Direkt zum Inhalt

BAFTA-Nominierungen 2026 Schwuler SM-Film dominiert britische Filmpreisverleihung

Von ms - 28.01.2026 - 14:00 Uhr
BAFTA-Nominierungen 2026
Foto: IMAGO / Landmark Media
ANZEIGE
Loading audio player...

Die British Academy of Film and Television Arts (BAFTA) hat die Nominierungen für die Filmpreise 2026 bekanntgegeben. Die Auszeichnungen werden am 22. Februar in der Royal Festival Hall in London verliehen. Zu den meistnominierten Produktionen zählt der Film „Sinners“ mit insgesamt 13 Nennungen. Noch häufiger vertreten ist lediglich „One Battle After Another“, der auf 14 Nominierungen kommt. Die meisten Blicke indes sind auf die schwule SM-Lovestory „Pillion“ gerichtet mit drei Nominierungen – bisher ein Novum in der Geschichte des britischen Filmpreises. 

Historische Nominierung der Filmgeschichte

Der BDSM-Film mit Alexander Skarsgård und Harry Melling in den Hauptrollen erhielt Nennungen als Bester britischer Film, für das Herausragende Debüt eines britischen Autors, Regisseurs oder Produzenten sowie für das Beste adaptierte Drehbuch. Regisseur Harry Lighton, der mit „Pillion“ sein Spielfilmdebüt gab, könnte im Erfolgsfall gleich mehrfach ausgezeichnet werden. 

Grundlage des Films ist der Roman „Box Hill“ von Adam Mars-Jones, der die jahrelange dominanz-devote Beziehung zwischen einem Motorradfahrer und einem jungen Mann thematisiert. Erstmals ist damit ein Film in der wichtigsten Kategorie als Bester Film nominiert, der explizit schwule Protagonisten und Fetisch freizügig und authentisch in Szene setzt. Ende März kommt der Film auch in Deutschland in die Kinos. 

Nominierung für „Wicked“ 

Der Musical-Film „Wicked: For Good“ erhielt zwei Nominierungen – in den Kategorien Kostümdesign sowie Maske und Frisuren. Nachdem das Sequel bei den Oscar-Nominierungen leer ausgegangen war, hatte es zuletzt Kritik an einer mangelnden Berücksichtigung gegeben. Schauspielerin Cynthia Erivo und Sängerin Ariana Grande wurden für ihre Leistungen im zweiten Teil nicht nominiert, nachdem sie im Vorjahr noch in den Haupt- und Nebendarstellerinnen-Kategorien vertreten gewesen waren. Branchenexperten verwiesen indes auf eine traditionell geringe Anerkennung von Fortsetzungen sowie auf dramaturgische Schwächen des zweiten Musical-Akts.

LGBTIQ+-Figuren und Storys 

In der Kategorie Ton wurde zudem der Film „Warfare“ nominiert, in dem unter anderem Kit Connor (Heartstopper) mitwirkt. Eine Nominierung als Bester Hauptdarsteller erhielt Ethan Hawke für seine Darstellung des schwulen Songtexters Lorenz Hart in „Blue Moon“. 

Auch im Bereich Animation ist queere Repräsentation präsent: Pixars „Elio“ wurde für den BAFTA als Bester animierter Film nominiert. Nach dem Kinostart war bekannt geworden, dass die Hauptfigur ursprünglich explizit „queer codiert“ gewesen sei, entsprechende Aspekte später jedoch abgeschwächt wurden. Beobachter sehen in der Auswahl der Nominierten ein mögliches Signal gegen den Vorwurf, große Filmpreise seien zunehmend einseitig ausgerichtet. Die BAFTA-Verleihung findet am 22. Februar statt.

