BAFTA-Nominierungen 2026 Schwuler SM-Film dominiert britische Filmpreisverleihung
Die British Academy of Film and Television Arts (BAFTA) hat die Nominierungen für die Filmpreise 2026 bekanntgegeben. Die Auszeichnungen werden am 22. Februar in der Royal Festival Hall in London verliehen. Zu den meistnominierten Produktionen zählt der Film „Sinners“ mit insgesamt 13 Nennungen. Noch häufiger vertreten ist lediglich „One Battle After Another“, der auf 14 Nominierungen kommt. Die meisten Blicke indes sind auf die schwule SM-Lovestory „Pillion“ gerichtet mit drei Nominierungen – bisher ein Novum in der Geschichte des britischen Filmpreises.
Historische Nominierung der Filmgeschichte
Der BDSM-Film mit Alexander Skarsgård und Harry Melling in den Hauptrollen erhielt Nennungen als Bester britischer Film, für das Herausragende Debüt eines britischen Autors, Regisseurs oder Produzenten sowie für das Beste adaptierte Drehbuch. Regisseur Harry Lighton, der mit „Pillion“ sein Spielfilmdebüt gab, könnte im Erfolgsfall gleich mehrfach ausgezeichnet werden.
Grundlage des Films ist der Roman „Box Hill“ von Adam Mars-Jones, der die jahrelange dominanz-devote Beziehung zwischen einem Motorradfahrer und einem jungen Mann thematisiert. Erstmals ist damit ein Film in der wichtigsten Kategorie als Bester Film nominiert, der explizit schwule Protagonisten und Fetisch freizügig und authentisch in Szene setzt. Ende März kommt der Film auch in Deutschland in die Kinos.
Nominierung für „Wicked“
Der Musical-Film „Wicked: For Good“ erhielt zwei Nominierungen – in den Kategorien Kostümdesign sowie Maske und Frisuren. Nachdem das Sequel bei den Oscar-Nominierungen leer ausgegangen war, hatte es zuletzt Kritik an einer mangelnden Berücksichtigung gegeben. Schauspielerin Cynthia Erivo und Sängerin Ariana Grande wurden für ihre Leistungen im zweiten Teil nicht nominiert, nachdem sie im Vorjahr noch in den Haupt- und Nebendarstellerinnen-Kategorien vertreten gewesen waren. Branchenexperten verwiesen indes auf eine traditionell geringe Anerkennung von Fortsetzungen sowie auf dramaturgische Schwächen des zweiten Musical-Akts.
LGBTIQ+-Figuren und Storys
In der Kategorie Ton wurde zudem der Film „Warfare“ nominiert, in dem unter anderem Kit Connor (Heartstopper) mitwirkt. Eine Nominierung als Bester Hauptdarsteller erhielt Ethan Hawke für seine Darstellung des schwulen Songtexters Lorenz Hart in „Blue Moon“.
Auch im Bereich Animation ist queere Repräsentation präsent: Pixars „Elio“ wurde für den BAFTA als Bester animierter Film nominiert. Nach dem Kinostart war bekannt geworden, dass die Hauptfigur ursprünglich explizit „queer codiert“ gewesen sei, entsprechende Aspekte später jedoch abgeschwächt wurden. Beobachter sehen in der Auswahl der Nominierten ein mögliches Signal gegen den Vorwurf, große Filmpreise seien zunehmend einseitig ausgerichtet. Die BAFTA-Verleihung findet am 22. Februar statt.
Die wichtigsten Nominierungen im Überblick
Bester Film
- Hamnet
- Marty Supreme
- One Battle After Another
- Sentimental Value
- Sinners
Bester britischer Film
- 28 Years Later
- The Ballad of Wallis Island
- Bridget Jones: Mad About the Boy
- Die My Love
- H Is For Hawk
- Hamnet
- I Swear
- Mr Burton
- Pillion
- Steve
Beste Hauptdarstellerin
- Jessie Buckley – Hamnet
- Rose Byrne – If I Had Legs I’d Kick You
- Kate Hudson – Song Sung Blue
- Chase Infiniti – One Battle After Another
- Renate Reinsve – Sentimental Value
- Emma Stone – Bugonia
Bester Hauptdarsteller
- Robert Aramayo – I Swear
- Timothée Chalamet – Marty Supreme
- Leonardo DiCaprio – One Battle After Another
- Ethan Hawke – Blue Moon
- Michael B. Jordan – Sinners
- Jesse Plemons – Bugonia
Beste Nebendarstellerin
- Odessa A’zion – Marty Supreme
- Inga Ibsdotter Lilleaas – Sentimental Value
- Wunmi Mosaku – Sinners
- Carey Mulligan – The Ballad of Wallis Island
- Teyana Taylor – One Battle After Another
- Emily Watson – Hamnet
Bester Nebendarsteller
- Benicio del Toro – One Battle After Another
- Jacob Elordi – Frankenstein
- Paul Mescal – Hamnet
- Peter Mullan – I Swear
- Sean Penn – One Battle After Another
- Stellan Skarsgård – Sentimental Value