Direkt zum Inhalt
Diversität in Österreich
ANZEIGE

Diversität in Österreich Förderung von Diversität in Wien – aber ohne LGBTIQ+

ms - 13.10.2025 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Es klingt beinahe ein wenig paradox, doch LGBTIQ+ und Diversität gehören für viele Unternehmen in Wien nicht zwingend zusammen – zu diesem Schluss kommt eine neue, repräsentative Studie, die aufzeigt: Jede vierte Firma im Land, die Diversität fördert, vergisst das Thema LGBTIQ+ dabei komplett. 

LGBTIQ+ sei „nicht relevant“

Die Studie entstand im Zeitlauf eines Jahres bis zum März 2025, befragt wurden 6.380 Unternehmen mit mindestens zehn Angestellten. In Auftrag gegeben worden war die Studie von der Stadt Wien, der Wiener Antidiskriminierungsstelle für LGBTIQ+-Angelegenheiten (WASt), der Wirtschaftskammer Wien, Pride Biz Austria und KMU Forschung Austria.

Einerseits bekennen sich zwar demnach immer mehr Firmen zu Diversität – inzwischen sind es sechs von zehn Unternehmen –, doch die Mehrheit von ihnen versteht darunter in erster Linie die Förderung von Frauen. Homosexuelle und queere Menschen werden dabei bis heute kaum berücksichtigt. „Die sexuelle Orientierung wird nach wie vor als Privatsache und als nicht relevant für die Arbeitswelt betrachtet“, so Astrid Weinwurm-Wilhelm, Vizepräsidentin von Pride Biz Austria, zu den Gründen. 

Klares Standing bei Diversität 

Dabei zeigt sich ein weiteres Gefälle: Diversität, die LGBTIQ+ inklusive ist, wird größtenteils offen bei sehr großen und internationalen Konzernen in Wien gelebt. Kleine Unternehmen indes würden vor allem informell Inklusion fördern, beispielsweise durch eine offene Unternehmenskultur, ohne dies nach außen zu tragen. Insgesamt stehen nur 38 Prozent aller Unternehmen offen und explizit zu LGBTIQ+.  

Dabei zeigt die neue Studie auch auf, wie sinnvoll die Einbindung von queeren und homosexuellen Menschen in ein moderndes Führungskonzept einer Firma ist: Durch ein verbessertes Arbeitsklima entsteht eine deutlich höhere Zufriedenheit unter den Angestellten und dadurch auch ein Erfolgsfaktor für das Unternehmen - die Produktion steigert sich. Dazu kommt, dass immer mehr gut ausgebildete Bewerber inzwischen Wert auf ein LGBTIQ+-freundliches Umfeld legen. 

Probleme bei kleineren Unternehmen

In kleinen Betrieben würden LGBTIQ+-Themen dabei weiterhin eine Herausforderung bleiben, vor allem auch, weil es an Zeit und Ressourcen, aber auch mancherorts am nötigen Wissen fehlt. Für jene Firmenchefs sei Inklusion zudem eher ein nettes „Nice To Have“ und keine tatsächliche Bereicherung ihres Unternehmens, so die Studienautoren weiter. Dazu kommt, dass der Erfolg bei kleineren Betrieben schwerer nachweisbar ist, selbst wenn sie LGBTIQ+-positiv sind. 

Die Forderungen aus der Befragung: Unternehmen müssten konkrete Diversitätsbeauftragte benennen, nachhaltige Strukturen aufbauen, geschlechtsneutrale Arbeitsräume anbieten, interne Vertrauenspersonen benennen und sich untereinander besser vernetzen. Zudem sei es wichtig, diesen Einsatz auch nach außen deutlich zu kommunizieren.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry kehrt zurück

Staffel 2-Drehstart steht bevor

Connor Storrie und Hudson Williams stimmen Fans mit einem gemeinsamen Auftritt in Toronto auf die zweite Staffel von „Heated Rivalry“ ein.
Überraschung bei Heartstopper

Gelöschte Sex-Szenen enthüllt

Die „Heartstopper“-Stars verrieten jetzt: Netflix strich den Großteil der gedrehten Sex-Szenen aus dem Abschlussfilm, einiges sei wie "Porno" gewesen.
Autor Benjamin Alire Sáenz

Abschied von einem Erzähler

Der Schriftsteller Benjamin Alire Sáenz, bekannt für „Aristoteles und Dante“, ist im Alter von 71 Jahren gestorben.
Dritte Festnahme von Drake Von

Pornostar wird abermals inhaftiert

Adultdarsteller Drake Von ist jetzt zum dritten Mal in diesem Jahr festgenommen worden. Gegen ihn laufen inzwischen mehrere Strafverfahren.
Haft wegen Regenbogen-Shirt

Russland verschärft Repressionen

Ein russischer Kommunalwahlkandidat muss wegen eines Regenbogen-T-Shirts zehn Tage in Haft und darf nicht mehr kandidieren.
KI-Brillen sorgen für Kritik

Warnung vor Überwachungsrisiko

KI-Brillen von Meta könnten laut Kritikern neue Formen staatlicher Überwachung ermöglichen und besonders Minderheiten wie LGBTIQ+ gefährden.
Rätselhafter Tod in Dublin

Leiche in Recyclinganlage entdeckt

Ein obdachloser schwuler Mann wurde tot in einer Müllanlage in Dublin gefunden. Die Polizei schließt ein mögliches Verbrechen nicht aus.
Hardcore in Österreich

Alterscheck für alle Pornoseiten

Österreich plant ab 2027 verpflichtende Alterskontrollen für Pornoseiten. Kritiker warnen vor Risiken für Datenschutz und Anonymität.
Uni-Rauswurf in Nigeria

Schwule Studenten exmatrikuliert

Eine nigerianische Universität hat jetzt zwei männliche Studenten wegen einer homosexuellen Beziehung von der Hochschule geworfen.