Die wichtigsten Nominierungen im Überblick

Bester Film

  • Hamnet
  • Marty Supreme
  • One Battle After Another
  • Sentimental Value
  • Sinners

Bester britischer Film

  • 28 Years Later
  • The Ballad of Wallis Island
  • Bridget Jones: Mad About the Boy
  • Die My Love
  • H Is For Hawk
  • Hamnet
  • I Swear
  • Mr Burton
  • Pillion
  • Steve

Beste Hauptdarstellerin

  • Jessie Buckley – Hamnet
  • Rose Byrne – If I Had Legs I’d Kick You
  • Kate Hudson – Song Sung Blue
  • Chase Infiniti – One Battle After Another
  • Renate Reinsve – Sentimental Value
  • Emma Stone – Bugonia

Bester Hauptdarsteller

  • Robert Aramayo – I Swear
  • Timothée Chalamet – Marty Supreme
  • Leonardo DiCaprio – One Battle After Another
  • Ethan Hawke – Blue Moon
  • Michael B. Jordan – Sinners
  • Jesse Plemons – Bugonia

Beste Nebendarstellerin

  • Odessa A’zion – Marty Supreme
  • Inga Ibsdotter Lilleaas – Sentimental Value
  • Wunmi Mosaku – Sinners
  • Carey Mulligan – The Ballad of Wallis Island
  • Teyana Taylor – One Battle After Another
  • Emily Watson – Hamnet

Bester Nebendarsteller

  • Benicio del Toro – One Battle After Another
  • Jacob Elordi – Frankenstein
  • Paul Mescal – Hamnet
  • Peter Mullan – I Swear
  • Sean Penn – One Battle After Another
  • Stellan Skarsgård – Sentimental Value
Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

hessenschauMoritz Brandenstein schafft Ort gegen Einsamkeit: "Keiner war so wie ich"tazHomosexualität im japanischen Sport: Rui Takahashi macht den ganz mutigen AufschlagtazNeue ZDF-Serie: Das Geisterhaus im SchwarzwaldhessenschauTanzen gegen die Einsamkeit: Ein Ort, an dem sich queere Menschen nicht erklären müssenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Aufregung am Hotelfenster

„Smallville“-Star reagiert mit Humor

Tom Welling wollte New York zeigen – doch die Fensterscheibe verriet mehr. Der „Smallville“-Star nimmt die Instagram-Panne offenbar gelassen.
Troye Sivan zeigt Gefühle

Clubnächte und Liebeskummer

Troye Sivans neues Album begeistert fast alle, außer jene, die meinen, es sei "zu schwul" - er kontert mit Humor und spricht zudem über seinen Ex.
Katy Bähm verkündet Ehe-Aus

Trennung nach 14 Jahren Liebe

Dragqueen Katy Bähm gibt nach 14 gemeinsamen Jahren die Trennung von Ehemann Francis bekannt. Prominente reagieren mit Mitgefühl.
Abschied nach 52 Jahren

Peter Urban beendet NDR-2-Show

Peter Urban hat seine letzte NDR-2-Show moderiert. Nach 52 Jahren und fünf Monaten geht die ESC-Legende auf eigenen Wunsch. Was nun folgt.
17 Jahre ohne „Steo“

Stephen Gately bleibt unvergessen

Zum 17. Todestag erinnern wir an Stephen Gately: seine Stimme bei Boyzone, sein Coming-out und ein Leben, das weit über Pop hinaus wirkte.
Kramers Duschgeheimnis

Unterwäsche statt nackter Haut

Bei Barbara Schöneberger verrät Christoph Kramer, wie sich die Fußballduschen verändert haben. Nach seiner Aussage duschen heute 80 Prozent der Fußballer mit Boxershorts.
Bond-Star am Tresen

Ein Pub mit Geist und Geschichte

Daniel Craig steigt beim Horseshoe in London ein. Drei Gastronomieprofis sind dabei – und der Bond-Star bringt eigene Pub-Erfahrung mit.
Peter Illmann blickt zurück

Nach dem Outing erleichtert

Peter Illmann wollte keine Coming-out-Schlagzeile. Rückblickend fühlte sich der Kultmoderator dennoch erleichtert – und spricht über die Hintergründe.