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Umbertide handelt entschlossen Homofeindliche Beleidigung: Solidarität mit 10-Jährigem

Von mr - 20.11.2025 - 14:30 Uhr
Homofeindliche Beleidigung: Solidarität mit 10-Jährigem
Foto: © iStock / Vyacheslav Kozyrev
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In Umbertide in der italienischen Region Umbrien wurde eine beleidigende, homofeindliche Schmiererei gegen einen tanzbegeisterten Zehnjährigen rasch entfernt. Die Tat richtete sich gegen den Schüler, der sich mit großem Engagement dem Ballett widmet – Anlass für eine Welle der Solidarität, aber auch der Debatte über Rollenbilder und Ausgrenzung, die weit über den Einzelfall hinausreicht. SCHWULISSIMO berichtete.

 

Die Geschichte eines mutigen Kindes

Vergangenen Sonntag entdeckte Vanessa, die Mutter des Jungen, die Schmiererei auf einem Laternenmast in der Piazza Michelangelo. Öffentlich und direkt wandte sie sich noch am selben Tag an ein lokales Elternforum im Internet. Ihr Appell: Wer Kinder unterstütze, die künstlerisch ihren eigenen Weg gehen wollen, sei zur Wachsamkeit gegen Ausgrenzung und Vorurteile verpflichtet. Sie betonte, ihr Sohn sei nicht homosexuell, "aber selbst wenn – welches Problem hätte das für uns sein können?". Noch wichtiger sei sein Glück.

Die Reaktion war bemerkenswert – hunderte Kommentare und persönliche Nachrichten erreichten die Familie aus Umbertide und aus ganz Umbrien. Der Zehnjährige trainiert täglich in der Tanzschule Nov’Art und bereitet sich aktuell mit Begeisterung auf einen Wettbewerb in Bulgarien vor. An seiner Leidenschaft für das Tanzen sollte keine Schmähung rütteln.

 

Reaktionen von Gesellschaft und Politik

Rasch reagierten auch die Schulen, Vereine und die lokale Politik. Luca Carizia, Bürgermeister von Umbertide, verschärfte in einer Erklärung den Ton: „Das ist nicht einfach Mobbing, sondern Gewalt.“ Offenbar trifft solche Symbolik viele – gerade in ihrer Entwicklung befindliche Kinder – empfindlich.

“Wir stehen geschlossen hinter dieser Familie. Das beherzte Auftreten der Mutter soll allen Mut machen, frühzeitig Position gegen Diskriminierung zu beziehen”, so Carizia.

Die Organisation Omphalos und weitere Aktivistinnen und Aktivisten betonten die Notwendigkeit systematischer Aufklärung: Gerade an der Schule müssten Projekte zum Thema Akzeptanz, Vielfalt und affektive Bildung viel stärker gefördert werden – ein Ansatz, wie er auch von der WHO und der italienischen Antidiskriminierungsbehörde UNAAR empfohlen wird.

 

Offener Umgang mit Vorurteilen – und ein überraschender Impuls

Dass männliche Ballettschüler noch immer Ziel homofeindlicher Klischees werden, illustriert, dass Geschlechterstereotypen auch heute fortbestehen und in der Kindheit tiefe Spuren hinterlassen können. Italien ist hier kein Sonderfall: In Deutschland gaben laut einer Studie der Universität Bielefeld aus dem Jahr 2023 rund ein Drittel der Schüler und Schülerinnen an, in der Grundschule Formen von Homophobie, oft verknüpft mit Rollenbildern, erlebt zu haben. Dabei unterstützen laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage von YouGov 62 Prozent der deutschen Eltern ausdrücklich die freie künstlerische Entfaltung beider Geschlechter – ein Zeichen, dass die offene Gesellschaft in Richtung Akzeptanz wächst.

Überraschend ist, wie ausgerechnet ein Kind und dessen Mutter mit ihrem transparenten Umgang deutlich gemacht haben, dass es bei solchen Angriffen nicht um Orientierung, sondern um Respekt und Selbstbestimmung geht. Die Entfernung der Schmiererei war daher mehr als nur eine symbolische Tat: Sie wurde zum Ausgangspunkt für ein gemeinsames Zeichen gegen alltäglichen Hass – und könnte Vorbild für andere Orte auch im deutschsprachigen Raum werden.

Wie gelingt es, dass Kinder und Jugendliche künftig in ihren Stärken gefördert werden – unabhängig von Genderklischees? Dieser Vorfall in Umbertide zeigt, dass Zivilcourage und Solidarität dafür entscheidende Schritte sind.

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