Direkt zum Inhalt

Armistead Maupin verunglückt Bestsellerautor meldet sich mit Botschaft bei den Fans

Von ms - 20.01.2026 - 16:00 Uhr
Armistead Maupin schwer verletzt
Foto: IMAGO / opale.photo
ANZEIGE
Loading audio player...

Der schwule Bestsellerautor Armistead Maupin (81) ist an Weihnachten schwer gestürzt – ausgerechnet an Heiligabend fiel er fünfzehn Stufen hinunter und war daraufhin bis vor kurzem im Krankenhaus. Inzwischen befinde er sich aber bereits auf dem Weg der Besserung, wie der US-Amerikaner jetzt über Instagram mitteilte. Seinen Humor hat der Liebling der Gay-Community glücklicherweise aber nicht verloren.

Keine halben Sachen 

„Ich mache keine halben Sachen. Ich bin fünfzehn Stufen hinuntergefallen und landete auf meinem Rücken, zum Glück. Besser, als mit dem Gesicht aufzuschlagen, denke ich. Ich war für etwa zwei Minuten ohne Besinnung. Daraufhin war ich jetzt ein paar Wochen im Krankenhaus“, so Maupin, der zudem betonte wie freundlich, herzlich, professionell und hilfsbereit das ganze Team in der britischen NHS-Klinik gewesen ist. 

„Jetzt bin ich wieder zu Hause und erhole mich weiterhin mit der Hilfe von Chris. Ich hoffe, dass ich ihm nicht zu sehr auf die Nerven gehe und ihn nicht zu sehr belaste. Ich denke, dass es mir in etwa zwei Wochen schon deutlich besser geht wird. Es ist trotzdem hart für mich, zu erklären, was das alles mit mir gemacht hat. Es war in vielfacher Weise ein echter Wake-up Call, nicht, weil ich gestürzt bin, sondern weil ich mir meiner eigenen Sterblichkeit und Verletzlichkeit plötzlich sehr bewusst wurde.“ 

Maupin im Angesicht des Todes 

Des Weiteren betonte der Bestsellerautor: „Es ist eine interessante Sache, ich meine, ich bin 81 Jahre alt, jeder erwartet sozusagen, dass ich irgendwann einmal stürze, nur ich eben nicht. Es hat mir in gewisser Weise die Augen geöffnet und gezeigt, dass ich nicht mehr so viel Zeit habe auf diesem Planeten. Ich bin zutiefst dankbar für die Menschen in meinem Leben, die sich so liebevoll um mich kümmern, allen voran natürlich Chris. Ich bin dankbar, noch am Leben zu sein.“ 

Anschließend richtete er sich direkt an die Community: „Ich weiß, dass wir in dieser verrückten, abgefuckten Welt leben, wir alle wissen das. Wir alle bekommen mit, was gerade in der Welt abgeht. Was mich angeht, so bin ich noch immer am Leben, ich habe Liebe erlebt in meinem Leben und tue dies weiterhin und bin mir mehr denn je bewusst darüber, welche Menschen für mich wichtig sind. Das ist einfach ein wahnsinnig großes Geschenk. Und ich denke, es ist für uns alle wichtig, weiterhin auf Freundlichkeit und Güte zu achten, gerade in diesen schwierigen Zeiten. Konzentriert euch auf diese Freundlichkeit, es wird euch durch all diese schlimmen Zeiten tragen. Freundschaft und Liebe, das ist alles, was wir haben.“  

Ein Kämpfer für die Community

Maupin wurde 1944 in Washington D.C. geboren und diente während des Vietnamkriegs in der US-Marine. Später zog er nach San Francisco, wo er als Journalist für den San Francisco Chronicle arbeitete und als Schriftsteller vor allem für seine „Tales of the City“-Reihe (Stadtgeschichten) bekannt wurde, die 1978 erstmals als Kolumne begann, bevor die Geschichten in Buchform erschienen und international sehr erfolgreich wurden. Die Reihe, die das Leben von Bewohnern eines Mietshauses in San Francisco verfolgt, ist bekannt für ihre homosexuellen und queeren Themen. Die Bücher wurden auch erfolgreich mehrfach in Fernsehserien adaptiert und erfuhren zuletzt durch Netflix mittels einer Mini-Serie eine Fortsetzung. 

Maupin wurde zu einem Pionier in der Darstellung von homosexuellen und queeren Geschichten in der Mainstream-Literatur und hat sich zeitlebens für LGBTIQ+-Rechte eingesetzt. In den 1990er Jahren outete er sich öffentlich als schwul, und seine persönlichen Erfahrungen flossen in seine Arbeit ein. Er lebt heute mit seinem Ehemann, dem Künstler Christopher Turner, in London. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Süddeutsche ZeitungGen Z und Vorurteile: „Nimm die Piercings besser raus“DER STANDARDStaatsanwaltschaft will gegen Kickl wegen Verhetzung der queeren Community ermittelnBILDCSD-Terrorist Abdul Ballout - Justiz ließ ihn vor Anschlag immer wieder laufenSüddeutsche ZeitungVeranstaltung in Garching: Fundamentalistische Hassbotschaften im BürgerhausAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

25 Jahre Will Young

Ruhm und Selbstzweifel

Popstar Will Young blickt auf 25 Jahre Karriere zurück und spricht offen über psychische Krisen, sein Coming-Out und die Suche nach Liebe.
Alkoholismus in Partnerschaft

Richard Coles bereut seine Wut

TV-Moderator Richard Coles spricht über die Alkoholsucht seines verstorbenen Partners, seine Schuldgefühle und darüber, wie er eine neue Liebe fand.
Colton Haynes nackt

Hüllenlos für den guten Zweck

Schauspieler Colton Haynes deutete jetzt eine freizügige Fotokampagne an. Der 38-Jährige könnte sich dafür sogar vollständig ausziehen.
„Wetten, dass..?“-Comeback

Kaulitz-Zwillinge in Vorbereitungen

Die Vorbereitungen für das „Wetten, dass..?“-Comeback laufen auf Hochtouren. Doch die Ticketvergabe per Los sorgt für Unmut unter den Kaulitz-Fans.
Ex-Bayern-Profi wird persönlich

Erfahrungen mit Männern im TV

Bei „Promi Big Brother“ spricht Christian Lell über Erfahrungen mit Männern und darüber, warum ihm Offenheit wichtig ist.
Ein persönliches Dankeschön

Bas antwortet Julian Stoeckel

Julian F. M. Stoeckel würdigt Bärbel Bas nach ihrem Rücktritt. Die SPD-Politikerin antwortet persönlich – beide kennen sich von mehreren Begegnungen.
Streit in der Late Night

Respekt trotz harter Kritik

Jochen Bendel erklärt seinen Eingriff beim Streit um Kim Virginia in der „Promi Big Brother“-Late-Night – und nimmt auch Leylas Kritik ernst.
Alte Fotos, neue Gerüchte

Tom Cruise im Schwulenmagazin?

Jahrzehntealte Fotos von Tom Cruise sorgen erneut für Spekulationen. War der Hollywood-Star in jungen Jahren in einem Schwulenmagazin zu sehen?