Direkt zum Inhalt
Tabuthema Tod

Tabuthema Tod England geht für Schwule und Lesben neue Wege

ms - 02.09.2025 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Diskriminierung bis über den Tod hinaus? In Großbritannien ist das Thema Tod noch immer mit einem Tabu überschattet und gerade Schwule und Lesben trifft es oftmals doppelt – viele haben auch mit Blick auf das eigene Sterben immer noch Angst, offen zu ihrer Sexualität zu stehen. Zu groß ist die Furcht, auf den letzten Metern im Leben noch einmal diskriminiert zu werden. Ein neues Filmprojekt der Universität Warwick soll hier nun Licht ins Dunkel bringen. 

Sterben in der Community

Die Leiterin des Projekts, Prof. Michele Aaron, betont dabei, dass homosexuelle Personen oft zögerten, sich an Sterbe- und Trauerdienste zu wenden, weil sie Diskriminierung befürchten. „Bei diesem Projekt geht es darum, die Macht des Films zu nutzen, um diese wirklich wichtigen Geschichten in die Welt zu bringen“, so Aaron. So will sie einerseits den Betroffenen Mut machen und andererseits für eine Sensibilisierung in der Gesellschaft sorgen, beispielsweise wenn ein schwules oder lesbisches Paar auch nebeneinander beerdigt werden will. „Tod bedeutet nicht, dass sich die sexuelle Identität ändert“, so die Professorin. 

Ehrlich und wahrheitsgetreu 

Generell werde gerade im Filmbusiness nach wie vor oftmals ein falsches Bild über den Tod gezeichnet, erklärt die Filmexpertin weiter: „Hollywood sagt uns, dass es schmerzlos ist, dass es weiß ist, dass es heroisch ist, dass es heterosexuell ist. Wir haben keine wahrheitsgetreuen, ehrlichen Darstellungen der alltäglichen LGBTIQ+-Erfahrungen in der Welt. Wir haben sensationslüsterne oder außergewöhnliche Geschichten. Aber was wir uns jetzt ansehen, sind Geschichten aus dem wirklichen Leben.“ 

Das offene Reden über Homosexualität oder queeres Leben auch im Alter könne zudem dazu führen, dass jene Menschen den Mut finden, doch noch zu Lebzeiten Hürden zu überwinden und beispielsweise auch offen gegenüber dem Pflegepersonal oder Ärzten aufzutreten, so Aaron. Unterstützt wird das Projekt von mehreren britischen Filmemachern und Wohltätigkeitsorganisationen im Königreich. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Kritik an der Gen-Z

Weniger Jammern, mehr Handeln

Die Jugend in Deutschland jammert zu viel und handelt zu wenig, betont ein Sozialforscher. Davon betroffen sind auch queere Jugendliche.
Homosexuelle Flüchtlinge

Neue humane Wege in Kenia

Kenias Regierung will Flüchtlingslager in neue Dörfer überführen. Homosexuelle haben neue Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Lebensrealität.
Keine Jobs für Homosexuelle?

Sehr schwierige Lage in Afrika

Homosexuelle haben in Afrika nicht „nur“ mit Diskriminierung zu kämpfen, auch die Jobsuche wird zum Hürdenlauf, betont jetzt eine Hilfsorganisation.
Indonesien im Zwiespalt

Zwischen Hass und Herzlichkeit

Indonesien kämpft seit zehn Jahren zwischen den Extremen: LGBTIQ+-Menschen bekämpfen oder integrieren. Ein neue Studie untersuchte das Phänomen.
Kommunikation ohne Big Brother

Neue kreative Wege in Russland

Russland schränkt digitale Wege immer mehr ein, die queere Community und viele Bürger experimentieren derzeit mit neuen Kommunikationsideen.
Rechtsextremismus im Senegal

Experte warnt vor homophoben Kurs

Im Senegal führt ein rechtsextremer Kurs zu immer mehr Homophobie. Die Folge ist Isolation von der Staatengemeinschaft, warnt der Intellektuelle Rodolphe P.
Große Gefahr in Ghana

Kriminelle locken Schwule in Fallen

Alarm in Ghana: Mittels der Dating-Masche wurden in den letzten Wochen hunderte schwule Männer von Kriminellen in Fallen gelockt und ausgeraubt.