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Studie mit Sprengkraft Ungleiche Behandlung von queeren Menschen durch Polizisten

Von ms - 18.11.2025 - 12:00 Uhr
Schwieriges Miteinander
Foto: IMAGO / Anadolu Agency
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Die neue Studie des Williams Instituts ist brisant: Die Forschungsdaten belegen demnach, dass Homosexuelle und queere Menschen in den USA anders von der Polizei behandelt werden als heterosexuelle Personen. Der Blick ins Detail offenbart dabei diverse Missstände und Diskriminierungen. 

Fallzahlen bei LGBTIQ+ deutlich erhöht 

Das Institut untersuchte Daten der letzten 25 Jahre bis heute und kommt zu dem Schluss: LGBTIQ+-Menschen werden deutlich häufiger angehalten, festgenommen und diverser Verbrechen beschuldigt. Konkret: Queere Personen wurden im Laufe ihres Lebens häufiger angehalten (51 Prozent gegenüber 42 Prozent), durchsucht (27 Prozent gegenüber 16 Prozent), verhaftet (20 Prozent gegenüber 14 Prozent) und in Gewahrsam genommen (19 Prozent gegenüber 14 Prozent) – stets im Vergleich zur Gesamtgesellschaft. 

Nebst den direkten Folgen sorgt diese Situation laut den Experten auch bis heute dazu, dass sich ein Misstrauen gegenüber der Polizei hartnäckig in der Community hält: „Erfahrungen mit Misshandlungen durch die Polizei können LGBTIQ+-Personen davon abhalten, Straftaten anzuzeigen oder sich an die Strafverfolgungsbehörden zu wenden. Die Anzeige von Straftaten ist aber unerlässlich für genaue Kriminalitätsstatistiken, die richtige Zuweisung von Ressourcen zur Kriminalitätsprävention und Unterstützungsdienste, die auf die besonderen Bedürfnisse von LGBTIQ+-Betroffene zugeschnitten sind“, so Joshua Arrayales, Hauptautor und leitender Justiziar am Williams Instituts. 

Stress und Depressionen 

Ein wesentlicher Grund, warum selbst queere Menschen in Not seltener die Polizei rufen. 22 Prozent aller LGBTIQ+-Menschen wollen sich nach negativen Erfahrungen gar nicht noch mehr an die Polizei wenden, unter trans* Personen liegt dieser Wert inzwischen bei 46 Prozent. Nur noch 33 Prozent der queeren Menschen in den USA haben derweil keine Bedenken, sich im Fall des Falles an die Polizei zu wenden. „Negative Interaktionen mit der Polizei wirken sich über den unmittelbaren Vorfall hinaus auf LGBTIQ+-Personen aus. Untersuchungen haben einen Zusammenhang zwischen Polizeigewalt und Belästigung einerseits und Alkoholexzessen, Stress, Depressionen und anderen negativen gesundheitlichen Folgen andererseits festgestellt“, bekräftigt Arrayales weiter. 

Das große Problem sei dabei, dass sich die Herangehensweise der Beamten in den USA nur sehr marginal geändert hat – vielerorts auch gar nicht. Nach wie vor gebe es Razzien und ungerechtfertigte Überprüfungen, so die Studienautoren weiter. Rund jeder fünfte LGBTIQ+-Amerikaner (21%) wurde binnen des letzten Jahres mindestens einmal von der Polizei angesprochen. In der Gesamtgesellschaft können das nur 15 Prozent sagen. Klar zeigt sich dabei auch: Homosexuelle und queere Menschen wurden fast sechsmal häufiger in der Öffentlichkeit von der Polizei angehalten. 

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