die Ankündigung als bedeutenden Schritt für die LGBTIQ+-Community, gerade in einer Zeit, in der queere Menschen seitens der US-Regierung immer mehr unter Beschuss geraten. Trans* Menschen seien in großen Produktionen bislang häufig unterrepräsentiert oder stereotyp dargestellt worden, so ein Sprecher des Entertainment-Giganten. Disney, bekannt für generationenübergreifende Filmstoffe, setze nun daher auf eine inklusivere Erzählweise, die ein breiteres Publikum ansprechen und insbesondere jungen Menschen Identifikationsangebote machen solle.

Signalwirkung für die Filmindustrie?

Die Entscheidung wird auch außerhalb der USA als gesellschaftliches Signal verstanden. In vielen Ländern wird derzeit intensiv über Rechte und Anerkennung von trans* und queeren Personen diskutiert. Die größere Sichtbarkeit durch ein international agierendes Studio könne dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und Akzeptanz zu fördern, heißt es in Branchenkreisen. 

Zugleich dürfte das Projekt nach Einschätzung von Filmexperten möglicherweise auch andere Produktionsfirmen dazu ermutigen, verstärkt auf vielfältige Stoffe und Besetzungen zu setzen – vorausgesetzt natürlich, die Geschichte wird kein Flopp an den Kinokassen. Zuletzt erging es so dem französischen Film „Emilia Pérez“, der von der Kritik hoch  gelobt wurde, aber mit knapp 16 Millionen US-Dollar an weltweiten Einnahmen nicht einmal seine Produktionskosten einspielen konnte. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Trauriges Jubiläum in Kamerun

10 Jahre homophobes Hass-Gesetz

Der verschärfte Strafartikel Artikel 347-1 schafft in Kamerun seit nunmehr zehn Jahren ein Klima der Angst vor Gewalt unter Schwulen und Lesben.
Aktion für LGBTIQ+-Rechte

Besondere Delegation in Brüssel

Eine Delegation von queeren Menschenrechtlern traf sich mit EU-Abgeordneten, um die aktuellen Probleme der Community deutlich zu machen.
Homophobie in Brasilien

Hohe Strafe gegen Fußballtrainer

In Brasilien wurde ein bekannter Fußballtrainer jetzt zu einer hohen Strafe verurteilt, weil er sich zuvor homophob gegenüber Schwulen geäußert hatte.
Russland sperrt YouTube

WhatsApp ebenso betroffen

Die russische Zensurbehörde Roskomnadsor sperrt nach und nach alle Kommunikationswege der queeren Community, zuletzt jetzt YouTube und WhatsApp.
Gold für Guillaume Cizeron

Triump bei Olympischen Spielen

Historischer Sieg: Der schwule Eiskunstläufer Guillaume Cizeron ist der erste Eistänzer, der jetzt mit zwei unterschiedlichen Partnerinnen Gold gewann
Handfester Schock

Harte Tatsachen in Donauwörth

In Donauwörth ist eine öffentliche Toilette unter Herren seit geraumer Zeit sehr beliebt – nun allerdings folgte ein besonderer Coitus Interruptus.
Morddrohungen in Italien

Im Fokus bekannter LGBTIQ+-Aktivist

Der Präsident des größten LGBTIQ+-Vereins Italiens, Antonello Sannino, hat viele Morddrohungen bekommen und fürchtet um die Sicherheit seiner Familie.
Konstant falsche Anrede

Offener trans* Mann bei Olympia

Elis Lundholm, erster offen trans* Mann bei Olympia, wurde während der Übertragung seines Wettkampfs wiederholt von NBC Sports misgendert.
Schmutzkampagne in Ungarn?

Eklat um geheimes schwules Sexvideo

Ein vermeintliches Sexvideo soll Ungarns Oppositionsführer bei einer schwulen Sex-Orgie zeigen. Eine Schmutzkampagne vor den Wahlen im April?