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Königlich schwule Beziehungen UK: Historiker enthüllt queere Geschichten aus Palästen

Von kw - 21.01.2026 - 17:30 Uhr
UK: Historiker enthüllt queere Geschichten aus Palästen
Foto: © IMAGO / United Archives International
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Im Vereinigten Königreich sorgt der Historiker Gareth Russell aktuell für Aufmerksamkeit, da er bisher verborgene queere Geschichten aus den königlichen Palästen Großbritanniens ans Licht holt. Mit seiner Arbeit dokumentiert er erstmals, wie offen queere Beziehungen an historischen Orten wie Hampton Court und Kensington Palace gelebt wurden, und erlaubt damit neue Einblicke in die Lebenswelten früherer Jahrhunderte.

 

Königliche Beziehungen abseits des Wandteppichs

Russel beschreibt eindrucksvoll, wie König James I, der von 1603 bis 1625 regierte, in Hampton Court seinem Geliebten, dem Herzog von Buckingham, einen eigenen Bereich zuwies – inklusive eines privaten Zugangs zu den königlichen Gemächern. Masquerade-Bälle und persönliche Liebesbriefe, in denen der König seine Gefühle ohne Scheu formulierte, belegen die damalige Offenheit. Neueste Forschung belegt, dass diese Briefe zu den ältesten erhaltenen romantischen Zeugnissen gleichgeschlechtlicher Liebe in Europas Höfen zählen und verdeutlichen, wie wenig verborgen solche Beziehungen im Adel tatsächlich waren.

 

Zwischen Skandal, Gefahr und Solidarität

Die Geschichten reichen weiter: Im Tower of London kam es im 17. Jahrhundert zu einem folgenschweren Erpressungsfall, der im Mord an dem Diplomaten Thomas Overbury gipfelte. Seine intime Beziehung zu Robert Carr, einem politischen Aufsteiger und engem Freund des Königs, wurde in großem Stil gegen ihn verwendet. Expertinnen und Experten betonen heute, dass solche Fälle keine Ausnahme, sondern Teil komplexer Machtspiele am Hof waren, und dass queere Menschen schon damals mit Erpressung und Ausgrenzung rechnen mussten – ein Thema, das zahlreiche Betroffene bis zur Entkriminalisierung 1967 gefährdete.

Russell berichtet zudem von der späten britischen Königinmutter, die ihre beiden schwulen Bediensteten auch während der Zeit illegaler Homosexualität offen unterstützte. Ihre Haltung wurde zum Symbol für Loyalität und Akzeptanz innerhalb königlicher Kreise.

 

Der Wert queerer Erinnerungskultur

Die Forschung von Gareth Russell lässt erkennen: Queere Geschichten waren nie auf Tragik allein beschränkt. Momente von Humor, Nähe und Würde waren ebenso Teil dieser Biografien. Dass viele dieser Berichte über Jahrhunderte nicht öffentlich erzählt wurden, liegt vor allem an gesellschaftlicher Repression und dem Fehlen offizieller Archive.

Im Zeitalter wachsender gesellschaftlicher Offenheit rückt die Bedeutung dieser historischen Zeugnisse in den Vordergrund. Die Sichtbarmachung und Erforschung solcher Geschichten zeigt nicht nur, wie weit die LGBTIQ+-Community in ihren Rechten gekommen ist, sondern inspiriert das heutige Engagement für eine vielfältige Erinnerungskultur. Für Historikerinnen, Historiker und queere Menschen gleichermaßen bleibt die Herausforderung, auch weiterhin verborgene Geschichten zu entdecken – denn jede neue Erkenntnis stärkt das kollektive historische Gedächtnis und bringt Leben in lang vergessene Mauern.

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