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Spaniens Einsatz für LGBTIQ+ Sonderbotschafter Álvarez´ Kampf gegen Hassrede

Von ms - 23.01.2026 - 09:00 Uhr
Spaniens Einsatz für LGBTIQ+
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire
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Seit Mitte 2025 hat Spanien erstmals einen Sonderbotschafter für weltweite LGBTIQ+-Rechte. Nebst der Entkriminalisierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen weltweit hat Jorge Noval Álvarez jetzt bekräftigt, sich auch verstärkt gegen LGBTIQ+-feindliche Hassrede im Internet einsetzen zu wollen. 

Digitaler Hass und Rollback 

Spanien war einst das dritte Land weltweit, das bereits 2005 homosexuellen Paaren die Ehe und Adoption ermöglichte. In puncto LGBTIQ+ gilt das Land bis heute als sehr liberal, trotzdem erlebt auch Spanien wie viele weitere Länder in Europa und weltweit eine Zunahme von Hass und Hetze, gerade auch online. Beim Thema Hate Speech attestierte die ILGA Europe dem Land noch Nachholbedarf. „Spanien hat beschlossen, nicht am Rand zu stehen, sondern einen entschlossenen Schritt zur Verteidigung der LGBTIQ+-Gemeinschaft zu gehen“, so Álvarez. 

Die Ernennung des Sonderbotschafters im Juli 2025 fiel in eine Phase, in der die Lage für LGBTIQ+-Rechte international weiter an Dramatik zunahm. Seitdem hat sich die Situation weiter verschlechtert und homosexuelle und queere Menschen sehen sich vielerorts mit einem Rollback ihrer Rechte und einer sinkenden Akzeptanz in der Gesellschaft konfrontiert. Mit der Ernennung folgte Spanien dem Beispiel anderer Länder: Frankreich, Großbritannien und die Vereinigten Staaten verfügten in der Vergangenheit ebenfalls über spezielle diplomatische Posten zur Förderung von LGBTIQ+-Rechten.

Zufluchtsort und internationale Zusammenarbeit 

Für LGBTIQ+-Menschen weltweit ist Spanien dabei zuletzt zum Zufluchtsort geworden, seit letztem Jahr erlebt das Land eine Zunahme von queeren Flüchtlingen aus Russland. Die internationale Initiative Spaniens erfolgt in einem geopolitischen Umfeld, das von Rückschritten geprägt ist. „Die geopolitische Lage hat zu schweren Rückschritten geführt und zugleich die Notwendigkeit geschaffen, neue Bezugspunkte zu finden, nachdem Akteure, die traditionell sehr engagiert waren, ihre Führungsrolle aufgegeben haben“, so Álvarez mit Blick auf die USA. 

Die spanische Regierung setzt dabei verstärkt auf multilaterale Zusammenarbeit, unter anderem innerhalb der LGBTI Core Group der Vereinten Nationen sowie als Ko-Vorsitzende der Equal Rights Coalition, einem internationalen Staatenbündnis, aus dem sich die USA im vergangenen Jahr zurückgezogen hatten. „Spanien ist sehr aktiv bei der Förderung und Verteidigung der Menschenrechte von LGBTIQ+-Personen auf der ganzen Welt“, bekräftigt Álvarez weiterer. 

Diskret aber wirksam 

Zugleich verwies er darauf, dass LGBTIQ+-Rechte in Teilen des Globalen Südens zunehmend als westlicher Import oder als neue Form des Kolonialismus dargestellt würden. In solchen Kontexten könne Zurückhaltung wirkungsvoll sein. Bilaterale diplomatische Initiativen ermöglichten es, „diskreter, aber oft wirksamer zu handeln und kontraproduktive Reaktionen zu vermeiden“. Mit Blick auf die spanische Innenpolitik sieht Álvarez Handlungsdruck. Vor den Parlamentswahlen im kommenden Jahr gewinnen rechte und rechtsextreme Kräfte in Umfragen an Zustimmung. „Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen sind die entscheidende Grenze der Demokratie im 21. Jahrhundert“, so der Sonderbotschafter abschließend.

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