Ungewisse Zukunft für Paar USA: Abschiebung schwuler Geflüchteter in den Iran droht
Lebensgefahr wegen Homosexualität: Zwei schwulen Männern aus dem Iran droht die Abschiebung aus den USA.
Drohende Abschiebung nach Iran
Zwei schwule Männer stehen in den Vereinigten Staaten unmittelbar vor der Abschiebung in den Iran, wo ihnen wegen ihrer sexuellen Orientierung laut internationalen Menschenrechtsberichten Folter oder die Todesstrafe drohen. Die beiden, ein Paar in den Vierzigern, flohen aus dem Iran, nachdem sie wegen so genannter „homosexueller Handlungen“ verhaftet wurden und den Behörden entkommen konnten, bevor ein Urteil gesprochen wurde. Ihre Anwältin Rebekah Wolf beschreibt die Abschiebung als „absolut lebensgefährlich“ und sieht darin ein Zeichen für die Erosion des Asylschutzes in den USA.
Verschärfte Migrationspolitik und riskante Einzelfälle
Nachdem die Männer mehrere Länder durchquerten und Anfang 2025 in den USA um Asyl ersuchten, verbrachten sie über ein Jahr in Abschiebehaft. In ihrer Anhörung waren sie nicht anwaltlich vertreten, wodurch laut Wolf gravierende Verfahrensfehler und Vorurteile bestanden, etwa bei der Erwartung, welche Nachweise queere Asylsuchende erbringen müssten. Im Gegensatz zu einer lesbischen Gefährtin, die mit ihnen reiste und nach einem kurzen Verfahren Schutz erhielt, wurden ihre Anträge abgelehnt. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch heben hervor, dass Iran zu den weltweit wenigen Staaten gehört, die für gleichgeschlechtliche Beziehungen regelmäßig die Todesstrafe verhängen. Laut ILGA World kommt es neben Hinrichtungen regelmäßig zu Misshandlungen und willkürlichen Inhaftierungen queerer Menschen. Die anstehende Abschiebung reiht sich laut Expertinnen und Experten in eine steigende Zahl von Fällen, in denen den Betroffenen trotz bekannter Gefahr kein ausreichender Rechtsschutz gewährt wird.
Rechtslage und politische Dynamik
Traditionell waren Abschiebungen in den Iran aus den USA nicht üblich, weil keine diplomatischen Beziehungen bestehen. Doch seit Sommer erfolgten offenbar mehrere Rückführungsflüge, berichten US-Medien. Inzwischen wurde nur für einen der Männer richterlich angeordnet, die Abschiebung auszusetzen; der zweite droht getrennt und ohne Schutz zurückgeschickt zu werden. Die aktuellen Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit verschärften Leitlinien der US-Einwanderungsbehörden und spiegeln eine restriktivere Auslegung von Asylrecht wider, die zunehmend selbst bei eindeutig lebensbedrohlichen Einzelschicksalen greift.
Ungewisse Zukunft für Schutzsuchende
Die Entscheidung in diesem Fall könnte Signalwirkung haben: Setzen die USA Abschiebungen in Länder wie Iran fort, ist das Schutzsystem für besonders gefährdete Gruppen wie queere Geflüchtete substanziell geschwächt. Rechtsexpertinnen und Menschenrechtsorganisationen fordern dringlich ein Umdenken – das Leben der beiden Männer steht exemplarisch für die akute Bedrohung, der LGBTIQ+-Personen weltweit häufig ausgesetzt sind. Ob die US-Behörden kurzfristig noch umsteuern, bleibt offen.