Armistead Maupin verunglückt Bestsellerautor meldet sich mit Botschaft bei den Fans
Der schwule Bestsellerautor Armistead Maupin (81) ist an Weihnachten schwer gestürzt – ausgerechnet an Heiligabend fiel er fünfzehn Stufen hinunter und war daraufhin bis vor kurzem im Krankenhaus. Inzwischen befinde er sich aber bereits auf dem Weg der Besserung, wie der US-Amerikaner jetzt über Instagram mitteilte. Seinen Humor hat der Liebling der Gay-Community glücklicherweise aber nicht verloren.
Keine halben Sachen
„Ich mache keine halben Sachen. Ich bin fünfzehn Stufen hinuntergefallen und landete auf meinem Rücken, zum Glück. Besser, als mit dem Gesicht aufzuschlagen, denke ich. Ich war für etwa zwei Minuten ohne Besinnung. Daraufhin war ich jetzt ein paar Wochen im Krankenhaus“, so Maupin, der zudem betonte wie freundlich, herzlich, professionell und hilfsbereit das ganze Team in der britischen NHS-Klinik gewesen ist.
„Jetzt bin ich wieder zu Hause und erhole mich weiterhin mit der Hilfe von Chris. Ich hoffe, dass ich ihm nicht zu sehr auf die Nerven gehe und ihn nicht zu sehr belaste. Ich denke, dass es mir in etwa zwei Wochen schon deutlich besser geht wird. Es ist trotzdem hart für mich, zu erklären, was das alles mit mir gemacht hat. Es war in vielfacher Weise ein echter Wake-up Call, nicht, weil ich gestürzt bin, sondern weil ich mir meiner eigenen Sterblichkeit und Verletzlichkeit plötzlich sehr bewusst wurde.“
Maupin im Angesicht des Todes
Des Weiteren betonte der Bestsellerautor: „Es ist eine interessante Sache, ich meine, ich bin 81 Jahre alt, jeder erwartet sozusagen, dass ich irgendwann einmal stürze, nur ich eben nicht. Es hat mir in gewisser Weise die Augen geöffnet und gezeigt, dass ich nicht mehr so viel Zeit habe auf diesem Planeten. Ich bin zutiefst dankbar für die Menschen in meinem Leben, die sich so liebevoll um mich kümmern, allen voran natürlich Chris. Ich bin dankbar, noch am Leben zu sein.“
Anschließend richtete er sich direkt an die Community: „Ich weiß, dass wir in dieser verrückten, abgefuckten Welt leben, wir alle wissen das. Wir alle bekommen mit, was gerade in der Welt abgeht. Was mich angeht, so bin ich noch immer am Leben, ich habe Liebe erlebt in meinem Leben und tue dies weiterhin und bin mir mehr denn je bewusst darüber, welche Menschen für mich wichtig sind. Das ist einfach ein wahnsinnig großes Geschenk. Und ich denke, es ist für uns alle wichtig, weiterhin auf Freundlichkeit und Güte zu achten, gerade in diesen schwierigen Zeiten. Konzentriert euch auf diese Freundlichkeit, es wird euch durch all diese schlimmen Zeiten tragen. Freundschaft und Liebe, das ist alles, was wir haben.“
Ein Kämpfer für die Community
Maupin wurde 1944 in Washington D.C. geboren und diente während des Vietnamkriegs in der US-Marine. Später zog er nach San Francisco, wo er als Journalist für den San Francisco Chronicle arbeitete und als Schriftsteller vor allem für seine „Tales of the City“-Reihe (Stadtgeschichten) bekannt wurde, die 1978 erstmals als Kolumne begann, bevor die Geschichten in Buchform erschienen und international sehr erfolgreich wurden. Die Reihe, die das Leben von Bewohnern eines Mietshauses in San Francisco verfolgt, ist bekannt für ihre homosexuellen und queeren Themen. Die Bücher wurden auch erfolgreich mehrfach in Fernsehserien adaptiert und erfuhren zuletzt durch Netflix mittels einer Mini-Serie eine Fortsetzung.
Maupin wurde zu einem Pionier in der Darstellung von homosexuellen und queeren Geschichten in der Mainstream-Literatur und hat sich zeitlebens für LGBTIQ+-Rechte eingesetzt. In den 1990er Jahren outete er sich öffentlich als schwul, und seine persönlichen Erfahrungen flossen in seine Arbeit ein. Er lebt heute mit seinem Ehemann, dem Künstler Christopher Turner, in London.