Miese Betrugsmasche Queere Menschen aus Afrika wurden zu Opfern
Mit einer hinterhältigen Betrugsmasche haben sich Kriminelle an LGBTIQ+-Aktivisten vornehmlich aus Afrika bereichert – mittels falscher Websites luden sie queere Menschen aus Ghana, Uganda, Südafrika, Pakistan und mehreren anderen Ländern zu vermeintlichen LGBTIQ+-Konferenzen nach Kanada ein. Dafür mussten die Interessenten vorab eine hohe Teilnehmergebühr bezahlen.
Vermeintliche Konferenzen und Stipendien
Besonders perfide: Die Organisationen hinter den angeblich queeren Events existieren tatsächlich, wussten aber nichts von den Abzockern. Die Kriminellen bauten online Duplikate der Original-Homepageseiten nach oder erstellen direkt neue Webseiten im Namen der Wohltätigkeitsverbände inklusive den echten Logos und verschickten dann E-Mails und Einladungen mit Verlinkungen auf die falsche Webseite.
Neben Konferenzen boten sie interessierten queeren Menschen auch Stipendienhilfen inklusive Flügen nach Kanada an – dafür mussten die potenziellen Opfer allerdings vorab eine Bewerbungsgebühr von durchschnittlich bis zu 450 kanadischen Dollar überweisen, zahlbar über digitale Geldbörsen-Apps wie Skrill sowie über den Überweisungsdienst MoneyGram.
Großer Schaden für die Opfer
Nach ersten Recherchen sitzen die Kriminellen offenbar selbst in Afrika, nach Angaben des Nachrichtenportals Xtra konnten einige der E-Mails und Online-Beiträge über die gefälschten Veranstaltungen inzwischen zu Konten in Tansania zurückverfolgt werden. Einer der Opfer ist der Menschenrechtsaktivist Farhan Wilayat Butt, der gegenüber Xtra erklärte, wie dramatisch die Lage für viele geprellte Menschen aktuell ist. Die verlangten Gebühren von mehreren hundert Dollar entsprechen oftmals deutlich mehr als einem Monatsgehalt für mittelständische Verdiener in afrikanischen Ländern. Wie viele Aktivisten zu Opfern wurden, ist aktuell noch unklar, die ersten Untersuchungen sprechen von möglichen hunderten Menschen, die auf die Masche der Betrüger reingefallen sein könnten.