Aufregung um den ESC Kritik an Veranstalter EBU: Werden einige Länder diskriminiert?
Die Schlagzeilen um den ESC 2026 in Österreich reißen nicht ab: Zuerst attackierten die Rechtspopulisten das internationale Musikevent, dann sorgte mancherorts ESC-Gewinner JJ für Empörung, nun meldet sich San Marino zu Wort. Der Kleinstaat im Norden Mittelitaliens erwägt, ganz aus dem Musik-Wettbewerb auszusteigen.
Benachteiligung von Kleinstaaten?
Laut Tourismusstaatssekretär Federico Pedini Amati würden kleine Staaten wie San Marino beim ESC massiv benachteiligt und diskriminiert – allein schon durch die Vorgehensweise beim Voting, wie er gegenüber der italienischen Tageszeitung "Corriere Romagna" betonte: „Das aktuelle Regelwerk benachteiligt Kleinstaaten massiv. Wir haben unsere Würde, die wir verteidigen wollen.“ Zum einen würde die veranstaltende European Broadcasting Union (EBU) kleinen Ländern zu wenig Aufmerksamkeit und Mitspracherecht schenken, zum anderen hätten Länder mit einer geringen Einwohnerzahl wenig Zuschauerstimmen, sodass sie bei der Abstimmung kaum von Bedeutung seien.
Beratung über weiteres Vorgehen
Man wolle sich jetzt daher intern beraten: „Wir prüfen noch, wie wir weiter vorgehen. Ein möglicher Rückzug ist nicht ausgeschlossen angesichts des Verhaltens, das die EBU – der Veranstalter des Wettbewerbs – in den letzten Jahren gegenüber Kleinstaaten an den Tag gelegt hat“, so Amati weiter. San Marino nahm erstmals 2008 am ESC teil, konnte aber noch nie gewinnen. Letztes Jahr kam das Land mit Interpret Gabry Ponte auf den letzten Platz. Die höchste Platzierung erreichte der Zwergstaat 2019 und kam dabei auf dem 19. Platz.
Die Arbeit am 70. Eurovision Song Contest 2026 in Österreich wird derweil ohne Unterbrechungen fortgesetzt, bis Ende des Jahres sollen auch die Moderatoren vom ORF offiziell benannt werden. Unklar ist auch noch der Austragungsort, derzeit stehen noch Wien oder Innsbruck zur Debatte.