Direkt zum Inhalt

Keine queere Jugend mehr? Die besonders queer-affine Gen-Z ist in Deutschland wenig vertreten

Von ms - 12.08.2025 - 14:00 Uhr
Keine queere Jugend mehr?
Foto: iStock / Toltek
ANZEIGE
Loading audio player...

Rund zehn Millionen Menschen definieren sich aktuell in Deutschland als LGBTIQ+, mehr als jemals zuvor in der Bundesrepublik. Besonders stark ausgeprägt ist dies in der jungen Generation, die sich zu 22 Prozent als Mitglied der Community definiert (Ipsos-Studie). Doch gerade hier scheint es „Nachwuchsprobleme“ zu geben, der Anteil junger Menschen in Deutschland ist auf einem historisch niedrigem Niveau. 

Junge Menschen Mangelware?

Abgesehen von einem kleinen Peak in der Statistik im Jahr 2005 sinkt die Anzahl junger Menschen in der Bundesrepublik seit 1983 stetig weiter ab. Nur noch zehn Prozent der Bevölkerung waren demnach zum Ende des Jahres 2024 im Alter von 15 bis 24 Jahren. In absoluten Zahlen sind das 8,3 Millionen Menschen, darunter rund 1,8 Millionen LGBTIQ+-Personen. Dabei betont das Bundesamt für Statistik, dass die Anzahl der jungen Menschen in Deutschland ohne die Zuwanderung seit dem Russland-Krieg mit der Ukraine sogar nur noch bei 8,6 Prozent liegen würde. 

„Den höchsten Anteil an der Gesamtbevölkerung hatten junge Menschen in der ersten Hälfte der 1980er Jahre, als die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer im jugendlichen Alter waren. 1983 waren auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik rund 13,1 Millionen Menschen 15 bis 24 Jahre alt. Das war jede sechste Person, rund 16,7 Prozent“, so das Statistikamt weiter. Besonders hoch ist der Anteil junger Menschen mit 20,7 Prozent derzeit bei Nachkommen von Einwanderern. 

Wo leben viele junge Menschen?

Die meisten jungen Menschen leben derzeit in Bremen (11,1%), Hamburg (10,5%) sowie im Bundesland Baden-Württemberg (10,5%), die wenigsten der 15- bis 24-Jährigen finden sich in Brandenburg (8,7%), Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt (je 8,9%). Auf das Problem machten zuletzt auch queere Vereine wie Lambda aufmerksam, denn rund 30 Prozent der queeren jungen Menschen hat in seinem Umfeld keine Möglichkeit mehr, zu Community-Treffen zu gehen oder Gleichgesinnte zu treffen.

Mit Blick auf Europa zeigt sich zudem: Deutschland steht in puncto junge Menschen hinter dem EU-Durchschnitt (10,7%) zurück. Am meisten Personen aus der Gen-Z gibt es laut der EU-Statistikbehörde Eurostat in Irland (12,6%), den Niederlanden (12,3%) und Dänemark (12,2%). Den geringsten Anteil junger Menschen innerhalb der EU verzeichnet hingegen Bulgarien (9,2%) und Litauen (9,5%).

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenFrankfurter Allgemeine ZeitungMit Hilfe von Leihmutter: Niederländischer Ministerpräsident und sein Verlobter bekommen ein BabyAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wende im Fall Meiwes

Vorerst keine Entlassung

Armin Meiwes bleibt in Haft. Sein Antrag ist zurückgezogen. Was über die Entscheidung bekannt ist und warum lebenslang nicht nach 15 Jahren endet.
Omas Antwort auf den Hass

„Liebe kennt keine Barrieren“

Nach der Hasswelle gegen Luca und Cristian meldet sich Lucas Oma Loretta zu Wort. Ihr Brief stellt das Glück ihrer Familie an erste Stelle.
Sorge um queere Sichtbarkeit

Pride-Teams wollen Kräfte bündeln

Mehr als 100 CSD-Veranstalter trafen sich in Recklinghausen. Sie warnen vor Anfeindungen und wollen sich bundesweit stärker unterstützen.
Kreativer Widerstand

Zehnkämpfer zeigt Haut aus Protest

Frauenfeindliche sexistische Witze von US-Comedian Shane Gillis sorgen aktuell für viel Empörung. Zehnkämpfer Chase Lathrop antwortet kreativ und sexy
Geheimnisse bei Heated Rivalry

Jacob Tierney erklärt Serienerfolg

Ein neues Buch zeigt, wie „Heated Rivalry“ entstand, welche Szenen gestrichen wurden und was die zweite Staffel vorbereitet.
Rob Jetten wird Vater

Premier erwartet erstes Kind

Niederlands Premierminister Rob Jetten und sein Partner Nicolás Keenan erwarten im Frühjahr 2027 ihr erstes Kind durch eine Leihmutter.
Neue Pornogesetze in England

Verbot von Fetisch-Darstellungen

Großbritannien verschärft das Pornografie-Strafrecht: Ab November werden bestimmte sexuelle Darstellungen im Bereich Fetisch und Rollenspiele verboten
Regenbogen spaltet Amsterdam

Streit um queere Sichtbarkeit

Ein geplanter Regenbogenweg in Amsterdam sorgt für Streit. Während Initiatoren ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen wollen, protestieren Anwohner.
Keine PrEP in der Schweiz?

Ende der Kassenleistung 2027

In der Schweiz ist die Kostenübernahme für die HIV-Schutzpille PrEP nur bis Ende 2026 gesichert. LGBTIQ+-Verbände warnen vor Rückschritten.