Direkt zum Inhalt
Republikaner attackieren Netflix

Attacke auf Netflix US-Senat kritisiert queere Inhalte beim Streamingdienst

ms - 05.02.2026 - 11:30 Uhr
Loading audio player...

Netflix-Chef Ted Sarandos geriet Mitte der Woche in die Schlagzeilen, als er vor einem Unterausschuss des US-Senats zu der geplanten Übernahme von Warner Bros Discovery Stellung nahm. Doch neben den üblichen Fusionsbedenken richtete sich ein großer Teil der Anhörung überraschenderweise auf den Vorwurf, dass Netflix mit seinem Content zu „woke“ sei, insbesondere bei Inhalten, die trans* und queere Charaktere umfassen.

Zu „woke“ Inhalte bei Netflix?

Sarandos wurde von den Republikanern zu den aktuellen Programmen des Unternehmens befragt, die immer wieder wegen ihres vermeintlich progressiven oder politischen Inhalts in der Kritik stehen. Senator Eric Schmitt fragte, warum man Netflix einen solchen Deal überhaupt genehmigen sollte, wenn das Unternehmen „nicht nur ein Monopol für Inhalte schafft, sondern auch die meisten ‘woken’ Inhalte in der Geschichte der Welt produziert.“

Im Mittelpunkt der Anhörung standen auch Netflix' Inhalte für Kinder. Senator Josh Hawley warf dem Streamingdienst vor, „fast die Hälfte“ der Inhalte für minderjährige Kinder fördere eine „trans* Ideologie Agenda“. Sarandos wies diese Behauptung zurück und erklärte, Netflix habe keine politische Agenda. Besondere Erwähnung fand der französische Film „Cuties“, der aufgrund seiner Thematik – der Sexualisierung junger Mädchen – kontrovers diskutiert wurde. Sarandos verteidigte auch diesen Film, der als Kommentar zur sexualisierten Darstellung von Mädchen gedacht sei und lediglich für ein reiferes Publikum vorgesehen wäre.

Voreingenommenheit bei Netflix?

Auch die politischen Spenden von Netflix-Mitarbeitern, die überwiegend demokratisch orientiert sind, wurden thematisiert, was von republikanischen Gesetzgebern als weiterer Beleg für eine ideologische Voreingenommenheit des Unternehmens gewertet wurde.

Unterdessen traf sich David Ellison, Geschäftsführer von Paramount Skydance und ebenso interessiert Warner Bros Discovery, privat mit den Gesetzgebern. Einige Republikaner sehen in der Nähe seines Unternehmens zu Präsident Trump eine Möglichkeit, Bedenken hinsichtlich des Inhalts zu entschärfen, während Demokraten weiterhin auf die Frage drängen, wie fair eine solche Transaktion unter der Trump-Administration überprüft werden könnte. Sarandos gestand, dass er kurz vor der Bekanntgabe des Deals mit Trump gesprochen hatte, jedoch ohne, dass der Deal Hauptthema war. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Adicoff schreibt Geschichte

Schwuler Held der Community

Der schwule US-Langlauf-Athlet Jake Adicoff hat es tatsächlich geschafft und fährt nach den Winter-Paralympics mit vier Goldmedaillen nach Hause.
Neue Kritik an Dobrindt

Ende der unabhängigen Asylberatung

Das Bundesinnenministerium will 2027 die unabhängige Asylberatung beenden. Kritik kommt von der Opposition und mehreren Vereinen, darunter der LSVD+.
Kommunalwahlen in Hessen

Erste Trend-Ergebnisse

Nach den Kommunalwahlen in Hessen zeichnet sich ab, dass die CDU stärkste Kraft im Land bleibt. Der LSVD+ hofft auf eine Fortführung queerer Politik.
Ekat um schwules Paar

Rauswurf aus Schwarzwald-Therme

Ein schwules Influencer-Paar wurde aus einer Schwarzwald-Therme rausgeworfen, angeblich nur aufgrund eines kurzen Kusses. Der Betreiber widerspricht.
Shitstorm rund um Boris Palmer

Kritik an SBGG und Aktivisten

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat jetzt übertriebenen queeren Aktivismus und das SBGG in seiner aktuellen Form kritisiert.
Spin-Off von Heated Rivalry

Spekulationen über neue HR-Serie

Wird es ein Spin-Off der schwulen Hit-Serie "Heated Rivalry" geben, in der es um das schwule Paar Scott und Kip geht? Es gibt erste Anzeichen dafür...
US-Paralympionike Jake Adicoff

Zwei Goldmedaillen bei Olympia

US-Paralympionike Jake Adicoff hat bereits zwei Goldmedaillen bei Olympia gewonnen, am Wochenende will er zwei weitere gewinnen.
Präzedenzfall in den USA

Gefahr für alle trans* Menschen

Ein US-Bundesgericht hat nun ein Verbot von geschlechtsangleichender Medizin bei erwachsenen trans* Personen bekräftigt. Ein Präzedenzfall für die USA
Schuldspruch in Belgien

15 Jahre Haft für grausame Bluttat

Urteilsspruch: 15 Jahre Haft für drei junge Männer, die 2021 in Belgien einen schwulen 42-Jährigen mittels Grindr in eine Falle lockten und töteten.