Hassverbrechen weltweit Die Angriffe auf die Community nehmen vielerorts stark zu
Hassverbrechen gegen LGBTIQ+-Personen nehmen weltweit zu – zu diesem bitteren Schluss kommt eine neue Untersuchung des internationalen Institutes for Strategic Dialogue. Die Organisation konnte dabei eine extreme Zunahme innerhalb der letzten fünf Jahre verzeichnen.
Rhetorische Aufrüstung gegen LGBTIQ+
Der Fokus des Berichts liegt auf Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika. Der Anstieg sei dabei zum Teil darauf zurückzuführen, dass Regierungen weltweit Anti-LGBTIQ+-Maßnahmen erlassen haben, die „international parallel zur politischen Rhetorik eskaliert sind.“ Immer mehr Politiker würden demnach die Community verstärkt ins Visier nehmen und rhetorisch gegen sie aufrüsten.
Dazu kommt weiter: „Diese Bedrohungen kommen aus dem gesamten Spektrum des ideologischen Extremismus, häufig jedoch von Gruppen, die auch eine Gefahr für den Staat darstellen und sich offen gegen demokratische Normen stellen“, so Sasha Havlicek und George Weidenfeld vom Institut. Dabei zeigte sich überdies, dass die Angriffe keineswegs nur auf Mitglieder der queeren Community fokussiert sind, auch Unterstützer von LGBTIQ+-Menschen geraten immer mehr ins Fadenkreuz. In den USA beispielsweise nahmen die Attacken auf queerfreundliche Lehrkräfte binnen eines halben Jahres um 170 Prozent zu.
Zunahme von Gewalt und Terror
In vielen Ländern gehören Angriffe auf Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung inzwischen zu den drei größten Motiven im Themenfeld Hassverbrechen neben Rassismus oder der ethnisch-religiösen Abstammung der Opfer. „LGBTIQ+-Personen, die in den vergangenen Jahrzehnten beispiellose Bürgerrechte erlangt haben, sind nun zunehmend Ziel von Hass, politischer Rhetorik, Zensur und Gesetzgebung im Internet und im realen Leben. Eine Reihe von Maßnahmen zielt darauf ab, LGBTIQ+-Personen und -Kultur aus dem öffentlichen Leben ganz auszuschließen. Gleichzeitig haben Terroranschläge oder die Androhung von Terroranschlägen sowie gewalttätige extremistische Aktivitäten und Hassverbrechen gegen LGBTIQ+-Personen seit 2020 massiv zugenommen und sind seitdem auf einem konstant hohen Niveau“, so das Fazit des Berichts.