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STI in Deutschland Hotspots sind nebst Berlin Frankfurt am Main, Hamburg und Köln

Von ms - 13.01.2026 - 09:00 Uhr
STI in Deutschland
Foto: iStock / AndreyPopov
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Das Erotikportal Erobella hat den STD City Index Germany veröffentlicht, der aufzeigt, wo in Deutschland welche Geschlechtskrankheiten (STI) am meisten verbreitet sind. Die Studie stützt sich dabei auf Daten des Robert Koch-Instituts für das Jahr 2025, untersucht wurde die Lage von Syphilis, HIV und Gonorrhoe in 58 Städten bundesweit. Die Kernaussage der Untersuchung: Safer Sex ist wichtiger denn je.

Syphilis in der Hauptstadt 

Berlin bleibt dabei einmal mehr der Hotspot für Syphilis, die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte und Neukölln belegen dabei die ersten vier Plätze im Ranking. Auf Platz 9 und 10 finden sich dann noch Lichtenberg und Pankow. Aufgrund der großen Verbreitung wurden in der Studie die Berliner Bezirke gesondert betrachtet, während ansonsten Städte als Ganzes in die Untersuchung eingegangen sind. Auf den Plätzen 5 bis 8 finden sich Köln, Trier, Frankfurt am Main und Hamburg. 

Die Syphilis bleibt mit Blick auf die drei untersuchten STIs dabei jene Geschlechtskrankheit mit der stärksten Verbreitung, bei Spitzenreiter Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf sind knapp 70 Menschen pro 100.000 Einwohner infiziert. Auch das RKI vermeldete zuletzt Rekordzahlen bei der Syphilis, wobei zumeist Männer die Bakterien weitergeben, sie sind für über 92 Prozent aller Syphilis-Fälle verantwortlich, insbesondere schwule und bisexuelle Männer – sie machen rund 82 Prozent aller Fälle aus, bei denen der Infektionsweg bekannt ist (rund 75%).

HIV und Gonorrhoe 

Anders die Lage bei HIV-Infektionen, hier führen Fürth und Chemnitz die Liste an gefolgt von Berlin Mitte, Hamburg, München, Berlin Friedrichshain-Kreuzberg, Bremerhaven, Salzgitter, Berlin Neukölln und Nürnberg. Zuletzt stieg die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland wieder an, aktuell sind rund 97.700 Menschen in der Bundesrepublik HIV-positiv, über 8.000 davon wissen nichts von ihrer Diagnose.

Bei den Gonorrhoe-Infektionen ist Berlin dann erneut überproportional stark vertreten und belegt fünf Plätze im Top-10-Ranking mit der größten Ausbreitung, führend einmal mehr Friedrichshain-Kreuzberg. An zweiter Stelle findet sich allerdings Leipzig. Ebenso im Ranking ab Platz 6 vertreten sind Halle, Freiburg im Breisgau, Nürnberg und Bochum. Die Zahlen zu Gonorrhoe weisen allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit eine hohe Dunkelziffer aus, meldepflichtig sind bis heute nur gonokokke Stämme mit verminderter Empfindlichkeit, eine allgemeine Meldepflicht bei dieser STI gibt es nicht. 

Forderung nach Aufklärung und Prävention

Im Gesamtranking der STI-Lage bundesweit liegen die vier Berliner Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte und Neukölln auf den ersten Plätzen, gefolgt von Frankfurt am Main, Hamburg und Köln. München liegt auf Platz 12. Positives Schlusslicht bei der STI-Verbreitung sind Rostock, Gelsenkirchen und Erlangen. 

Bedenklich: Laut einer Erobella-Umfrage unter 2.000 Teilnehmern praktizieren lediglich 57 Prozent der Befragten Safer Sex. Jeder Vierte (24 %) schützt sich nur manchmal, 12 Prozent haben sogar niemals Safer Sex. Rund 70 Prozent gaben allerdings an, sich regelmäßig auf sexuell übertragbare Infektionen testen zu lassen, wobei die Intervalle von monatlich bis jährlich reichten. Die größten Hürden, keinen STI-Test zu machen, sind dabei die Kosten (20% der Befragten) sowie erlebte Stigmatisierung im Umfeld eines Tests, etwa 15 Prozent haben dies bereits erlebt. Dazu kommt im ländlichen Raum ein Mangel an Testmöglichkeiten im nahen Einzugsbereich.  

Die Studienautoren betonten: „Diese Zahlen zeigen deutlich: Aufklärung und Prävention bleiben zentrale Herausforderungen – denn konsequenter Schutz ist der wirksamste Weg, sich und andere vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu bewahren.“ Und Brenda Jensen, Head of Data & Research bei Erobella, bekräftigt abschließend: „Mit dieser Studie möchten wir einen Beitrag zur Entstigmatisierung von sexuell übertragbaren Krankheiten leisten und die Bedeutung von Safer Sex hervorheben. Wissen und Prävention sind die wirksamsten Mittel im Kampf gegen ihre Verbreitung.“

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