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LGBTIQ+-Rechte in Libyen
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Homosexuelle in Libyen Mutige Aktivisten kämpfen für mehr Rechte und Sicherheit

ms - 13.01.2026 - 11:00 Uhr
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Libyen ist eines der Länder, in denen die Rechte von homosexuellen Personen bis heute stark eingeschränkt sind. Seit dem Sturz von Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 hat der nordafrikanische Maghrebstaat schwere politische Umwälzungen und Gewalt erlebt. Besonders betroffen ist die LGBTIQ+-Community, die unter ständiger Bedrohung durch staatliche Repressionen und gesellschaftliche Ausgrenzung leidet – vor allem Homosexuelle sind dabei verstärkt Ziel von Diskriminierung, Gewalt und Misshandlungen. Während Schwulengruppen im Geheimen versuchen, Betroffenen zu helfen, verschlimmert sich die Lage weiterhin, wie jetzt die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch betont. 

Aktivismus im Untergrund 

Libysche Gesetze verbieten gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen, für gleichgeschlechtlichen Sex sind Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren vorgesehen. Menschenrechtsorganisationen, die sich für die Rechte von homosexuellen und queeren Personen einsetzen, sind zudem immer wieder Ziel von Verleumdungskampagnen. 

Laut Human Rights Watch ist der Aktivismus in Libyen aufgrund der repressiven Gesetzgebung daher inzwischen nur noch in geheimen, geschlossenen Gruppen möglich, die Lage habe sich zuletzt weiter verschärft. „Unsere Priorität ist es, in geschlossenen sozialen Medien-Gruppen Bewusstsein über Gender, Ausdruck und Identität zu schaffen. Das Konzept der LGBTIQ+-Gemeinschaft existiert nicht wirklich, deshalb ist es wichtig, das Bewusstsein für die Gemeinschaft selbst zu stärken und füreinander zu sorgen“, so ein schwuler Aktivist vor Ort.

Mutiger Kampf für Sichtbarkeit

Eine jener Bündnisse ist die libysche Gruppe Quzah, die auch mittels kurzer Filme versucht, auf die Situation vor Ort in den sozialen Medien aufmerksam zu machen. „Wir haben in Tripolis Videos über das Leben dort gedreht. Ich habe das Video gefilmt und ein libyscher Aktivist sprach über die Gesetze und die Diskriminierung, die es gibt“, so ein Sprecher von Quzah – ein Projekt, das viel Mut abverlangt. 

Die libysche Aktivistenvereinigung Quzah wurde 2014 gegründet und setzt sich seitdem für die Rechte von homosexuellen Personen im Land ein. Die Gruppe arbeitet bis heute unter extrem schwierigen Bedingungen und berichtet immer wieder von schweren Menschenrechtsverletzungen. In einem Entwurf für einen Bericht des UN-Menschenrechtsrats schrieb Quzah, dass es weder staatliche noch nichtstaatliche Organisationen gibt, die die Rechte sexueller Minderheiten in Libyen schützen. Und weiter: „Da gleichgeschlechtliche Beziehungen in Libyen illegal sind, können homosexuelle Personen nicht zur Polizei gehen, um sich vor Gewalt zu schützen. Tatsächlich, wenn die Polizei weiß, dass du Opfer von Gewalt geworden bist, weil du homosexuell bist, werden sie dich vergewaltigen. Das ist vielen schwulen Männern im Gefängnis passiert.“

Homosexualität und Islam 

In Libyen ist Homosexualität überdies auch ein gesamtgesellschaftliches Tabu und wird als Verstoß gegen religiöse Normen angesehen. Der Bericht von Quzah beschreibt weiter, wie vor allem Schwule in der libyschen Gesellschaft gezwungen sind, ihre wahre Identität zu verstecken, um sozialem Stigma und Gewalt zu entgehen: „In der libyschen Gesellschaft bedeutet schwul zu sein, gegen die Gesetze Gottes und des Islams zu verstoßen, da Homosexualität im Islam tabu ist. Daher verhalten sich Homosexuelle oft so, als wären sie heterosexuell, um gesellschaftliche Stigmatisierung und Schläge zu vermeiden.“ Trotz dieser schwierigen Umstände leisten die Aktivisten in Libyen weiterhin mutige Arbeit, doch der Weg zur Gleichberechtigung bleibt lang und von großen Gefahren geprägt.

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